Gärtnerin · 28. August 2009, 15:18

Kranzschlinge – Stephanotis floribunda-Problem

Zimmerpflanzen-Bestimmung für Anna, die ich vorläufig als Kranzschlinge (Stephanotis floribunda) identifiziere.

ich habe ein grosses Problem mit einer meiner Zimmerpflanzen.
Ich habe zum Geburtstag eine Zimmerplanze von meinem Freund geschenkt bekommen. Wir wissen aber beide nicht, um was für eine Pflanze es sich handelt. Jetzt war ich zwei Wochen im Urlaub und habe davor vergessen meine Zimmerpflanze zur Pflege abzugeben. Und wie es kommen musste, sieht sie nun recht vertrocknet aus und die Blaetter haengen und sind gelb.

Mir tut das total leid, weil es eben ein besonderes Geschenk von meinem Freund war. Ich versuche alles um die Pflanze zu retten, aber da ich leider nicht weiss, was es fuer eine ist, faellt mir die entsprechende Pflege sehr schwer.

Vielen lieben Dank schon mal fuer ihr Hilfe im Voraus.

kranzschlinge-stephanotis-floribunda

kranzschlinge-stephanotis

stephanotis-floribunda

Die gegenständigen, ledrig-grünen Blätter und die Tatsache, dass die Kranzschlinge als „Schlingpflanze“ regelmäßig an solchen Rankgerüsten (und auch als Kreis / Kranz gezogen) verkauft wird, lassen mich auf die Stephanotis tippen. Die Pflanze klettert übrigens nicht selbst, sondern wächst normalerweise eher hängend, deswegen muss man sie an einem Rankgerüst anbinden. Sollte ich mit Kranzschlinge richtig liegen, Anna, dann sollte die Pflanze weiß geblüht haben, als Du sie bekommen hast?! Und (je nach Zimmergröße und Belüftung) entweder : Du fandest den Duft der weißen Blüten toll, oder er war Dir zu penetrant und intensiv. :-)

Die eher schlechte Nachricht: Ich habe ein paar Mal versucht, die eine oder andere angeschlagene Kranzschlinge zu retten, und leider noch nie Erfolg damit gehabt. Wenn sie erstmal mickern, die Blätter eintrocknen und gelb werden, scheint mir meist alles zu spät zu sein. :-(

Stephanotis: schwierige Zimmerpflanze

(Finde ich.) Die Stephanotis ist eine der ganz alten (altertümlichen) Zimmerpflanzen, verrät mir mein Zimmerpflanzen-Buch von 1958 (Christian Grunert, Zimmerblumen, 1958), aber leider nicht so ganz pflegeleicht. Ich würde eher sagen: heikel. An den Problem-Felder im Zusammenhang mit der Pflanze scheint sich über die Jahrzehnte nicht viel geändert zu haben, deswegen fasse ich zusammen, was im Buch steht, und was mir auch tatsächlich alles schon widerfahren ist:

Schädlinge

Die Pflanze ist anfällig für Schädlinge verschiedenster Art, u.a. Spinnmilben, Läuse, Schildläuse, Wolläuse, und zwar umso mehr, je wärmer sie steht, und je geringer die Luftfeuchtigkeit. Deswegen soll man öfter sprühen, und/oder im Winter einen Luftbefeuchter an der Heizung anbringen. Oder mein Tipp: gleich als Badezimmer-Pflanze verwenden. Bis auf Schildläuse hatte ich alle, und hatten sie sich erstmal ausgebreitet, halfen Hausmittel und auch das beste systemische Schädlingsmittel nicht mehr. Zwar gingen die Viecher immer tot, aber die Pflanzen haben sich trotzdem nicht regeneriert, sondern weiter Blätter fallen lassen. :-(

Standort-Wünsche und so weiter

Die Kranzschlinge ist eine Bergregionen-Pflanze, und braucht deshalb permanent möglichst kühle Nachttemperaturen nicht über 12 Grad, außerdem im Winter einen ganztags ungefähr ebenso kühlen Standplatz. Beides habe ich leider bei meinen Pflanzen-Versuchen nie hingekriegt. Weiterhin mag sie es hell, aber auf keinen Fall sonnig.

Auch mit dem Gießen ist sie recht anspruchsvoll. In der wärmeren Zeit braucht sie regelmäßig ordentlich Wasser. Der Boden im Topf muss dauernd gleichmäßig feucht sein. Staunässe kann sie aber auch nicht leiden. Dann faulen die Wurzeln schnell, und vorbei ist´s mit der Pflanzen-Pracht, und die Pflanze stirbt ab. Egal, ob die Pflanze nun völlig trocken gestanden hat, oder die Wurzeln durch zu viel Nässe faulen: Wenn die erstmal angeschlagen bzw. in größerer Zahl abgestorben sind, gibt es wenig Chance, die Pflanze noch zu retten. Das wird wohl auch bei Dir der kritische Faktor sein. Die Blätter können nämlich schon abgestorben sein, obwohl sie noch einigermaßen grün aussehen. Ganz braun werden sie erst später, oder fallen vorher ab und bleiben dabei in diesem Zustand. Ich würde also, weil ich das weiß, erstmal austopfen und schauen, ob und wie viele gesund aussehende Wurzeln dran sind. Sollten größere Mengen Wurzeln abgestorben sein, was Du daran erkennst, dass der Topf nicht mehr wie beim Kauf gut durchwurzelt ist, solltest Du die Pflanze oben auch ein Stück zurückschneiden, damit nicht wenige Wurzeln zu viel oberflächliche Pflanzenteile ernähren müssen. Mehr hab ich leider nicht für Dich.

Außerdem mag die Kranzschlinge kein kalkhaltiges Wasser, weswegen man das Gießwasser entkalken sollte (Was mir bei so vielen Pflanzen zu viel Gedöns war, vielleicht deswegen auch meine Misserfolge).

Ach ja, und noch was: Kranzschlinge mit Blüten/Knospen mag auf keinen Fall gedreht werden. Wenn sich die Lichtverhältnisse ändern, reagiert sie prompt mit Knospenfall. Kann schon reichen, die Pflanze im Geschäft zu kaufen und zu Hause unter anderen Bedingungen aufzustellen, und die Knospen fallen ab.

Insgesamt will ich Dir also nicht allzu viele Hoffnungen machen, und anderen sagen, dass ich denke, dass man mit Kranzschlinge-Verschenken oder für sich selbst kaufen häufiger hinterher Frust haben wird. Vielleicht sind aber mit der Stephanotis erfolgreichere Mitleser hier, die das eine oder andere raten oder mir widersprechen können. Was ich Dir natürlich ganz doll wünsche. Eure Tipps?

Kranzschlinge-Vermehrung

Vermehrung soll wie bei der Hoya durch Stecklinge möglich sein, allerdings dauert das Bewurzeln wohl ziemlich lange, und ich habe keinen Erfolg damit gehabt. Also nicht ganz einfach, zumindest nicht ohne Bewurzelungspulver. Jemand Erfolg damit gehabt?!

Pflanzen-Info Kranzschlinge

Verwandte: Stephanotis gehört wie die Seidenblume (Asclepias curassavica) und die Wachsblume (Hoya)-Arten zu den Asclepiadaceae (Seidenpflanzengewächse) , und kommt laut meinem Zander aus Madagaskar. Sollte ich mit der Bestimmung nicht richtig liegen, denke ich, dass ich auf jeden Fall in der richtigen Pflanzenfamilie bin. Oder?

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13 Kommentare bisher

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Helga, 28. August 2009, 22:01

Hallo, als ich die Blätter sah, habe ich sofort an eine Hoya gedacht. Bei eurer Pflanze scheinen sie etwas größer zu sein. Mit Hoya habe ich keine Probleme. Sie steht bei mir im Treppenhaus am Nordfenster. Ich hatte vor ein paar Wochen in meinem Blog die erste Blüte gezeigt. Inzwischen sind mehrere aufgegangen und noch Knospen vorhanden.Meine Hoya wird recht stiefmütterlich behandelt, steht aber tatsächlich verhältnismäßig kalt und ohne direkte Sonne. Ich habe vor kurzem drei Ableger bewurzelt. Falls jemand Interesse hat, müssen wir mal sehen, wie wir sie schicken können. Liebe Grüße Helga

Keisha, 28. August 2009, 22:34

Hallo,
ich dachte auch zu allererst an Hoya, aber die würde nach 2 Wochen ohne gießen nicht so aussehen. Ich glaube auch, daß das die Kranzschlinge ist.

Kinder-gärtnerin, 29. August 2009, 10:05

ich dachte auch, dass es eine Wachsblume (hoya) ist, weil ihre blätter unten ein wenig spitz zulaufen. bei der Kranzschlinge die sie wohl eher rund?

Ancistrus, 29. August 2009, 14:15

Ich denke Kranzschlinge ist richtig. Meine Schlinge (sie hat sich wirklich selbst um die Rankhilfe geschlungen – allerdings nur aufwärts. Nach unten muss ich nachhelfen.) hat ebenfalls diesen Zipfel an der Blattspitze. Auch hatte ich schon ein, zwei ähnlich verfärbte Blätter und kann dazu nur sagen: Sie werden wohl noch fallen. Meine Kranzschlinge steht an einem Nordfenster und wächst seit der letzten Blüte so schnell, dass ich fast zugucken kann. Scheint mir relativ unkompliziert zu sein, aber ich muss erstmal sehen, ob ich sie auch wieder zum Blühen bekomme.

Viele Grüße
Ancistrus

Katharina, 31. August 2009, 19:20

Hoyas kann man ewig nicht gießen, denen würden zwei Wochen gar nochts ausmachen. Kenne die andere Pflanze nicht, aber ich würde wetten, daß das keine Hoya ist.

ulrych marianne, 31. August 2009, 22:12

meine kranzschlinge hat auch „dahingesiecht“ – dann habe ich sie ins freie gestellt – unter einen schattigen Baum und in Ruhe gelassen, zwischendurch mitgedüngt, sie hatte auch wenig Wasser, nun stand sie seit Juni dort und ist über den Sommer prächtig angewachsen mit vielen Blüten und Blättern – ich bin begeistert.

ulrych marianne, 31. August 2009, 22:16

Übertöpfe wie auf dem Bild gesehen, können gefährlich sein, weil man nicht sieht, daß die Blumen im Wasser stehen!
Ich habe am liebsten nur Untersetzer – keine Übertöpfe.

Katharina Toups, 06. November 2009, 14:33

Von einer schon sterbenden Stephanotis habe ich problemlos vor ca 2 Jahren einen Steckling mit Bewurzelungshormon zum Wurzeln bekommen. Sie wuchs prima, kränkelt jetzt aber, vermutlich nach einem heftigen Temperaturwechsel selbst. Die gleichmäßig zu haltende Temperatur erscheint mir als die größte Schwierigkeit

Heike, 12. März 2010, 00:11

Kranzschlinge wäre auch mein Tipp. Also ich habe vor 2 Jahren eine geschenkt bekommen und die blüht und blüht und wächst unermüdlich. Westfenster, Küche, direkt über einem Heizkörper. Auch so ein Übertopf. Ich gieße so, dass ungefähr 1cm Wasser steht und dann erst wieder, wenn die Erde trocken wird. Denn man kann sie auch totgießen. Ich weiß ja nicht, ob die Pflanze nun überlebt hat- ist ja schon ne Weile her. Ich hatte dasselbe Problem vor 2 Jahren mit einer Schefflera. 1,50 hoch und eine richtig schöne Pflanze. Hab ich mich geärgert. War so Ende April. Ich hab sie dann einfach radikal zurück geschnitten (ca. auf 30 cm runter) und nach drausen gestellt. Nach ein paar Wochen hat sie dann wieder getrieben. Mittlerweile ist die Schefflera wieder einen Meter hoch und wächst besser denn je. Ich denk mal bei der Kranzschlinge wäre das auch eine Möglichkeit mit dem zurück schneiden. Kann man dann sowieso nur versuchen- entweder… oder…
Ich finde ja die Kranzschlinge eher unkompliziert, meine hat einen Schmetterling auf der Zimmerseite – damit ich sie nicht falsch rum stelle. Ist mir einmal passiert, kurz vorm blühen. Innerhalb von ein paar Tagen waren sämtliche Knospen abgefallen. Ich stell sie auch im Winter nicht kälter und dann blüht sie auch im Winter (zwar nicht so viele Blüten- aber immerhin). Den neue Trieb hab ich jetzt schon 2 mal um meinen Kranz gelegt und festgeklammert (kleine Haarspangen- sogenannte Krabben im Laden 10 Stück für nen Euro) und es sind wenigstens 10 Blütenansätze dran. Eigentlich wollte ich sie jetzt umtopfen, aber das werd ich mal lassen, bis die Blüten durch sind. Ach ja, Düngen- damit fang ich jetzt wieder an, so alle 2 Wochen.
Stecklinge hab ich jetzt schon ein paar mal probiert, funktioniert bei mir gar nicht. Warum auch immer.

Natascha, 13. Juli 2010, 12:08

Hallo, ich tippe auch auf Kranzschlinge (=Stephanotis). Der Name soll daher kommen, dass sie früher in Hochzeitskränze eingebunden worden sein soll, was ob der wunderschönen, duftenden Blüten nur verständlich ist. Wie bringt man die Pflanze allerdings soweit? Als ich sie gekauft habe, hatte sie Blüten. Als die abgefallen waren, tat sich nichts. Auch keinerlei Wachstum. Ich hab die Blätter aber dann mit Bier abgewischt und siehe da, nach einiger Zeit plötzlich – wie aus einem Dornröschenschlaf aufgewacht – fing die Pflanze an zu wachsen. Geblüht hat sie allerdings erst wieder ein Jahr später, das war dann doch alles anscheindend zuviel für sie. Dann bin ich umgezogen, wieder nichts, kein Wachstum. Dann hab ich sie in den Halbschatten auf den Balkon gestellt und plötzlich fing sie wieder an zu blühen und zu gedeihen. Muss allerdings dazusagen, dass ich sie regelmäßig reinige (Wattepad mit Bier und vorsichtig die Blätter damit reinigen) und regelmäßig gieße. Ich habe das Gefühl, dass sie Trockenheit nicht mag, Staunässe aber auch nicht (wer hat schon gerne „nasse Füße“;-)). Ich gieße sie täglich so viel, dass die Erde das Wasser gut aufsaugt, aber auf keinen Fall vollgesogen ist. So jetzt hoffe ich, dass Du mit meinen Erfahrungen etwas anfangen kannst und wünsche alles Gute!

schmetterling0004, 24. Juli 2010, 09:53

Hallo
Ich habe beide Pflanzen sowohl ettliche Hoya’s als auch die Stefanotis floribunda und ich kann dir sagen, dass das mit Sicherheit keine Stefanotis floribunda ist, da die viel dünnere Stängel haben, als deine Pflanze. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du hier eine Hoya hast und dass die Pflanze Probleme mit ihren Wurzeln hat. Evlt. vorher schon Staunässe und jetzt die Quittierung dafür? Ich würde die mal in ein Gemisch aus 1:1 Blumenerde und Orchideenerde setzen und in den Topf ganz unten Steine oder Kügelchen geben, damit das Wasser gut abfliessen kann. Zur Bestimmung der Pflanze würde ich dir diese Seite empfehlen: http://www.simones-hoyas.de/
Viel Glück und gutes Gelingen

anton blume, 30. August 2013, 21:53

hallo,
meine stephanotis ist mir vor knapp zwei jahren geschenkt worden und fuehrte lange ein recht unbeachtetes leben in einem uebertopf und verzwirkelt um einen draht. irgendwann hingen die triebe hinunter und riskierten zu knicken. daher: sofortiges umtopgen in einen groesseren uebertopf und in seramis. alle zei wochen ordentlich giessen und ausserdem habe ich das geflecht geloest und durch eine tomaten rankstab ersetzt. nun kann die stephanotis ranken , wachßen und blueht bereits wieder.

Klaus Wolligger, 15. Juli 2017, 16:56

Ja,die Stephanotis ist echt eine wunderschöne Zimmerpflanze und ich hatte bisher immer Glück damit. Meine Stephanotis blüht 2 bis dreimal im jahr.

Viel Glück

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