Gärtnerin · 22. Juli 2009, 09:58

Kapmalve – Anisodontea capensis

Dieses Frühjahr konnte ich auf der Pflanzenbörse eine kleine Kapmalve (Anisodontea capensis) kaufen. Die heißt übrigens auch “Echtes fleißiges Lieschen“, weil sie dauernd fleißig blüht. Wenn sie auch ganz anders als die übrigen Fleißigen Lieschen aussieht. Diese allerliebste Kübelpflanze mit den kleinen rosa Malven-Blüten ist so hübsch, und war leider einer der ersten großen Pflanzen-Flops nach Beginn meiner Garten-Leidenschaft. Ich hatte die Kapmalve als kleinen Hochstamm damals aus einem Gartenkatalog bestellt, gut blühend über den Sommer gebracht, und dann – weil das – FALSCH! – im Gartenkatalog seinerzeit so angegeben war, als winterharte Kübelpflanze draußen gelassen. Natürlich ist sie erfroren, denn sie ist leider überhaupt nicht frostfest. :-(

Seitdem hatte ich keine Kapmalve mehr. Nun also zweiter Versuch. Obwohl sie diesen an ein Küchengewürz erinnernden Lateinischen Namen “Anisodontea” trägt, gehört die Kapmalve zu den Malvengewächsen. Kommt, wie der Name schon sagt, aus Südafrika vom Kap. Blütezeit im Zander angegeben von Juli bis September, aber eigentlich ist sie ein absoluter Dauerblüher, und deswegen so attraktiv als Balkon- und Kübelpflanze.

Gegenüber den Malven mit ausgesprochen großen Blüten, wie Gartenhibiskus, Stockrosen oder Bechermalven sind die fünfblättrigen Blüten der Kapmalve winzig. Blütendurchmesser ungefähr 2 cm. Davon aber endlos viele, und hübsch rosa-pink gezeichnet:

kapmalve 2

kapmalve anisodontea 3

Kapmalve Standort, Versorgen, Ausputzen und so

Am liebsten steht das Pflanzen-Schätzchen in einem geräumigen Topf mitten in der Sonne, und lässt sich durch gleichmäßige Wasser- und Dünger-Gaben verwöhnen. Bei mir sorgt Langzeitdünger für das Zweitere, und Regen von oben gibt es auch satt (, oder alternativ täglich einen Untersetzer mit dem Gartenschlauch voll Wasser gemacht). Kapmalve braucht relativ viel Wasser, säuft allerdings auch nicht direkt wie zum Beispiel die Engelstrompeten. Unter diesen Bedingungen zeigt sich die zierlich aussehende Kübelpflanze enorm wüchsig, dicht-verzweigt und blühfreudig. Die einzelnen Triebe wachsen nach oben kräftig weiter, und blühen dabei von unten nach oben auch immer weiter. Wenn man die Pflanze nicht ausputzt, lässt irgendwann die Blüte spürbar nach, weil die Pflanze an den alten Blütenständen malven-typische Samen-Ringe ansetzt. Das passiert allerdings nicht sofort, sondern braucht eine Weile. Deswegen putze ich sie nicht allzu oft aus, aber von Zeit zu Zeit schon. Ist nicht ganz so das Vergnügen, weil verblühte Blütenstände etwas klebrig sind, muss aber sein. Man kann auch verblühte Triebe komplett rausschneiden, aber ich bevorzuge das Ausputzen, weil die Pflanze dann natürlich schneller größer wird.

Weil die Pflanze so schnell wächst und gut strauch-artig verzweigt, bin ich, wie bei anderen sehr wüchsigen Kübelpflanzen, kein Fan von Hochstämmchen bei ihr. Man kann ja so einiges an als Hochstämmchen gezogenen nicht winterharten Kübelpflanzen kaufen, oder selbst ziehen, aber ich finde halt, dass so Wuchs-Monster zu schnell aus der Form geraten und sich daher nicht besonders gut dafür eignen, als Stämmchen gehalten zu werden. Wenn man nämlich die Form erhalten will, muss man dauernd Äste einkürzen und schneidet sich damit die Blüten zum Teil immer wieder ab. Egal. Die gekaufte Anisodontea war ein 30 cm-Pflänzchen in Busch-Form, was mir entgegen kam.

Anisodontea-Schädlinge

Nicht ganz ohne ist die Anisodontea, was Schädlinge betrifft. Sie ist bei zu viel Trockenheit ein wenig anfällig gegen Spinnmilben, wie ich damals bei der ersten Pflanze leidvoll erfahren musste, und lässt sich dann auch schwierigspritzen, weil sie so kleine und viele Blätter an dichten Trieben hat. Die Diesjährige hat dagegen von der Läuse-Epidemie und Ameisen-Invasion kräftig was mitbekommen. Nicht nur dass Heerscharen schwarzer Blattläuse die Triebspitzen bevölkert haben, die Ameisen haben auch viele, viele Blattunterseiten als Jung-Läuse-Aufzuchtstation benutzt. Unter jedem Blatt Läuseeier ohne Ende. Weil der Befall so extrem war, ist die Anisodontea dieses Jahr die einzige Pflanze im Garten, die ich dann doch gegen Läuse gespritzt habe. Anders war dem nicht Herr bzw. Frau zu werden, und jetzt sind immer noch vereinzelt Läuse dran, aber nicht mehr so schlimm.

Mittlerweile hat sich der Kapmalven-Strauch dicht und in die Höhe entwickelt. Die längsten Triebe sind schon etwa 90 cm lang, und es ist mal wieder Zeit zum Ausputzen. Die Blüten werden rarer:

kapmalve anisodontea

kapmalve anisodontea 2

Kapmalve vermehren

Die Kapmalve lässt sich mühelos im Sommer (weil braucht viel Wärme für die Wurzelbildung) durch Stecklinge vermehren (->Anleitung Stecklingsvermehrung). Wichtig ist dabei, dass keine Samenstände oder Blütenstände an den Stecklingen sind. Triebspitzen-Stecklinge von 10-15 cm schneiden geht am besten.

Anzucht aus Samen ist auch möglich, wie bei anderen Malvensamen im Frühling, aber warum sollte man. Stecklinge werden deutlich schneller zu ansehnlichen Pflanzen als Pflanzen aus Samen.

Kapmalve schneiden

Hatte oben geschrieben, dass ich Dauer-Beschneiden bei dem Gewächs nicht wirklich sinnvoll finde, aber die Kapmalve ist absolut schnittverträglich, und das nicht nur für Stecklinge. Was zu groß und zu lang wird, kann jederzeit in der Wachstumszeit zurückgeschnitten werden. Das Ergebnis ist dann eine baldige Verzweigung an der Schnittstelle und dichterer Wuchs. Ich werde meine längsten Triebe jetzt auch mal einkürzen, damit sie schön buschig bleibt und vielleicht noch etwas stärker in die Breite geht.

Kapmalve überwintern

Klar kann man die Kapmalve mehrjährig als Kübelpflanze halten, wenn man sie erfolgreich überwintert. Dann werden auch erst richtige Prachtstücke aus den Pflanzen. Sie ist aber halt wie gesagt nicht winterhart. Die Pflanze braucht es für die Überwinterung etwas wärmer als die typischen 5 Grad, damit sie nicht friert. Größer 10 Grad sind recht. Immergrüne Pflanze, deswegen hell, damit sie wenigstens einen Teil ihrer Blätter behält, und im Gegensatz zum Sommer mit wenig gießen. ->Erst wenn die Blumenerde im Topf trocken ist.

Verwandte:

Balsamine Impatiens balsamina
Edellieschen Impatiens neuguinea
Indisches Springkraut Impatiens glandulifera
Fleißige Lieschen

Pflanzen überwintern, die Liste

eingewurzelt unter: Kübelpflanzen Balkonblumen

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1 Kommentar bisher

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Zimmer,Ingrid, 18. Januar 2012, 13:39

Ich hatte im vorigen Sommer eine Kapmalve. Sie war sehr schön mit den kleinen Blüten. Ich hab natürlich vergessen Stecklinge zu schneiden und hab aber Samen abgezupft. Nun habe ich die Samen in Erde auf dem Fenstebrett und es ist noch nicht ein Korn gekeimt. Wie macht man es, dass sie keimen?
Danke für die Antwort Ingrid!

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