Rucola-Greiskraut-Panik
Was denkt Ihr eigentlich über die Rucola-Greiskraut-Panik im Moment?
In einer Rucola-Verpackung im Discounter Plus war ja wohl ein (?) giftiges Blatt des Gemeinen Greiskraut (Senecio vulgaris) (ruft Leberschäden hervor) gefunden worden, worauf eine großangelegte Rucola-Rückrufaktion startet. Die Pfälzer Rucola-Bauern sitzen seitdem auf ihren Feldern, verdienen nix, und die Ernte kann wegen Unverkäuflichkeit verrotten. Mir tun sie leid!
Ich finde es logisch und verständlich, das sich das Greiskraut potenziell unter Rucola-Pflanzen mischen kann, und das vermutlich zunehmend. Immerhin ist es eine Ruderalpflanze, die sich selbst auf verödeten Flächen ansiedelt. Hier in der Umgebung von Königstädten steht sie mittlerweile hundertfach auf den stillgelegten, früher landwirtschaftlich genutzten Flächen, und das Ödland wächst nunmal vielerorts. Brüssel sei Dank … Es ist eine häufige und einheimische Pflanze. Und sieht Rucola-Blätter sehr ähnlich.
Trotzdem ist es doch nicht der Weisheit letzter Schluss, dass eine komplette Gesellschaft in Panik ein Lebensmittel wie den Rucola meidet!
Ich habe gelesen, dass das Vorkommen im Rucola eventuell dadurch bedingt sein könnte, dass bestimmte Herbizide, die dieses vernichten, nicht mehr zugelassen sind. Das wär natürlich dann doof, Bio hin oder her. Politische Forderungen nach einer Meldepflicht klingen für meine Ohren schon aufgrund des häufigen Vorkommens der Pflanze nicht gangbar.
Lösung habe ich aber auch keine, außer sich besser auskennen zu lernen. Industrielle Lebensmittelproduktion hat uns so dumm gemacht, dass viele nicht mal mehr wissen, wie Pflanzen leben und angebaut werden, geschweige denn, wie sie heißen, oder wie auch nur eine Kartoffelpflanze eigentlich aussieht. So lange sie fertig in der Kühltheke liegen, braucht man das ja auch nicht. Nahrungsproduktion hat früher zum Leben gehört, ebenso wie das Wissen über Giftpflanzen. Der Verlust dieses Wissens macht es wohl erst möglich, dass bei ein paar giftigen Blättern eine Massenpanik ausbricht, bzw. gezielt durch die Berichterstattung gefördert wird.
Verständnis für die Situation habe ich. Leider. Da draußen wachsen neben dem Greiskraut so verdammt viele giftige Sachen und eingeschleppte Neophythen wie Herkulesstaude, Indisches Springkraut, Goldrute etc., ganz zu schweigen von den tierischen eingeschleppten Plagen wie Citrusbockkäfer, Buchsbaumzünsler, etc. etc. etc. die unsere natürliche Umgebung nachhaltig und für immer verändern. Kein Hahn krät normalerweise danach. Man marschiert an Giftigem und / oder invasiven Pflanzen, die es früher so gar nicht gab, achtlos vorbei, oder holt sie sich auch noch “trotzdem” in den Garten. Weil sie so hübsch sind. Globale Landwirtschaft und Pflanzenverschickung, Urlaubsmitbringsel und Trendpflanzen-Import sei Dank. Dagegen scheinen mir paar Greiskraut-Blätter eine harmlose Kleinigkeit. Und das alles ist Mensch-gemacht.
Bedenkenlos essen kann man jedenfalls anscheinend wirklich nur noch, was man selbst gesät hat, und Rucola lässt sich leicht im Garten anbauen. Glücklicherweise. In Garten 2 habe ich mir den selbst gesäten Rucola jedenfalls dieses Jahr schon schmecken lassen. Der Trend geht sowieso aus noch ganz anderen Gründen wieder zur lokalen Eigenproduktion. Da drüber habe ich Spannendes gehört, und will ich auch mal schreiben demnächst.
Noch ne kurze Anmerkung: Was mir in Deutschland zur Zeit dermaßen stinkt, ist die abgrundtiefe Sensations- und Panik-Pusherei durch die Medien. Wenn man paar Wochen in den Niederlanden ist, und niederländische Medien gesehen hat, und danach mal einen Abend deutsche Nachrichtensendungen sieht, merkt man den Unterschied erst so richtig: Hier gibt es grundsätzlich nur schlechte Meldungen am Stück, Katastrophen, Arbeitsplatzverlustmeldungen, Konkurse, Gewalt, Naturkatastrophen, politisches Theater und alles, was sonst noch negativ ist. Das ist mittlerweile so unerträglich, dass ich dankend verzichte. Anderswo ist auch Wirtschaftskrise, Schweinegrippe & Co. Anderswo ist man aber bemüht, mit der Situation gelegentlich auch mal konstruktiv umzugehen, und scheint es auch so, als ob gelegentlich mal was Positives dabei rauskommt oder vorangeht. Hier ist nur Lähmung nach meiner Wahrnehmung. Armes Deutschland!
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21 Kommentare bisher
KommentierenHallo, eine Meldepflicht zum Greiskraut halte ich auch für übertrieben. Was will man dadurch erreichen? Eine Verbreitung des Greiskrautes wird man dadurch nicht vermeiden können, man bewirkt nur, dass ohnehin geschädigte Landwirte auch noch bürokratischen Aufwand haben. Gruß Christina
Kann Christina nur beipflichten. Klar, es sollte sich kein giftiges Blättchen in die Gemüseabteilung verirren, und diese Rückholaktion musste wohl auch sein um die Kunden zu beruhigen, aber trotzdem… wie viele kaufen Pilze ohne einen Schimmer davon zu haben ob einer der gekauften Pilze einen giftigen Zwilling hat oder nicht?
Na ja, ich dachte auch zuerst: Sommerlochgeschichte. Ich hab aber gerade noch mal nachgelesen. Es muss wohl ein erheblicher Anteil Greiskraut im Salat gewesen sein, so dass mehrere Milligramm Gift darin enthalten waren. Da ist eine Rückrufaktion vielleicht gerechtfertigt.
Aber von Meldepflicht o. Ä. halte ich gar nichts. Ich konnte bisher auch nicht rausfinden, was denn überhaupt passiert, wenn man ein Blatt Greiskraut mitisst. Und wie schmeckt das Zeug überhaupt? Vielleicht ist es ja ohnehin ungenießbar, so dass man es automatisch aussortiert beim essen.
Ich schwanke mit meiner Meinung! Einerseits stimme ich Dir zu, dass die allgemeine Panik vor Schweinegrippe, Gewalt und Terror inzwischen den Boden der Tatsachen völlig verlassen hat. Andererseits war ich doch etwas beunruhigt, als ich letztes Jahr das erste Jakobskreuzkraut auf unserer Pferdeweide entdeckt habe – Pferde reagieren auf das Gift angeblich besonders empfindlich.
Aber auch die Aussicht, dass “kleinere Mengen” meine Leber dauerhaft schädigen, veranlasst mich im Moment nicht gerade dazu, in der Pizzeria eine Rucola-Pizza zu bestellen. Ich denke, die Rucola-Bauern müssen jetzt sehr schnell verlässlich sicherstellen, dass es nicht mehr zu solchen Verunreinigungen kommt, dann ist das Thema auch ganz schnell wieder vom Tisch.
Für uns Hobbygärtner ist das ja sowieso nicht so das Problem, wie Du schon sagst, die Rauke lässt sich sehr leicht im Garten anbauen und da kann man sie kaum mit dem Jakobskreuzkraut verwechseln.
Ich kann Euch ein bisschen beruhigen. Es gibt einen Bericht dazu auf der Homepage des Deutschlandfunks. Dort wird erklärt, dass Greiskraut bitter schmeckt. Man würde es also sofort merken.
Zitat: “Greiskraut schmeckt nicht nussig wie Rucola, sondern so bitter, dass der Salatesser es unwillkürlich ausspucken würde, pflichten Agrarexperten dieser Annahme bei. Die Blätter sind ähnlich gezackt wie Rucola, aber insgesamt ist das giftige Greiskraut dicker und gedrungener, anders als die Rucola-Blätter hat es immer einen Stängel.”
Weiter unten heißt es: “Sollte doch mal ein Blättchen Greiskraut die Kehle runterrutschen, würde das nicht gleich einen schweren Leberschaden auslösen, geben Experten zu, dürfen das aber nicht laut sagen.”
Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1018172/
ich kann das eigentlich ganz gut verstehen, als Verbraucher verlasse ich mich auf den Produzent/Verkäufer, und ich will keinen Salat kaufen um dann vergiftet zu werden. einerseits ist es ja Blödsinn das diese Bauern auf ihrer vollkommen in Ordnung ernte sitzen, doch andererseits muss man auch auf den Schutz der Verbraucher achten.
Ich hab mal meinen Mann gefragt, der betreut Kunden im Obst- und Gemüsegroßhandel, hauptsächlich Restaurants und große Kantinen. Er meinte, er hätte absolut keinen Rückgang beim Verkauf von Rucola gehabt. Wahrscheinlich verlassen sich die Leute, wenn sie essen gehen darauf, dass die falschen Kräutlein vom Koch sicher aussortiert werden.
der verbraucher heutzutage ist wenig informiert und weiß garnicht mehr was da im garten wachsen und gegessen werden kann – es wird schöner duetscher rasen gezüchtet, scheinzypressen und omorikafichten zieren den rand. wer weiß schon wie gemüse als pflanze aussieht bevor geerntet wird. daher weiß auch keiner von den kleinen unterschieden und muß sich auf andere verlassen. daher ist die angst der unwissenden größer. Sollten wir nicht lieber mehr mit der Natur leben und die Medien Medien sein lassen. Wir lassen auch viel zu viel Panikmache zu !
Hey, danke für Eure bereits zahlreichen Kommentare. :-)
Nochmal etwas zugegeben unsachliche Ironie zur Meldepflicht: Einheimische Pflanzen melden wäre wirklich lustig. Jeder Bauer, der ein Gänseblümchen auf dem Acker findet, hebe den Arm. Variante B: Einrichtung einer staatlichen Prüfungsstelle, die maschinell produzierte Blätter per Hand durchsieht, bevor sie an den Verbraucher geraten. :-)
Heiner, ich schwanke mit meiner Meinung ja auch. Würde auch ungern nen Leberschaden riskieren, und den wünsche ich Deinen Pferden natürlich auch nicht. Mir behagt das ganze landwirtschaftliche Geproduziere nicht. Die Preise werden von den Billigläden vorgegeben, und sie entscheiden über Wohl und Wehe der Produzenten. So auch in diesem Fall. Vielen Bauern steht das Wasser bis zum Hals, die Produktionsmethoden müssen aus Effizienzgründen hoch-maschinell und massenhaft sein, weil Lebensmittel anders nicht mehr wirtschaftlich zum Dumpingpreis produzierbar sind. Dann fällt, wie in diesem Fall im obigen verlinkten Bericht vermutet, ein Herbizid weg, und die arme durch die “Industrialisierung” verschuldete Sau von Bauer, die ihre Erntemethoden kaum plötzlich durch Handarbeit ersetzen kann, hat den Salat. Wenn er nämlich jetzt als nächstes irgendein hoffentlich wirksames anderes Herbizid über seinen Acker leert, wird aus Konsumentensicht dann gleich wieder die Belastung der Lebensmittel zu seinem Problem. Der Handel grinst sich derweil einen, schraubt die Preise runter, und storniert. Portokasse. Nie waren Lebensmittel so billig wie heute. Das ist eine Errungenschaft für die wachsenden ärmeren Teile unserer Bevölkerung, keine Frage. Nur: Wohin soll das alles führen?
Gut zu wissen, Bianca, dass man das geschmacklich schon mal sehr deutlich erkennt. :-)
Archie, prima, dass Du die Verbraucherrolle einnimmst. Mal eine hypothetische Frage an Dich:
Was wäre Dir lieber?
1. Die Möglichkeit, dass in der 1,99 Cent-Schale Rucola ab und an ein falsches, schlecht schmeckendes Blatt dabei ist?
2. Die 1,99 Cent-Schale Rucola ohne “Kontaminierung”, dafür höher herbizidbelastet
3. Die Schale Rucola zu 6,99 in “Bio” handgepflückt ohne “Greiskraut-Kontaminierung”
Das in der Berichterstattung verwendete Wort “Kontaminierung” hat mich fast am meisten aufgeregt. Hat so einen Beigeschmack von Radioaktivität. Man kann´s verbal auf alle Fälle übertreiben.
Danke auch Kinder-gärtnerin, das ist ja schomma gut zu hören.
Michael, wie sollen wir das denn machen, mit der Natur leben? Ganz ernst gemeinte Frage! Die paar “Öko”-Deppen, die was auf Gefahrenabwehr geben, und Pflanzen, die unsere Natur bedrohen, in ihrer Freizeit ehrenamtlich entfernen, packen das alleine nicht. Hätten die Grünen früher nicht so viel gestrickt, wäre so eine extrem nützliche Tätigkeit vielleicht gesellschaftlich angesehener. Oh je, jetzt krieg ich sicher Kloppe von meiner parteigrünen Freundin, wenn die das liest. :-)))
Tja, so wird aus einer Frage nach einem falschen Blatt im Salat schnell eine Grundsatzdiskussion. Allerdings zu einer Luxusdebatte. Denn wir müssen uns darüber im Klaren sein: Mit Bio-Produktion wäre die Weltbevölkerung nicht satt zu kriegen (das schaffen wir ja noch nicht mal mit der industriellen Produktion adäquat).
Gerade deshalb stehe ich auf dem Standpunkt, dass wir als Bewohner eines reichen Landes soweit es geht (und es finanziell möglich ist – denn täglich 6,99 für einen Salat kann ja auch bei uns nicht jeder ausgeben) zu regional angebauten und qualitativ hochwertigen Produkten greifen sollten. Ich finde es gerade den Menschen gegenüber, die keine ausreichenden Nahrungsmittel zur Verfügung haben, zynisch, wenn Leute, die sich gute Lebensmittel leisten könnten, beim Lebensmitteleinkauf nur Billigware nehmen. Und mit “gute Lebensmittel” meine ich nicht unbedingt nur Bio (unser Leib-und-Magen-Bauer z. B. baut im Prinzip nach Bio-Standard an, mag aber das Geld für die Zertifizierung nicht ausgeben).
Vielleicht ist so ein Greiskraut im Rucola ja ein Anlass dafür, dass ein paar Leute sich Gedanken über die Herkunft ihres Essens machen. Die Fleisch-Skandale reichen dafür ja offenbar nicht aus. Das Thema muss anscheinend immer mal wieder aufgefrischt werden.
Auch wenn ich die Debatte über den heimtückischen Angriff des Greiskrauts auf die Gesundheit unseres Landes immer noch für übertrieben halte, hätte sie dann wenigstens ein Gutes.
Heiße Diskussion!
Ich finde schon, dass man vom Verbraucher erwarten kann, dass er seinen Rucolasalat beim Waschen nochmal genauer anschaut, gerade bei Rucola sind doch häufig ein paar Blättchen anderer Pflanzen drin. Wem das zu viel ist, der kann ja Gewächshaus-Eisbergsalat gewachsen auf Nährlösung, knackig und geschmacksfrei in Plastik verpackt garantiert laus- und schneckenfrei essen.
Klar hat auch der Verkäufer, in dem Fall der Discounter eine gewisse Verpflichtung ordenrliche Ware anzubieten, aber der Menschenverstand sollte nicht beim Einkauf, bei der Zubereitung oder dem Essen ausgeschaltet werden.
Ich finde das ist unnötige Panikmache. Viel schlimmer finde ich, dass uns in der Gastronomie falscher Käse und Schinken untergejubelt wird, Stichwort Analogkäse.
Es wäre wünschenswert, wenn solche gehypten Skandale zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Nahrungsmitteln auf allen Seiten führen würden, aber ganz ehrlich – billig, will ich – scheint doch allzuoft das ausschlaggebende Kaufkriterium zu sein und zwar gerade auch bei denen, die es sich leisten könnten. Eigenständiges Denken Fehlanzeige, das ekelt mich an.
An sich folge ich Deiner Argumentation völlig, Bianca, und auch Schnick Schnack Schnuck geht ja in die gleiche Richtung.
Leider ist das “ich greife freiwillig tiefer in die Tasche aus Solidarität zu anderen, die weniger Geld haben”-Verhalten glaube ich eine wünschenswerte, aber absolut unrealistische Illusion. So viel Altruismus wird man dem Menschlein wohl extrem selten entlocken, zumal Geld in der Regel ein knappes Gut ist. Beim einen mehr, beim anderen weniger. Regional Produziertes vom Erzeuger, bei dem man weiß, was er tut, kaufen finde ich jedenfalls gut.
Analogkäse ist ja auch so´n Ding, Hinterhofgärtner, da stimme ich Dir völlig zu. Bin aber sicher, dass der nicht vielleicht zu Leberschäden führt und daher weniger Aufregung verursacht. Wenn man nicht vermeintlich sofort tot umfällt von so was, regt das wahrscheinlich keinen so richtig auf. Nicht “gefährlich” genug. :-(
1. Wasche ich den Salat immer nochmal genauer und die Main-Spitze hat die Unterschiede relativ früh erläutert.
2. Ich kaufe meine Gemüse ausschließlich beim Biobauern, der selbst anbaut. Dort wird Rucola von Hand geerntet und da ist auch kein Unkraut dazwischen. Und ich habe noch nie 6.99 Euro für den Rucola bezahlt.
Was kostet so was da, Kaffeebohne? Tät mich interessieren. 6,99 war natürlich rein hypothetisch gewählt.
waswaswas, ausgerechnet heute hab ich beim aufräumen und ausmisten den wilden rucola irgendwo dazwischen entdeckt, den ich schon abgeschrieben hatte, weil er wochenlang nicht voran kam.
und natürlich zum Bratei gefuttert.. war auch sehr lecker.
von plus war der nicht, von kiepenkerl, glaub ich.
aber als ich grad die ersten Zeilen las, fing wirklich mein Herz an zu rasen.
sah aber alles nach Rucola aus, wobei ich den wilden bisher noch nicht gesehen hatte. auf der Samentüte sah er zumindest so aus.
soviel zur Panikmache, liebe Gärtnerin ;)))
Na das halte ich auch eher für unwahrscheinlich, dass sich da ausgerechnet das richtige falsche Pflänzlein zwischen Deine Samen auf den Balkon verirrt, Zimtspinne. :-)
Und wie gesagt: Das Greiskraut schmeckt atzebitter, das hättest Du gemerkt, Zimtspinne!
Ich halte das ganze auch für übertrieben, so wie vieles andere auch (Bakterien in der Toilette? Oh Schreck, her mit dem Desinfektionsmittel! Ein Handwerker läßt im Gang vorm Büro mal eine Tube Montagekleber offen liegen? Die Kollegen fallen reihenweise in Ohnmacht! Und so weiter und so fort). Allerdings kaufe ich meinen Rucola auch nicht in der Schale beim Dicounter sondern lose beim Gemüsehändler meines Vertrauens. Für 1,50 Euro bekommt man da derzeit eine große Schüssel voll schöner, deutlich erkennbarer Blätter. Man sieht beim Putzen schon, wenn etwas dabei ist, was kein Rucola ist. Kommt immer wieder vor, aber Geiskraut war noch nie dabei. Meine Meinung ist, dass man auch als Verbraucher die Pflicht hat, Lebensmittel sorgfältig auszuwählen und seine Nahrung sorgsam zuzubereiten. Tut man das, kann man Risiken schon mal reduzieren – reduzieren, nicht ausschalten, absolute Sicherheit gibt es im Leben nicht. Und bevor der Einwand kommt: Ich bin auch nicht Krösus und habe einen Vollzeitjob neben Haus und Hof. Geht trotzdem. Das ist eine Fragen der Prioritätensetzung.
Hallo Gärtnerin, ich war heute morgen wieder einkaufen und habe beim Biobauern nachgefragt. Sie verkaufen Rucola, eigener Anbau, handgeerntet das Bund zur Zeit für 1 Euro (in Worten: einen). Wir haben den Bund dann gewogen und er wog: 200 g. (ich war danach bei Tengelmann: ital. Rucola 125 g Euro 1,39). Ich kaufe zur Zeit lieber Tomaten. Dort kosten Biotomaten aus eingenem Anbau Euro 2,90/Kg. Ich hatte letztens welche von Tengelmann, konventionell, Roma-Tomaten 500 g 1,79 Euro und von den 5 im Schälchen waren 4 Stück schimmlig.
Es lohnt sich schon direkt beim Landwirt einzukaufen. Wenn es stimmt, dass der Handel die Hälfe des Preises einsteckt, dann kann der Direktvertrieb günstiger anbieten. Außerdem fällt der ganze Verpackungsmüll weg, denn ich gehe mit Marktkorb einkaufen. Es gibt halt im Winter keine Erdbeeren, es gibt auch selten exotische Früchte und auch keine Zuckererbsen aus Vietnam.
Liebe Grüße Katja
Sehr cool, Kaffeebohne! Ich kaufe eigentlich nie Rucola, deswegen hat´s mich interessiert. Tomaten-Überschuss im Garten (Nr. 2) immo, aber auch den Tomatenpreis find ich klasse. Du hast den best-gangbaren Ausweg präsentiert, wie mir scheint.
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