Tolmiea menziesii – Henne mit Küken
Eine Tolmiea menziesii hatte ich in Vor-Gartenblog-Zeiten mal. Eine ganz tolle Zimmerpflanze ist, das, vor allem für Zimmerpflanzen-Vermehrungswillige. Ist lange her, aber die Pflanze hat mir aufgrund ihrer Wüchsigkeit und leichten Vermehrung, die irgendwie ganz besonders ist, schon viel Freude gemacht. Seit ein paar Monaten habe ich wieder eine Tolmiea, die zu D auch “Henne und Küken” bzw. “Henne mit Küken” genannt wird. Was mit Ostern gar nix zu tun hat, aber mit der Vermehrung. Meine Tante aus dem Schwäbischen sagt dazu aber “Mutter und Kind”. Ich konnte im Winter in tiefster gärtnerischer Depr … halt nicht widerstehen, diese üppige Ampelpflanzen-Tolmiea zu kaufen. ;-)

Ist wohl eine panaschierte / mit hellgrün melierte Sorte, denn es gibt sie auch in einfach grün, und so war meine frühere Tolmiea. Sortenname fehlt allerdings am Blumentopf. Nach Konsultation meiner Gartenbücher denke ich, es könnte “Taff´s Gold” sein, hätte aber gern Eure Bestätigung dazu.
Im Zander heißt sie übrigens nicht “Henne und Küken”, sondern Lebendblatt oder auch “Mother-of-Thousands”, was wirklich sprechend ist. Und die Tolmiea gehört zu den Steinbrechgewächsen / Saxifragaceae. Wer hätte das gedacht. Heimisch ist die Pflanze in Nordamerika, die engl. Wikipedia erläutert dazu, dass sie in den feuchten Redwood (Küstenmammutbaum)-Wäldern wild vorkommt und eine Wald-Staude ist.
Tolmiea Zimmerpflanze/Gartenpflanze?
Bei uns wird sie als Zimmerpflanze verkauft, und ob sie draußen im Garten überwintern kann, hab ich ehrlich gesagt nie ausprobiert. Jemand anderes? Wie frostfest ist Tolmiea? Meine Erfahrungen sind nur von drinnen: Überwinterung früher immer bei Zimmertemperatur oder im kühlen Treppenhaus / hellen Winterquartier. Das geht recht einfach, wenn sie nie ganz austrocknet und wenigstens etwas Licht kriegt.
Was auch für den Rest des Jahres gilt. Tolmiea ist relativ anspruchslos, aber möchte – Waldpflanze! – gern immer feucht und schattig / im Halbschatten stehen oder hängen (Ampelpflanze), oder zumindest nicht in der prallen Sonne. Man kann sie nur als Zimmerpflanzen halten, oder auch sie oder ihre Ableger in Balkonkästen oder Blumentöpfen oder auch feuchten Gartenboden einpflanzen, wo sie Bodendecker-Qualitäten entwickelt. Wenn die Erde mal ganz austrocknet, hängt sie dementsprechend schlapp herum, lässt sich aber oft noch gut reanimieren, indem man dann den ganzen Topf taucht, bis die Erde sich wieder vollgesogen hat. Meine Blumenampel stelle ich grundsätzlich ins Waschbecken zum Fluten, wenn die Erde sich obenauf nur leicht trocken anfühlt, und hole die Pflanze nach ein paar Minuten wieder vollgesogen und gesättigt raus. Bisher alle 2 Wochen mit Flüssigdünger gedüngt, was sie mit freudigem Wachstum quittiert, so dass es Zeit war, die Vermehrung zu starten:
Tolmiea vermehren
Tolmiea-Vermehrung finde ich faszinierend, weil sie so besonders ist. Ebenso wie beim Brutblatt erfolgt sie über Tochterpflanzen an den Blättern (Deswegen Henne und Küken – die Pflanze ist nämlich beides gleichzeitig), aber das Ganze ist ganz anders konstruiert.
aus der Blattmitte älterer Blätter wächst nämlich ein junges Pflänzchen einfach so heraus, wie ein kleines Blumensträußchen schon mit eigenen Blättern:

Wenn der Ableger schon etwas älter ist, hat er sogar unten dran schon richtige Wurzeln, die nur darauf warten, irgendwo die Erde zu berühren, um sich einzuwurzeln und festzuwachsen. Hier noch kaum erkennbar auf der Unterseite des Mutterblattes – das Rötliche:


Man pflückt sich also so ein Blatt (muss man eigentlich nicht, wenn die “Schnur” lang genug ist, kann man es auch einfach nebenan zu Boden drücken, und schon wächsts los.
Ein Bewurzeln in Wasser ist bei mir leider aus welchen Gründen auch immer weniger erfolgreich als direkt in Erde.

Den Tolmiea-Ableger direkt in die Erde stecken bringt aber immer zu 100 % Erfolg, und die Pflanzen wachsen rasch an. Sinnvollerweise schneidet man das Mutterblatt außen rum um den Wurzelbereich des Ablegers vorm Stecken ab, damit das nicht auf der Erde zu faulen beginnt, und steckt den Quasi-Steckling dann einfach in normale Blumenerde:

Macht Spaß, weil Vermehrungs-Erfolg ist vorprogrammiert. ;-)
Diese hier sind noch keine 2 Wochen alt, wachsen aber schon dolle und kriegen neue Blätter:

Hups, da ist doch glatt ein blinder Passagier dazwischengerutscht, von der Tradescantia. ;-)
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10 Kommentare bisher
KommentierenHallo Gärtnerin,
den genauen Sortennamen weiß ich leider auch nicht. Ich habe im letzten Jahr einen Ableger von Lisa aus Österreich geschickt bekommen. Der sah arg mitgenommen aus, als er hier ankam, doch hat sich im Hand umdrehen erholt.
Eine Pflanze habe ich drinnen, im kühlen und sehr dunkelen Bad überwintert und einen kleinen Ableger im Winterquartier, wo mir der Jasmin Solanum erfroren ist. Also leichte Fröste scheinen sie unbeschadet zu überstehen ….. und ich meine sogar sicher, irgendwie im Kopf zu haben, daß Lisa mir schrieb, oder ich habs irgendwo gelesen, daß die auch draußen bedingt winterhart sein sollen. Jedoch ziehen sie sich im Winter komplett zurück und erscheinen dann im Frühjahr wieder.
Auf jeden Fall gedeihen sie auch noch an absolut lichtarmen Plätzen, wo andere Pflanzen schon längst schlapp machen.
Liebe Grüße
jK
die tolmiea ist in der tat winterhart. habe meine panaschierte im topf draussen gelassen. sie hat über den winter alle blätter verloren und ist jetzt wieder fleissig am austreiben.
Ok, dann werd ich mal einen draußen-Versuch im milden holl. Klima wagen nächsten Winter.
Bei mir im Garten übersteht sie Frost und Schnee. Ich hatte vor Jahren zuviele Tolmieas, wovon eine einen festen Platz unter dem Treibhaustisch bekam, davon nahm ich Ableger mit nach draußen. Auch dort kommt sie jedes Jahr wieder und breitet sich allmählich mächtig aus. Sie bekommt auch wunderschöne Blüten, klein, unscheinbar, dunkellila an langen Stielen. Die Draußen-Tolmieas sind kräftiger im Wuchs als im Topf und drinnen.
Liebe Grüße aus dem Norden
cath
Danke, Cath, das ermutigt zusätzlich. ;-)
Ich hab heute auch eine gekauft, auch so eine helle wie oben. Es gab auch noch ein oder zwei grüne, aber meine Tochter hat so vehement protestiert, daß ich klein beigegeben habe… daheim haben meine Kids auch prompt jeder sein eigenes Küken haben wollen.
Auf dem Pflegeschildchen stand übrigens in diesen tollen Symbolen, daß sie Sonne bis Halbschatten braucht. Nu ja… was nu? Ich denke, ich halte sie doch lieber drinnen bei hell ohne Sonne…
Und ich glaub, am Samstag hol ich doch noch die Grüne… *g*
He Kaissha,
das sind einfach tolle Pflanzen, aber sie mögen wohl echt keine volle Sonne. Meine steht schon seit Wochen wieder draußen auf der schattigen Fensterbank :-)
Ich glaube, wenn man die einmal irgendwo in der Fmmilie hat, braucht man nie mehr nach zu kaufen.
Obwohl ich ja nur so einen Blattableger hatte, habe ich schon mehrere verschenkt ……… und jedes Blättchen, das aus irgend nem Grund abbricht bekommt ein eigenes Töpfchen *g*
Viel Spaß mit der Henne…… wird übrigens auch “Huckepackpflanze” genannt die Tolmiea menziesii .
Liebe Grüße
jK
Hm. Ich bin offensichtlich mal wieder ansteckend gewesen. *fg*
Was ich mich frage… ich hab die “Küken”, die schon relativ groß waren, wie oben beschrieben behandelt, hab das Mutterblatt drumrum weggeschnitten und so, und hab sie in ein Torfquelltöpfchen gesteckt. Nun hängen sie welk und schlaff in der Gegend herum, von Wurzeln kriegen keine Spur. Was mach ich jetzt? Mein Junger wollte den “Matschesalat” schon entsorgen. Muß da ne Haube drüber? Das Jiffyquellding ist jedenfalls gut feucht.
Seltsam, ist mir noch nie passiert. Sie sollten nicht welken, Keisha. Weg damit und neu probieren. Keine Haube.
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