Pflanzenbestimmung Wildpflanzen
Distel mit Pflanzenbestimmung-Anfrage:
Hallo Gärtnerin,
vor ein oder zwei Wochen habe ich beim spazieren gehen am Wegesrand (direkt zwischen geteertem Fußweg und Kornfeld) zwei Pflanzen einer Art gesehen, die mir vorher noch niemals irgendwo aufgefallen ist.
Ich fand sie sehr interessant anzusehen, denn sie hatte sehr lange Blätter, die an den Enden leicht lockig oder schweineschwänzig eingerollt und am Rand leicht wellig waren. Insgesamt war die Pflanze mindestens einen Meter hoch. Sie war bereits verblüht und entwickelte Flugsamen in Körbchen und sah alles in allem für mich etwas nach Distel aus, hatte aber keine Stacheln.
Mein Interesse war geweckt und ich dachte, ich könnte sie mühelos mit heim nehmen und dort bestimmen. Zuallererst mal ließ sie sich so einfach nicht ausrupfen, denn der Stängel ist zwar nur etwa kleiner-Finger-dick, aber sehr sehr stabil. Statt am Stängel nachzugeben, gab sie erst an der Wurzel nach, so dass ich ein Stück davon mit rausriss. Zum Vorschein kam eine Fingerdicke, braune Speicherwurzel, die weißen Milchsaft blutete.
Zu Hause angekommen musste ich leider bemerken, dass ich sie nicht bestimmen konnte. Die Bestimmung wurde schon allein dadurch erschwert, dass die Pflanze nicht mehr blühte und alle Wege führten zu falschen Pflanzen.
Daher jetzt die Fragen an dich und deine Mitleser/-schreiber:
Kennt ihr diese Pflanze? Woher kommt sie, dass ich sie bisher noch nicht kenne?
Steht sie am Ende unter Naturschutz und ich hätte sie gar nicht ausrupfen dürfen?Außerdem wächst in meinen Erdbeer-Balkonkästen etwas Seltsames, dass ich überhaupt nicht zuordnen kann. Ist das ein Moos?
Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen. Die Bilder hab ich leider erst am nächsten tag gemacht, als die Pflanze schon recht welk war.
Im übrigen war ich vor zwei Tagen wieder auf dem gleichen Weg unterwegs und habe mal die Augen offen gehalten nach dem zweiten Exemplar, um mal ein paar frische, aufrechte Bilder im Umfeld zu machen. Ich hab sie nicht mehr wiedergefunden, obwohl ich das Gefühl hatte, dass die Pflanzen an sich sehr auffällig waren, das letzte Mal. Ich schau beim nächsten Mal noch genauer.
LG, Distel
Argh… Ich meine, eventuell diese Pflanze in der Witt-Pflanzung gesehen zu haben. Leider aber kein passendes Foto mit großer, noch blühender Blüte dabei, und kein Name. Ich meine diese hier. Immerhin einen kleine gelbe Blüte ist zu sehen, und die Knospen:
Wenn ich Recht habe, blüht sie gelb, mittagsgold-artig.
Das Zweitere habe ich auch häufig auf verdichtetem Boden. Moos oder Flechte? Würde mich auch interessieren.
eingewurzelt unter: Unkraut im garten
Vor einem Jahr
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13 Kommentare bisher
KommentierenHsllo Distel, das ist Brunnenlebermoos, und wenn Du nicht aufpaßt, überwuchert es bald alles. Wird oft mit bestellten Pflanzen eingeschleppt. Ich habe ein kleines Biotop davon angelegt und beobachte oft Bärtierchen unter dem Mikroskop, die leben nämlich oft darin.
Die Riesenpusteblume ist denke ich ein Wiesenbocksbart:
http://www.natur-lexikon.com/Texte/sn/001/00003-wiesenbocksbart/sn00003-wiesenbocksbart.html
Oh, hast ja noch was gefragt. Ohne Blüte und genauem Bild schwierig, aber ich denke, daß es sich bei der ersten Pflanze einen Bocksbart handelt.
Hier auch noch ein interessanter link zu den niedlichen Bärtierchen: http://www.baertierchen.de/sweets0.html
Groetjes,
Ada
Die unbekannte Pflanze mit den löwenzahnähnlichen Blüten und Samenständen ist der Wiesenbocksbart – Tragopogon pratensis.
Viele Grüße
Tom
Da seid Ihr Euch ja unglaublich einig. Danke! Bärtierchen hab ich ja noch nie gehört….
Ui, die Bestimmung ging ja schnell! Danke sehr.
Der Bocksbart ist essbar, wie ich gelesen habe. Ich wundere mich wirklich, warum mir der vorher nie aufgefallen ist.
Die Bärentierchen sind ja tatsächlich unglaublich putzig.
Muss ich auf irgendwas achten, wenn ich das Lebermoos rausmachen will, damit ichs nicht noch weiter verbreite? Das hat übrigens eine stark fungizide Wirkung, falls jemand mit Fuß- oder Nagelpilz rummacht.
LG, Janina
Der Bocksbart ist mit der Haferwurzel – Tragopogon porrifolius – und etwas entfernter auch mit der Schwarzwurzel verwandt. Die Wurzel ist also sicherlich ähnlich zuzubereiten.
Hallo Gärtnerin! Warum hat es egtl. so lange gedauert,. bis mein Nachtrag auch veröffentlicht wurde? Über 20 Minuten, wie ich sehe! Stimmt was mit dem Skript nicht???
Uiuiui, habe was korrigiert, und trotzdem kam der fehlerhafte Eintrag (18:12 Uhr) auch… seltsam. Lösch den mal bitte. Thanx!
Grüßle,
Ada
Hallo Ada,
du hast darin einen Link gepostet, der muß erst “genehmigt” d.h. freigeschaltet werden. Das dauert seine Zeit.
Der Wiesenbocksbart blüht immer nur für ein paar Stunden, ich hatte mal einen im Garten. Da muss man früh aufstehen, wenn man ihn blühen sehen will ;-)
Hallo, der Wiesenbocksbart ist wirklich eine Frühaufblüher. Von meinem Küchenfenster konnte ich für ein paar Tage schon morgens um 6:00 beobachten wie 5 Stieglitze sich über den Wiesenbocksbart hergemacht haben. Allerdings haben sie nur den Samen ausgezupft. Tagsüber wenn der Wiesenbocksb. nicht blühte kamen auch keine Stieglitze. Ich glaube die haben sich an der Blüte orientiert und waren deshalb immer sehr früh unterwegs. Fotografieren war nicht möglich, die Vögel waren sofort weg, das hätte ich gerne festgehalten weil die Stieglitze schon schön bunt sind. Leider wurde die Wiese jetzt gemäht !
Hallo und vielen Dank für den Eintrag!
Ich hatte so ein Teil auch im Vorgarten und hatte es zunächst stehen lassen, weil ich mich oft nicht mehr erinnern kann, was ich im Herbst eingebuddelt habe. Als es jetzt aber auch massiv anfing “Schirmchen” zu bilden, habe ich es gestern nachmittag erfolgreich ausgerissen. Obwohl: Ob da die ganze Wurzel mitgekommen ist…? Hoffentlich kommt das nicht wieder, ich fand’s nämlich nicht so wirklich schön…
Grüßlies und einen relaxten Feiertag für die Glücklichen (wie mich :o)
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