Rhipsalis vermehren/Rhipsalis krank
Also, ich muss ja zugeben, manchmal erwischt es die Rhipsalisse eben doch. Zum Beispiel diese Sorte mit breiteren flachen Gliedern:
Aus heiterem Himmel beginnen manchmal einzelne Triebe, schwarz zu werden. Man sieht es am Ansatz, direkt über der Erde:
Die Nachbartriebe bleiben davon völlig ungerührt und gesund.
Ich ziehe den kranken “Zahn” dann immer einfach raus.
Wie man sieht, ist auch die Wurzel hinüber.
Aber die jüngeren “Ohren” sind gesund und noch brauchbar zur Vermehrung, nur ein bißchen schlaff.
Vielleicht ist das ja irgendein in der freien Wildbahn sinnvolles Verhalten? Damit z.B. einzelne Rhipsalis-Glieder vom Baum fallen (auf denen die Pflanzen normalerweise aufsitzen) und weggeschleppt werden können oder so…
Die dünngliedrigen Rhipsalisse zeigen von selbst an, was man mit ihnen tun soll, wenn man sie vermehren möchte. Die Pflanze ist jetzt schon ziemlich alt, in ihrer Jugend sah ich solche Wurzeln noch nicht.
Gern werfen die dünnen Rhipsalisse ganze Glieder ab, das wirkt etwa wie ganz doller Haarausfall. Insbesondere droht das nach zuviel Sonne und Austrocknung. Also tauchen, in den Schatten, ins Kühle… Abwarten. Meine haben sich immer wieder erholt, mir ist noch keine ganze Pflanze eingegangen. Nur unglückliche Ableger.
Hier zeige ich Vermehrungsversuche von Rhipsalissen, die ich im Botanischen Garten ääähhh…. gefunden habe. (Von einer Müllschippe geklaut, offen gesagt) Nach monatelangem Warten zeigten sich endlich millimeterkleine Austriebe. Aber dann ging beides wieder ein. Ich glaube, es fehlte etwas Luftfeuchtigkeit und mir Geduld, nachdem die Teile wirklich eeeeewig unverändert aussahen.


(vermutlich Rhipsalis paradoxa)
Profitipps für die Rhipsalis-Behandlung (aus altem Kakteenbuch):
- humusreiche Erde mit etwas Lauberde, kein Sand, wie bei Kakteen
- den Pflanzen gefällt am besten eine nicht gesiebte Erdmischung mit vielen Luftzwischenräumen
- sie werden gern mal getaucht
- keine Sonne, aber schattige Plätze im Freien
- je wärmer die Luft ist, desto mehr muss man für Luftfeuchtigkeit sorgen . Bei Kühle reicht die normale Luftfeuchtigkeit unserer Breiten
- Im Winter bei nicht unter 12 Grad halten und weiter (etwas reduziert) gießen, niemals austrocknen lassen (!)
- Vermehrung durch Stecklinge oder Aussaat
- nachdem die Pflanzen ausgetrieben haben, beginnt eine Ruhezeit, in der etwas weniger bewässert wird
- wenn eine mehrjährige Rhipsalis nicht blüht, liegt es an fehlender Ruhezeit
- am besten gelingt die Blüte so: im September/Oktober etwas trockener, aber hell halten und das sonst empfohlene “Nebeln” vermeiden, gern auch etwas kühler. Danach ins Zimmer holen und wieder mehr gießen, dann müssten sie blühen, und zwar zum Winter hin.
Offenbar hat es bei meinen Exemplaren zufällig so funktioniert wie es im Buch stand und sie sind nun “Winterblüher”.
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7 Kommentare bisher
KommentierenAlso, ich weiß, daß Rhipsalisse und Verwandte manchmal an einem Virus leiden können, der besonders bei Massenkulturen auftritt, wir zB bei den Oster-/Weihnachtskakteen. Mittlerweile zählen auch diverse Rhipse zu diesen Kulturen, denn die Nachfrage steigt stetig danach und die “Masse will bedient werden”.
Die Sache mit den einfach schwarz werdenden Gliedern kenne ich zu gut, auch die einfach abgeworfenen Strähnchen. Genauso mit den Ablegern, die erst sachte austreiben und dann einfach absterben. Ich denke, beim Vermehren durch Ableger machts die Masse. Wenn man 1 steckt, geht auch 1 kaputt. Wenn man 10 steckt kommt mindestens 1 durch.
Ähnliches mache ich grade mit meinen teuren Aporokakteen durch *heul*
Die zweiten Stecklinge sind nicht paradoxa. Die hab ich nämlich beide, sowohl paradoxa als auch die deiner Stecklinge. Verdammt, ich hab den Namen irgendwo aufgeschrieben. Es gibt zwei davon, eine blüht mit gelbgrünen unscheinbaren Blüten, die andere mit eher bräunlichen, genauso unscheinbaren Blüten.
Steckling 1 scheint mir keine echte Rhipsalis zu sein, auch wenn sie oft als solche bezeichnet wird. Sie hat Ähnlichkeit mit meinem “Red coral”, der oft als Pseudorhipsalis bezeichnet wird, aber ein Disocactus ist.
Als kleines Bonbon, Uta:
http://cristoalmeria.com/epifitos/rhipsalis/todoseguido.htm
ich hab bloß noch gestaunt. Boah.
Mein erster Kommentar ist “awaiting moderation”, aber ich wollt noch schnell was anfügen:
1. Bei Rhipsalis soll auch Orchideenerde ganz gut funktionieren, habs aber noch nicht ausprobiert.
2. Meine bekommen allesamt 1x im Monat eine handwarme Dusche in der Badewanne
3. Vergiss das im anderen Kommentar mit den grüngelben bzw bräunlichen Blüten, ich hab mal wieder den Überblick über meine Schätze verloren *g* Habs mit der R. dissimilis verwechselt, die ich auch habe.
Die anderen hab ich mal irgendwann als R. leucor(h)aphis identifiziert, aber ich finde den blöden Link nirgends mehr. Das nervt mich grade, weil ich sämtliche guten Links (auch über die Disocacteen) nirgends mehr finde.
4. Ich habe grade festgestellt, daß ein paar meiner Lieblinge dringend Wasser brauchen… au weh… die Badewanne ist wieder nen Tag lang blockiert *seufz*
Mein Gott, dieser Link! Rhipsis können ja echt furchterregend sein, eine Horrorfilm-Kulisse! Bei Nacht würde ich mich nicht in dieses Gewächshaus wagen.
Mein allererster Gedanke bei den Bildern war auch: Davon kann sich so manches Medusenhaupt eine Scheibe abschneiden ;-)
Ich hab heute ohnehin mal wieder zugeschlagen *seufz* Bei D. hängen seit einiger Zeit wieder die Red Corals, aber dies waren mir bisher zu teuer. Heute hab ich aber gesehen, die sind um 50% reduziert gewesen, also hab ich dann doch einen mitgenommen. Er ist voller reifer, weißer Beeren (hjam). Außerdem ist mir rein zufällig von einem Lepismium eine Beere abgefallen, die Samen werd ich aussäen ;-) Hab ja noch sooooooviel Platz und erst soooooo wenige Pflanzen…*augenroll*
Glückwunsch!
Sag mal, an den Stellen, wo die Beeren sind, blüht es doch nicht wieder, stimmt’s? Du musst nun also bei dem üppig bebeerten Red Coral warten, bis die nächste Generation “Ohren” da rauswächst… Das dauert bestimmt lange, oder?
Ich habe ja auch so ein Ding mit lauter Beeren und frage mich, wie der wohl demnächst weiter macht. Obwohl, von mir aus kann er auch so bleiben, wie er ist. Als wahre Liebhaberin ist man ja tolerant. Nur warme Duschen gibt es bei mir nicht, dafür bin ich zu faul.
Hm, ich weiß nicht genau, wie das mit dem Blühverhalten beim Disocactus ist, hab mir darum aber auch noch nie Gedanken gemacht. In seinem Falle sind die Beeren ohnehin nur ein Bonus, bei richtiger Haltung und ruhiger Gewöhnung an Sonne färbt er sich rot und ist somit eh ein Blickfang. Mein Neuer hatte den Vorteil, daß er seit dem Spätsommer unter Glas in der Sonne hing und somit relativ gut durchgefärbt ist. Darum kommt er auch jetzt ins Südfenster, um die Farbe zu erhalten.
Aber hm, die Sache mit den Blüten interessiert mich jetzt…
Höchstwahrscheinlich kommen wirklich nur an neuen Gliedern Blüten, so wie am Weihnachtskaktus ja auch.
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