Gärtnerin · 23. August 2009, 13:05

Dickmaulrüssler oder? Schädling immergrüne Pflanzen

Nachtrag: Mehr Fotos über vermeintliche Dickmaulrüssler und Räupchen, siehe unten.

Garten 1, unbekannter Schädling an einigen meiner immergrünen Pflanzen, soweit ich ohne Hitzeschwall von drinnen aus fotografieren konnte: Kleine Löcher in Blatträndern:

dickmaulrüssler löcher am blattrand

Buchtenfraß” kennt man ja vom Dickmaulrüssler, aber die Löcher in den Blättchen bei meine Pflanzen sind viel kleiner als von Dickmaurüsslern für gewöhnlich produzierte Fraßschäden. Zumindest soweit ich die erinnere, und angesichts der Tatsache, dass ich trotz gelegentlicher abendlicher/nächtlicher Beobachtung in all den Jahren nie einen gesehen habe. So blind kann ich doch eigentlich gar nicht sein, zumal Dickmaulrüssler nicht gerade winzig sind. Der “Schädling” ist auch schon mindestens drei Jahre im Garten. Er sorgt jedes Jahr für ausreichend Mini-Perforationen an meiner Heckenkirsche-Hecke rund um die Terrasse, und zwar vorzugsweise an den jungen Blättern. Da ich in Sachen alles gleich Bekämpfen nicht mehr übereifrig bin, habe ich gewähren lassen.

Die kleinen Löcher beeinträchtigen die Optik der Hecke nur, wenn man wirklich genau hinschaut. Beim Hecke schneiden habe ich die potenziellen “Täter” dann mal irgendwann leibhaftig in den Fingern gehabt: Sehr kleine bräunliche Räupchen, auf alle Fälle unter 1 cm lang, eher gen 0,5 cm lang. Keine Gespinste erkennbar, dafür die kleinen Räupchen zuhauf. Dieses Jahr ist erstmals nicht nur die Heckenkirsche, sondern sind auch sämtliche Spindelsträucher / Kletterspindelsträucher / Euonymus-Arten gelöchert. Rosen, Cotoneaster, Kirschlorbeer und Buchsbaum dagegen zeigen keinerlei Fraßspuren.

Kann mir jemand mal sagen, was das genau ist? Wer kennt den Löcher-Fresser? Ob und was ich dann tue, werde ich mal abwägen, wenn ich besser weiß, mit wem ich es zu tun habe.

Ich habe nochmal aus nächster Nähe Fotos von den Fraßschäden gemacht, und glaube nun, eventuell zwei verschiedene Schädlinge dafür verantwortlich machen zu können. An den Euonymus-Pflanzen sind die Buchtenfraß-Löcher am Blattrand eindeutig größer als an der Heckenkirsche. Der Befall ist besonders schlimm an den dieses Jahr neu gepflanzten Pflanzen. :-(

dickmaulrüssler buchtenfraß

Und hier Vergleichsfotos von gemutmaßtem Dickmaulrüssler-Buchtenfraß von “Piep”:

An Liguster:

dickmaulrüssler

An Euonymus:

dickmaulrüssler-buchtenfraß

An Bergenien:

bergenie dickmaulrüssler

Man sieht, dass die Viecher auch vor ledrigen Stauden-Blättern nicht Halt machen.
Ich denke nun, dass das doch recht sicher Dickmaulrüssler sind.

Leider keine Raupen-Bilder von der Heckenkirsche. Raupen-Zeit ist wohl vorbei dort. Beim Schnitt im Juni habe ich die Viecher aber immer gesehen. Die Fraßspuren an den kleinen Blättchen sind winzig, viel , viel kleiner, und eigentlich immer kreisrund:

dickmaulrüssler schädling an heckenkirsche

schädling dickmaulrüssler

Via Google habe ich als Schädling bisher nur Wanzen ausgemacht, aber die sorgen für verkrüppelte Blätter, und nicht für gelochte….

Hab ich nun zwei verschiedene, oder sind das auch Dickmaulrüssler, nur dass sie bei Heckenkirsche schneller merken, dass die nicht schmeckt?

Dickmaulrüssler-Bekämpfung wird jedenfalls vorerst schwierig bis unmöglich. Im trockenen Sandboden und in meiner immer wiederkehrenden Abwesenheit werden sich Nematoden im Boden kaum länger als drei Minuten am Leben halten lassen. :-(

Weiter lesen: Beitrag zu “Piep”s weißem Belag auf Euonymus
andere immergrüne Pflanzen im Garten

eingewurzelt unter: Gehölze,immergrün im Garten,Schadbilder

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Aloe Vera blühend, Efeutute, die Erste



8 Kommentare bisher

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piep, 20. August 2009, 22:21

Hallo, Gärtnerin,
dein Euonymus sieht haargenau aus wie meiner. Auch der hat seit drei, vier Jahren diese Löcher, auch ich dachte erst mal, lass sie doch, aber auch mir wird’s langsam zu viel, zumal die benachbarte Ligusterhecke die gleichen Symptome zeigt und langsam deutlich schwächelt. Inzwischen haben die Löcherfresser ihr Revier vom Hof in den Mittelgarten ausgedehnt und sich auch auf der Bergenie und ein paar anderen Pflanzen häuslich niedergelassen, und langsam muss ich wohl mal was unternehmen. Also war ich im Frühjahr mit einigen Blättern im Pflanzenschutzamt in Darmstadt, und die haben ohne Zögern Dickmaulrüssler diagnostiziert. Sie rieten mir zunächst zur biologischen Bekämpfung, das hatte ich im letzten Frühjahr aber schon ohne Erfolg probiert, woraufhin sie meinten, es gäbe inzwischen bereits Dickmaulrüssler, die resistent dagegen wären. Dann müsste ich halt doch Gift spritzen. Ich hab vor einiger Zeit auch tatsächlich welches gekauft, aber es widerstrebt mir so, dass ich mich noch nicht dazu aufraffen konnte, es tatsächlich auch auszubringen. Das Zeug steht noch da und wartet… Und jetzt kann’s auch noch ein bisschen länger warten, vielleicht kommen ja hier noch ein paar hilfreiche Tipps.
Ich hab übrigens trotz mehrfacher Suche bisher weder Dickmaulrüsslerkäfer noch Dickmaulrüsslerlarven noch die von dir beschriebenen Räupchen gefunden. Die Möglichkeit einer Fehldiagnose seitens des Pflanzenschutzamtes hab ich auch schon in Betracht gezogen (dann wären die Rüssler nicht resistent, sondern gar nicht vorhanden…), aber das hilft mir erst mal auch nicht weiter. Übrigens hat mein Euonymus nicht nur die Löcher, sondern inzwischen auch einen ganz merkwürdigen weißen Belag auf den Ästen, den ich auch keiner mir bekannten Krankheit bzw. keinem Schädling zuordnen kann. Deiner auch?

Bianca, 20. August 2009, 23:59

Das ist ja fast Gedankenübertragung. Ich hatte mich schon gewundert, dass hier niemand was über Dickmaulrüssler schreibt. Ich dachte schon, ich wäre die einzige mit dem Sch…dickmaulvielfraßkäfer! Hab heute überlegt, einen Artikel dazu zu schreiben, hatte nur die Kamera für Beweisfotos nicht zur Hand.

Ich hatte die Biester schon vor unserem Umzug auf dem Balkon(!) Hab damals alles mit Nematoden behandelt, auch im Folgejahr (die Viecher werden zwei Jahre alt, und die Käfer erwischt man mit den Nematoden nicht). Ich dachte, ich hätte jetzt Ruhe. Denkste: Die Fressmaschinen sind mit umgezogen! Jetzt hab ich sie im Hof.

Ich habe gestern mal wieder Nematoden bestellt (die letzte Packung im Juni hat hoffentlich nur deshalb nicht angeschlagen, weil die Erde zu trocken geworden ist. Auf resistente Schädlinge hab ich definitiv keine Lust).

Bei mir sind die Biester so dreist, sogar tagsüber rauszukommen. Vorgestern habe ich einen platt gemacht. Ich kann sonst keine Krabbler tothauen, aber wer meine Clematis auffrisst, hat in meinem Hof keine Existenzberechtigung mehr!!!

Kleine braune Raupen hört sich allerdings nicht nach Dickmaulrüssler an (die Larven sind ja ca. 1 cm lang, dick und weiß-gelblich). Vielleicht ist es eine andere Rüsselkäferart? Es gibt ja hunderte davon, und viele sind Schadinsekten. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass ein fremder Rüssler eingeschleppt worden ist, der sich jetzt an Euren Pflanzen vergreift.

Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich nach der übernächsten Nematodenschlacht Ruhe habe…

Gärtnerin, 21. August 2009, 00:11

Öha, Piep (siehste, klappt doch mitm Kommentieren ;-). Da haste ja schon ne Odyssee hinter Dir. Und Bianca auch. Sehr unerfreulich.

Weißer Belag auf Euonymus: Haben meine Pflanzen nicht, allerdings hatte ich im Frühling Stecklinge gemacht, die alle da dran zugrunde gegangen sind. Ich hab es profan für Mehltau gehalten, wenn auch zur falschen Jahreszeit, weil etwas früh eigentlich… Tippe jedenfalls auf was Pilzliches. Wünsche viel Erfolg bei der Dickmaulrüssler-Bekämpfung, Bianca.

Die Räupchen sind definitiv keine Dickmaulrüssler-Larven, denn die sind, soweit ich weiß, unterirdisch zugange, und sehen halt auch ganz anders aus. Wenn es morgen und übermorgen etwas kühler ist, gebe ich im Garten wieder mal richtig Gas, bevor die neue Hitzewelle kommt. Werde mal schauen, ob ich eventuell ein Räupchen-Foto nachreichen kann.

Rudi, 17. September 2009, 16:09

Hallo Leidensgenossen
Habe heute ein Stück abgestorbenen Rasen vor einer Ligusterhecke abgetragen und dabei hat mich fasst der Schlag getroffen. Etwar 3-5 cm unter der Grasnabe lag eine Larve neben der anderen. Muss ich jetzt meinen Garten kpl. mit Gegenmittel behandeln. Na dann viel Spass bei 800 qm.Bisher hatten sie sich nur in der untersten Schicht im Kompos versteckt.

Heike, 25. März 2010, 23:21

Diese Viecher haben im vergangenen Jahr mein Erdbeerbeet unsicher gemacht. Allerdings ist bei mir eher der Grün- Rüssler zu finden. Ich sammle die Käfer ständig ab und werde mir jetzt im Mai auf einen Tipp hin Nematoden kaufen und es damit versuchen, sie los zu werden.

antonia, 26. Juni 2010, 11:55

Was Nematon???
Ich benutze schon seit Jahren gegen alles was so meine Planzen abfrißt(außer Schnecken)Orovado 5 Wg
und fahre gut damit,von einfachen Läusen bis Lilienhörnchen.
Antonia

Marion Bauch, 23. Juli 2011, 12:20

Tolle Bilder und Erklärungen. Ich bin hier in Frankreich und habe den Mini-Garten meiner Tochter etwas bearbeitet. Da bin ich auf die ausgefransten Blätter an allen Hecken und sogar Lavendel gestoßen. Wie ich weiter fortfahre, weiß ich nicht, denn die neuen Büsche sind ja wohl auch in Gefahr. Erst mal schauen-Nematoden werde ich hier nicht bestellen können-bei meinem schlechten französisch!
Der Boden ist übrigens sehr lehmig und steinig. Ein Nest der Larven hab ich noch nicht entdeckt…

elisabeth, 13. März 2012, 15:26

Also Dickmaulrüssler und Larven dazu habe ich auch. Der Rüssler ist nachtaktiv.Ich habe das Problem-meine Alpenveilchentöpfe stehen im Sommer draußen im Schatten und werden von den Rüsslern besucht und somit habe ich sie auch in allen meinen Kübelpflazen.Meine Alpenv.-blüten und Blätter sind angeknabbert und liegen schlapp.Die Pflanze läßt sich dann leicht hochziehen. Und dann sehe ich eine angeknabberte Knolle und die weißen Larven. Ja ich weiß nicht, Bio? Ich liebe Bio und ich bin Bio.Aber bei diesen Tieren gibt es kein Bio.Vielleicht kennen sie es einfach nicht.Ich habe einen großen Garten und kann wohl mit ihnen auch leben.Man muß sich entscheiden ob man sich von anfälligen Pflanzen trennt.Meine Alpenveilchen kammen mit Topf unwiederruflich in den Hausmüll, den über den Kompost geht es ihnen richtig gut.

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