Gärtnerin · 03. Januar 2009, 19:05

Puderquastenstrauch – Calliandra haematocephala

Nächster Aussaat-Kandidat, dessen Samen seit gestern im Wasser zum Vorquellen waren: Der Puderquastenstrauch (Calliandra haematocephala)

Im Zander steht, dass der Puderquastenstrauch zu den Mimosengewächsen (Mimosaceae) gehört, und dass seine Heimat Mittelamerika ist. Das Mimosenhafte sieht man seinen gefiederten Blättern auch bissi an. „Haematocephala“ ist in meinem Buch ausgerechnet nicht drin, dafür aber neun Verwandte anderen Namens. Ob der Name, der etwas nach Blut klingt, auf die Blütenfarbe zurückgeht? Ich glaub´s mal fast, denn die Pflanze bekommt wahnsinnig attraktive rote Blüten. Foto von Steve:

Calliandra haematocephala

Es freute mich, wenn die Aussaat gelänge, denn die Blütenform mit den langen „Haaren“ ist wirklich wunderschön. Würde meinen Kübelpflanzen-Reigen sichtlich bereichern. Ich befürchte für das dauerhafte Gedeihen der Pflanze allerdings Schlimmes, weil ich mit „mimosen-haften“ Pflanzen bisher regelmäßig wenig Erfolg hatte. Aber erstmal sprechen wir hier von Keimung einer potenziellen künftigen Kübelpflanze, hoffentlich. ;-)

Puderquastenstrauch-Anzucht-Info von der Samentüte

So sehen die Samen aus, ungefähr so groß wie ne kleinere Bohne, nicht ganz so regelmäßig geformt, mit sanften Rundungen, hellbraun: Achtung, hier hatte sich ein Fehler eingeschlichen: Laut Info s.u. handelte es sich auf diesem Bild nicht um Puderquastenstrauch-Samen, sondern um Samen der Caesalpinia, die falsch abgefüllt waren:

Caesalpinia-Samen

Richtige Puderquastenstrauch/Calliandra-Samen sehen lt. Steve (Danke für Foto!) so aus:

Calliandra-Samen

Ich habe in der Tüte neun Samen vorgefunden. Anzucht im Haus ganzjährig möglich, Samen über Nacht in Wasser vorquellen. Scheint ein Lichtkeimer zu sein, denn es steht was von „auf“ Anzuchterde oder Kokosfaser streuen da. Bei gleichmäßiger Feuchtigkeit (Aussaatschale mit Folie abdecken) und Wärme und 20-25 Grad soll´s fantastisch kurze 10-14 Tage dauern, bis die Keimung erfolgt. Das ist doch mal was gegenüber andern lahmen Keimern!

Standort + Pflegetipps:
hell bis sonnig, Einheitserde, Staunässe vermeiden, regelmäßig düngen, Jungpflanzen für buschigeren Wuchs stutzen.

Überwintern: frostfrei und hell, 10-15 Grad, wenig gießen

Schneiden: Auslichtungsschnitt alle 2-3 Jahre.

Soll langlebig und zäh sein, so ein Puderquastenstrauch. Hat jemand einen (oder sogar einen selbst gezogen)?

Update: Caesalpinia keimt
Sämlings-Entwicklung später

eingewurzelt unter: Kübelpflanzen Balkonblumen

Vor einem Jahr
Drachenbaum-Dickenwachstum , Gartenblog-Newsletter verstorben, Liriope muscari - Traubenlilie, Rhipsalis paradoxa



5 Kommentare bisher

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Katharina, 04. Januar 2009, 20:15

Oh, da bin ich aber mal gespannt! Die find ich immer so hübsch mit ihren roten Puscheln! Viel Glück und Erfolg! :-) Und nicht vergessen, die Ergebnisse zu zeigen! ;-)

Gärtnerin, 08. Januar 2009, 10:56

Ja logisch, Katharina. So es welche gibt. ;-)

Besserwisser, 23. April 2010, 04:28

Soll ich mal raten?
Deine Samen waren in einem Tütchen, das auf ein gelbes Blatt Papier mit dem Bild einer Puderquaste geklebt war, das in Cellophan eingeschweißt war?
Da bin ich auch drauf reingefallen…
Tut mir Leid dich enttäuschen zu müssen, aber die oben abgebildeten Samen sind von Caesalpinia, nicht von Calliandra!
Ich weiß nicht, ob hier direkte Links gepostet werden dürfen, aber starte mal eine Suche nach „semencesdupuy“, da kannst du sehen wie Calliandra Samen auszusehen haben!
Zum Vergleich: Suche nach „saralsabzaar caesalpinia“ führt zu einem Bild von Caesalpinia Samen, die denen von dir doch verdächtig ähnlich sehen…

Ich bin selbst darauf gekommen, weil ich zeitgleich Calliandra und Caesalpinia anbauen wollte.
Caesalpinia ist ja im Prinzip auch ganz hübsch, aber wenn man nicht weiß, welche Art und Sorte man da genau hat, möchte man dann die im Jungpflanzenstadium bei uns doch ziemlich problematischen Pflanzen aufwändig pflegen?

Inzwischen habe ich zwei weitere Lieferanten für „Calliandra haematocephala“ ausprobiert. Die Samen sind definitiv Calliandra, aber es sind meiner Meinung nach keine haematocephalas.

Calliandras sind sehr einfach aus Samen zu ziehen. Bei gutem Saatgut – gechipped, eingeweicht und mit Beheizung – zeigt sich bei keimfähigen Samen schon innerhalb von 24 Stunden die Wurzelspitze (und alles was nach 48 Stunden noch keine Wurzel draußen hatte war bisher ausnahmslos ein Ausfall bei mir, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, selbst wenn das Samenkorn schon riecht, gärt und eigentlich schon flüssig ist…)

Ich benutze für viele meiner Aussaaten die kleinen Plastikschnappsgläser aus dem Partybedarf. Davon bekommt man viele für wenig Geld. Auf den Boden jedes Glases kommt ein zusammengefalteter Streifen von der Küchenrolle (dafür eignet sich sehr gut ein Hebelschneider, wenn man einen hat.) Für den Modellbau (genauer gesagt für’s Airbrushing) gibt es preiswert Kunststoffpipetten (z.B. 100 Stück für etwa 5 Euro, aber soviele braucht man gar nicht, weil wenn man immer auf die Schweißnähte des Ballons drückt, brechen diese auch nicht auf und so hält eine Pipette für mindestens eine Saison). Ich verwende bei der Aussaat destilliertes Wasser. Praktisch sind außerdem verschieden feine Pinzetten, sowohl für die Samen, als auch für’s Pikieren. Bei Samen, die so groß wie die von Calliandra sind, setze ich nur ein Samenkorn in ein Glas. Die Gläser lassen sich ja so schön platzsparend ineinander stapeln. Auch bei häufigem Kontrollieren und Lüften lässt es sich nicht vermeiden, dass Samen einfach nur vor sich hingammeln statt zu keimen, deshalb achte ich darauf, dass die Stapelreihenfolge stets gleich bleibt, um nicht mit dem Boden eines auf einem „Versager“ gestapelten Glases ein anderes zu kontaminieren.
Sobald sich was tut bei den Samen, wird umgesetzt in Aussaaterde.

Als Bodenheizung dient mir mein Bügeleisen, das lässt sich sehr fein auch auf eine ganz niedrige Heizstufe einstellen (und ja, ich habe Vertrauen zu meinem Bügeleisen!)
Früher habe ich es umgedreht in einen Flaschenkasten gesteckt, heute steht mir ein Schraubstock zur Verfügung.

Manche Jungpflanzen brauchen unbedingt eine hohe Luftfeuchtigkeit, wie die Caesalpinias z.B., die bleiben also im geschlossenen Gewächshaus, während andere das nicht brauchen, wie etwa Calliandra. Diese lasse ich dann auch gleich offen keimen, denn fast alles was Gewächshausklima gewohnt ist, macht ja sofort schlapp, sobald man die Haube wegnimmt und langsames Umgewöhnen mit Haube immer weiter anheben und so, da habe ich keine Lust mehr drauf.
Allerdings gebe ich meinen im Offenen stehenden Jungpflanzen einen Schutz vor Trauermückenlarven in Form eines Fliegennetzes (das, was man sich auch in die Fensterrahmen kleben kann).
Meine schon älteren Pflanzen, zumindest die, die in der Wohnung stehen, haben auf der Erde eine dicke Schicht Seramis, um die kleinen fliegenden Plagegeister einzudämmen. Trauermücken machen etablierten Pflanzen zwar nichts aus, aber ich hab’s halt lieber, wenn mir nicht ständig was durch’s Fersehbild fliegt und doch irgendwie in eins meiner Gewächshäuser findet…

Gärtnerin, 23. April 2010, 09:06

Öha! Höchst interessant, Besserwisser. Nein, Du hast falsch geraten, die Verpackung war anders. :-)
Jedenfalls sind die dann-wohl-nicht-Calliandra-Jungpflanzen (nehme an, Du hattest Dich zu den Folgebeiträgen durchgeklickt) sehr zögerlich durch den Sommer gekommen und kämpfen nach der Überwinterung gerade um ihr Leben. Von oben her sterben die Triebe langsam ab, Neuaustriebe kommen nicht voran. Macht wenig Spaß.

Deine Anzucht-Technologie finde ich höchst kreativ. :-))))

Michelle Bernhagen, 12. März 2015, 11:32

So erging es mir auch jedes Mal wenn die Pflanzen austrieb kräuselten sich die Blätter und die Pflanzen gingen ein. Endlich habe ich diesen Thread gefunden und ich dachte es liegt nur an mir :D

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