Gärtnerin · 16. September 2009, 14:31

Ruiltuin Lelystad – Wij zijn open!

Ruiltuin – openingstijden:

Lelystedelingen, let op: Ruiltuin Lelystad is vanaf 24. mart weer open. Plantjes inleveren en ruilen mogelijk op dinsdag 14-16 uur en woensdag 10-12 uur of naar afspraak met wijkpost.

ruiltuin lelystad 2

So, hier jetzt zum neuen Garten-Projekt. In der Tat, wie Sus schon geraten hat: Garten 3! :-))))

Ich bin zwar, was Gärten betrifft recht possessiv, aber in diesem Fall ist es nicht ganz meiner, sondern einer für alle. Erst mal ein paar Erläuterungen, was ein “Ruiltuin” bzw. DER (bisher einzige) “Ruiltuin” überhaupt ist. Und das kam so: In einem Wohnviertel in Lelystad hat eine Bewohnerin gefragt, weil sie so viele überzählige Pflanzen aus ihrem eingewachsenen Garten immer wieder wegschmeißen muss, ob sie die nicht in die öffentlichen Beete dazu packen kann. Nö. Aber es wurde überlegt, und ein Flecken Erde an einer Grundschule gefunden, das für die Anlage eines zunächst als Erholungsgarten für alle geplanten Gartens taugt. Und zu der Idee, mit diesen überzähligen Second-Hand-Pflanzen etwas Sinnvolles anzustellen, statt sie dem Kompost zu überantworten, kam die Idee des Tauschens. Und so wurde ein Tauschgarten aus dem Garten, initiiert aus Ideen der Bewohner dieses Viertels. “Ruilen” heißt nämlich Tauschen. Und “tuin” heißt Garten. Also Tauschgarten. Hässlich nur für mich als Deutsche, dass da der Paniklaut “ui” gleich zweimal hintereinander kommt. Mogele mich aussprachlich so durch mit so was zwischen “raöltaön” und “röiltöin”. :-))))))

Jedenfalls kann jeder seine überzähligen Pflanzen bringen, und die, die er findet, und haben möchte, wieder mitnehmen (bisher: Stauden, Sträucher und Bäume, Bodendecker, Fruchtgehölze. Demnächst kriegen wir wahrscheinlich ne Menge Erdbeeren).

Na ja also gut, jetzt wisst Ihr, was das für ein Garten ist, der “Garten 3″. Historie: Sehr kurz beschrieben: Eröffnet im November 2008 (Zeitungsartikel), als gerade ein Kongress von Gemeinde-Menschen zum Thema Bewohnerinitiativen und so was in Lelystad stattfand. Zunächst sollten Schüler einer Schule, die u.a. im grünen Bereich Leute ausbildet, das Projekt übernehmen. Das hat nicht so ganz gut geklappt, weil die Schüler mit der entsprechenden fachlichen Ausrichtung weniger als eine Handvoll waren, und das Projekt einfach groß ist. Der Garten hatte dann dieses Jahr nur sporadisch offen, und schließlich war er dauerhaft geschlossen. Schade! Zumal es der erste und einzige Ruiltuin in den gesamten Niederlanden ist.

Irgendwann im Sommer wurde beschlossen, den Garten fortan in die Hände von erwachsenen Freiwilligen zu legen, damit er wieder geöffnet werden kann, und zuverlässig geöffnet bleibt. Ja nun, und das habe ich in der Zeitung gelesen, am gleichen Wochenende noch den Garten von draußen in Augenschein genommen, mich in das schöne Projekt verliebt, in der Woche darauf vorgesprochen, und dann auf das erste Freiwilligentreffen gewartet. Und das war letzte Woche. 8 Freiwillige, darunter 7 Frauen und ein Mann, haben sich bisher gefunden, und wir waren uns schnell einig, den Garten jetzt zur Pflanzzeit schnellstens aufmachen zu wollen. Und seit gestern ist der Ruiltuin auch wieder offen. Aktuelle Öffnungszeiten:

Dienstag nachmittag und Mittwoch vormittag, sowie nach Vereinbarung.

Nächsten Sommer mehr als zwei Tage. Eine der Freiwilligen kann z.B. unter der Woche nicht, so dass sie sich für den Samstag zur Verfügung gestellt hat. Dienstag und Mittwoch gehe ich ab sofort da hin buddeln, wenn ich in NL bin. Supernette Mitgärtner-Kontakte, die mich außerdem bei der Verbesserung meines immer noch nicht so tollen Niederländisch sicher weiter bringen.

Wir haben am Di begonnen, den Garten in unsere Besitz zu nehmen. Die grünen Herren vom gemeindlichen Gartenbau haben supernetter Weise am Montag mal die Gartenfräse angesetzt, um die großen, überwiegend noch nicht mit Pflanzen versehenen Flächen aufs Gröbste von Unkraut zu roden. Frisch gefräst, der ehemalige Educatieve Schooltuin (Schulgarten der anliegenden Schule, der an eine andere Stelle im Garten, nämlich näher an die Schule, verlegt wurde): Da können Tauschpflanzen hin!

ruiltuin schooltuin

Da, wo Pflanzen im Ruiltuin stehen, wurde allerdings nicht gefräst, so dass wir jetzt, wo noch kaum einer kommt (Es muss erst wieder über die Zeitung die Werbetrommel gerührt werden, damit bekannt wird, dass da wieder Aktivität herrscht), erst mal die Beete vom Überwuchs befreien, damit man die Tauschpflanzen auch sehen kann.

ruiltuin heesters

Tagesleistung gestern: An der zentral gelegenen Dachplatane mit Bank auf dem runden, mit Spalieren umgebenen Platz in der Gartenmitte …

ruiltuin educative schoooltuin

Unkraut zwischen Bodendeckerrosen gerodet, sowie das Beet für Großstauden von Bewuchs befreit (winterharte Stauden = “vaste planten”):

ruiltuin vaste planten

Die Tausch-Stauden sind nach Höhen gestaffelt in verschiedenen Beeten untergebracht. Es warten bereits einige Schätzchen wie Sonnenhüte, Fackellilie, Taglilien und große Fetthennen auf neue Besitzer:

ruiltuin lelystad

ruiltuin planten

Tagesleistung heute: 1/3 des Unkrauts im Sträucher- und Bäume-Beet gerodet. Dort sieht es besonders wüst aus:

ruiltuin heesters 2

Das Beet für Sträucher ist außerdem zu klein. Wir werden das wohl ändern, und die nächste Ecke, zur Zeit beschriftet mit Bodendecker, aber völlig leer, dazu nehmen.

Für mehr Gartenarbeits-Zufriedenheit habe ich ein Vorher- und ein Nachher-Bild gemacht. ;-)

sierheesters
sierheesters ruiltuin

Ich war echt überrascht, über wie viele Sträucher der Ruiltuin verfügt! Was da raus kam! Das konnte man erst hinterher sehen, u.a. dass fünf immergrüne Kissenschneeball-Pflanzen zwischen den Unkräutern saßen. Fünf Sträucher-Leichen sind jetzt auch raus, aber fürs nächste Mal noch jede Menge übrig zu tun in der Ecke. An Pflanzen ist da so gut wie alles dabei: Sommerflieder, Weigelien, Hibiskus, Liebesperlenstrauch, Euonymus, Heckenkirsche, Hortensien, (Zwei habe ich eingetauscht gegen Buphtalmum, eine Hosta und einen Cornus. Sie werden in Garten 2 die künftige Hortensienhecke bereichern.) und und und…. Einige Sträucher müssen demnächst, wenn man wieder überall dran kommt, mal einen fachgerechten Schnitt kriegen, weil sie überaltert, und deswegen zur Zeit nicht so attraktiv sind. Aber die werden dann auch wieder. :-)

Der Komposthaufen ist jedenfalls zur Zeit unsere erste Anlaufstelle:

komposthaufen

Und die Nachbarn im Streichelzoo nebenan schauen interessiert zu. :-)

nachbarn

Der Ruiltuin-Eingang wieder mit offenem Tor:

ruiltuin

Mögen ganz viele Gärtner durch diese Pforten kommen! Ich bin gespannt! Selbst wenn niemand käme, wovon nicht auszugehen ist, macht die Zusammenarbeit mit meinen Mitstreitern auch schon tierischen Spaß. :-)

So weit das Projekt und die Ereignisse der vergangenen Tage. Werde wohl in Zukunft das eine oder andere Erlebnis von dort berichten. Ich glaube ja eher nicht, dass jemand aus Deutschland den Weg zu uns findet, aber falls doch, lasst es mich wissen.

Ach ja, wie findet Ihr das, und was denkt Ihr so dazu?
Vielleicht gibt´s ja Inspirationen aus der Heimat…
Updates:
Neues aus dem Tauschgarten
Tauschgarten-Meeting

eingewurzelt unter: Gartenbesichtigung

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Bodenfrost-Gefahr, Lingzhi und Mysticnature-Pilze, Pilze



15 Kommentare bisher

Kommentieren
Murksel, 16. September 2009, 17:11

Das ist ja eine schöne Idee!

So was hätte ich auch gerne in Deutschland…
LG
Murksel

Ralf aus Dreieich, 16. September 2009, 17:44

Hi Steffi, großartiges Projekt!!
Keine Ahnung wann, aber irgendwann komme ich garantiert mal vorbei.
Als Student soll man ja viel Zeit haben ;-)
Ner Frittenbude mit Fleischkroketten fehlt noch und dann ist “die Welt im Döschen”.
Liebe Grüße Ralf

Sonnenblume, 16. September 2009, 20:48

Super Idee! Das ist ja an und für sich ein Asyl für Pflanzen!
Aber was sagen denn die niederländischen Gärtner zu dieser Initiative? Denn mit diesem Projekt gehen ihnen ja potentielle Kunden verloren… ;-))
Ich würde sehr gerne mal vorbeikommen, liebe Gärtnerin, aber es ist doch etwas zu weit weg! Obwohl…, wie weit ist Lelystad von Amsterdam entfernt??

Gärtnerin, 16. September 2009, 21:07

Frikandeln-Buden wären auch ausreichend vorhanden. :-)

Gärtnerin, 16. September 2009, 21:10

Ja, genau. Das Asyl, wie es mir immer schon vorschwebte. Leider nix für Nicht-Winterharte.Keine Ahnung, was die Gärtner dazu sagen. Bis jetzt hat das jedenfalls “Ausmaße”, die auf den Topfpflanzen-Handel weniger Auswirkungen haben als eine der Pflanzenbörsen in D, die ich kenne. ;-)

Lelystad liegt nah an Amsterdam. Ungefähr 40 km nordöstlich. Kommdoch, kommdoch! :-)))

Betula, 16. September 2009, 21:25

Wirklich eine tolle Idee! Mir blutet immer das Herz, wenn ich gesunde Pflanzen aus Platzmangel entsorgen muss. Das mit dem Weiterschenken klappt halt nicht immer. Bin erst dieses Frühjahr mit einigen Schwertlilien “hausieren” gewesen und letztendlich mussten sie dann doch auf den Kompost, weil keiner sie brauchen konnte :-(

Sonnenblume, 17. September 2009, 15:08

Hi Gärtnerin!
Wenn es sich einrichten lässt, komme ich bei meinem nächsten Aufenthalt in Amsterdam auf einen Sprung in Lelystad vorbei. Ich hoffe nur, dass meine überschüssigen Pflanzen die weite Anreise, plus ein paar Tage Aufenthalt in A’dam einigermassen überstehen werden… ;-))

Uta, 17. September 2009, 17:43

Wer bezahlt die Sachkosten? Wasser, ev. Grundsteuer etc.?

Die Idee ist klasse!

Gärtnerin, 19. September 2009, 12:09

Echt, Sonnenblume? Würde mich freuen, wenn Du auf nen Kaffee-Garten-Quatsch vorbeikommst! Total! Was die Pflanzen betrifft: Mal langsam. Das ist ein Projekt der Gemeinde hier, und ich bin mir nicht so sicher, ob “Touristen” da Berücksichtigung finden können. Kann aber mal fragen. Ansonsten könnte das Projekt ja auch als Anregung für Ähnliches in D dienen.

Wer bezahlt die Sachkosten: Die Gemeinde. Wasser = Regenwasser, vom Dach des Schuppens gewonnen, fließt in zwei Wassertonnen. Ansonsten regnet es hier relativ viel. ;-)

piep, 23. September 2009, 23:05

Hi, Gärtnerin,
eine tolle Idee. Gefällt mir, denn mir tun die armen Pflanzen immer Leid, die ich aus Platzgründen entsorgen muss. Bei mir erfüllt der Bürgersteig vor dem Haus immer die Ruiltuin-Funktion (mit Schild ‘zu verschenken’ darüber am Zaun), aber so ein Tauschgarten wäre natürlich viel besser. Man könnte gleich Ersatzpflanzen für den nicht vorhandenen Platz mitnehmen…
Wie muss man sich das denn konkret vorstellen – die Leute fahren mit ihren Schubkärrchen vor, ihr nehmt die Pflanzen in Empfang und grabt sie ein, oder macht das der Lieferant? Und muss der Abholer was dafür anliefern oder kann er auch einfach so was mitnehmen? Und ist Selbst-Ausgraben angesagt oder muss das jemand vom ‘Personal’ machen? Und wer gießt die Pflanzen jeden Tag? Habt ihr genug Leute, die da zuverlässig hingehen? Fragen über Fragen – ist aber auch ein super-interessantes Thema.

Gärtnerin, 24. September 2009, 08:56

Die Bürgersteig-Lösung ist superklasse, Piep! Daumen hoch!

Das Ganze ist zur Zeit vorrangig ein Stadtviertel-Projekt, also die Leute mit den Pflanzen kommen aus relativ nächster Nähe. Entweder kommen sie mit Tüten, einzelnen Töpfen oder eigener Schubkarre, oder, falls sie keine haben, haben wir auch zwei Leih-Schubkarren für den Transport da, die man verwenden kann. Wir nehmen die Pflanzen in Empfang, und graben sie ein. Oder: Wenn viel zu tun ist, und man nicht mehr nachkommt, sind wir froh, wenn die Leute selbst eingraben (Dann besprechen wir vorher, in welche Kompartiments die Pflanzen sollen, z.B. wegen der Höhenstaffelung bei Stauden) und Mitnehm-Pflanzen ausgraben. Zur Zeit ist der Tausch recht lose definiert. Es kommt vor, dass z.B. jemand eine ganze Karre voll Pflanzen gebracht hat, aber grad nix braucht, und dann später, z.B. im Frühling, was dafür holt. Niemand gießt die Pflanzen jeden Tag. Sie standen monatelang ohne Gießen mit nur Regen im geschlossenen Garten, und bis auf wenige Ausnahmen hat alles überlebt. Der Boden im Garten ist recht fruchtbar und gut, der Wasserspiegel nah der Erdoberfläche und Eingewachsenes kommt in der Regel durch. Immo gießen wir nur die Frisch-Gepflanzten, damit sie anwachsen können. Wir sind zur Zeit 3-4 Leute an jedem Tag. Könnten aber gut noch mehr Leute gebrauchen (ist ja auch mal jemand krank, oder Urlaub oder so), und hoffen, dass sich noch weitere Freiwillige melden.

Klaus, 27. Januar 2010, 15:49

Hallo Gärtnerin !
Ist das dein Garten Nr.2. Das ist ja ein rießiges
Gelände und mit sehr viel Arbeit verbunden.
Die Idee der Tauschbörse ist hier nicht neu.
Neu ist das sie fast ganzjährig stattfindet.
In unserer Nachbarstadt veranstaltet ein Garten-
verein, bisher nur einmal im Jahr, eine solche
durchführt. Dies wird auch in der Presse
bekanntgegeben und findet sehr regen Zuspruch.
Die Hobbygärtner bringen ihre Pflanzen mit und
tauschen, verschenken oder geben sie für einen
symbolischen Preis ab (Anwachsbonus).
Die nicht an den Mann oder Frau gebrachten Pflanzen nehmen sie wieder mit. Dies insbesondere
aus Platzgründen.
Auch ich kann aus Platzgründen nur von mir gezogene Pflanzen verschenken.
Um dem Beispiel der Nordlichter zu folgen bedarf
es einer guten Gärtnergemeinschaft und ein
Brachland innerhalb der Anlage.
Ich wünsche den Nordlichtern viel Erfolg bei der
Umsetzung dieser hervorragenden Idee.
Mit Sicherheit sind die anliegenden Gartenbau-
betriebe von dieser Idee nicht begeistert.
Auch ich hatte Kontrollen, ob ich Pflanzen
verkaufe. Auch ob ich Kaffee und Kuchen verkaufe
wurde überprüft, da ich ja keine Ausschank-
genehmigung habe. Oh diese Behörden !
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Ich schätze, daß es an der Zeit ist diesen Blog
wieder zu aktivieren.
Bald, hoffentlich, geht es mit der Vorbereitung
des Tages des offenen Gartens, im Garten, los.

Gärtnerin, 31. Januar 2010, 12:39

Cool, Klaus. Bitte gib Deine Tauschbörse-Termine doch unter der Pflanzenbörse-Pflanzenflohmarkt-Termin-Liste für 2010, die heute erscheint, für andere Garten-Freunde ein. So Listen mache ich seit Jahren jedes Jahr, weil in meiner Heimatregion auch viele Börsen stattfinden.

Klaus, 31. Januar 2010, 16:40

Hallo Gärtnerin !
Versprochen.!
Sobald ich die Termine für die Tauschbörse habe,
teile ich sie dir mit.
Ich freunde mich immer mehr damit an eine Tausch-
börse zum Tag des offenen Gartens anzubieten.
Vielleicht fällt mir dazu etwas ein oder hat
jemand schon Erfahrung wie man das in einem
relativ kleinen Garten realisieren kann.

Klaus, 05. Februar 2010, 09:38

Hallo Gärtnerin!
Auf Umwegen habe ich jetzt den Termin für den Tag des offenen Gartens bei uns in Ranis erfahren.
Es ist Sonntag der 30.05.2010.

Tauschbörsen finden in fast allen Kleingarten-
anlagen des Gebietes statt und werden in der örtlichen Presse bekanntgegeben.
Die Gesamtübersicht der O.G. findet man unter
Offene Gärten Thüringen.

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