Gärtnerin · 22. September 2009, 09:38

Natur-Bentonit, Ton-Schicht im Garten, keine Drainageschicht

Gestern war „Spatenstich“ für die neue Hortensien-Hecke in Garten 2. Ich hatte aus dem Tauschgarten zwei Hortensien mitgebracht, die hier seit einer Woche im Topf warteten, gepflanzt zu werden. Die Stecklinge sind noch immer klein, aber bisher alle durchgekommen. Während sie heranwachsen, kann man ja schon mal ein paar größere Exemplare unter die Erde bringen.

Zurück zum Spaten-Stich. Da ein recht tiefes Loch ausgehoben werden musste, um den Erdballen samt Wurzeln optimal unterzubringen, habe ich eine ganz neue Erfahrung hier im Garten gemacht, die auch gleich eine Einsicht brachte: Das Gras wächst in dieser Parzelle trotz Nicht-Bewässung so viel besser, weil sich ungefähr 30 cm unter der Erdoberfläche, knapp unter der Vegetationsschicht, eine massive 10 cm-Tonschicht befindet (und darunter reiner Sand). Damit herrschen da ganz andere Wasserhalte-Bedingungen als im Sandboden in anderen Gartenecken.

tonschicht

Probleme mit Staunässe gibt es hier aber interessanterweise trotzdem nicht. Normalerweise macht man bei so was eine Drainageschicht z.B. aus grobem Kies in den Boden bzw. in die undurchdringliche Bodenschicht, damit das Wasser ablaufen kann, und nicht permanent batschnass ein See steht. Das ist aber nicht der Fall. In der Ecke wird der Boden halt nur weniger schnell trocken. Was den Hortensien ja entgegenkommen dürfte. Ich gehe mal davon aus, dass die graue Tonschicht nicht allzu viel Fläche des Gartens belegt. Ist jedenfalls echt spannend, mal so drunter zu gucken, und die Schichtung zu sehen:

ton-schicht

Das befördert das Verständnis für Wachsen bzw. Nichtwachsen und Gedeihen / Nicht-Gedeihen im Garten ungemein. Die tonigen Erdaushub-Teile, ehemaliger Seeboden, riechen übrigens immer noch echt nach Meer

tonschicht in gartenerde

Praktisch für die nötige Bodenverbesserung im Garten: Nachdem der Erdaushub entfernt war, wurde die Hortensie in Pflanzerde ins gemachte Loch gepflanzt. Die Tonklumpen aus der ausgehobenen Erde können klein-zerbröckelt anderswo wieder dem Gartenboden zugesetzt werden, um dort mit der Zeit mit organischem Material fruchtbare Ton-Humus-Komplexe zu bilden. Das erspart doch glatt den geplanten Einkauf von teurem Bentonit (Bodenhilfsstoff zur Bodenverbesserung, der dafür sorgt, die Wasserhaltefähigkeit des Bodens zu erhöhen). ;-)

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Vor einem Jahr
Astilbe - Prachtspiere, Wanzen



4 Kommentare bisher

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Sus, 22. September 2009, 09:52

Hi!

Wußtest Du schon, daß manches Katzenstreu reines Bentonit ist? Und außerdem meist viel preisgünstiger.

Wenn die Erde noch so stark nach Meer riecht, ist sie dann nicht zu salzig?

Liebe Grüße, Sus

Gärtnerin, 22. September 2009, 11:52

Hi Sus,

ja, davon habe ich schon gehört. Traue allerdings dem Braten nicht, weil ich nicht sicher bin, ob da noch was Formgebendes oder Formerhaltendes mit drin ist. Alles Bentonit nutzt ja nicht, wenn sich das Zeug nicht auflöst.

Denke nicht, dass die Erde zu salzig ist. IJsselmeer ist kein Meer, sondern ein See ohne Salzwasser. Hätte ich vielleicht eher Seeboden als Meeresboden gesagt. :-)

Katharina, 26. September 2009, 17:20

Super Idee, danke! Bin beim Eingraben einer Geburtstagsgeschenkhortensie auf eine Lehmschicht gestossen und hab das Zeug direkt im staubtrockenen Gartenteil (weil Fremdbalkon darüber) verteilt. Vielleicht hilft das der Bepflanzung dort etwas- bisher ist an der Stelle so gut wie alles früher oder später eingegangen, man kann ja auch nicht ständig gießen! Die Nachbarn schauen eh schon immer blöd, daß ich gelegentlich nach zwei Wochen Dauerregen mit dem Schlauch da stehe…

Gärtnerin, 29. September 2009, 10:31

Viel Erfolg damit, Katharina. Tja, die Nachbarn. Bin mittlerweile auch daran gewöhnt, bei manchem Tun merkwürdig angeschaut zu werden. Weitermachen! :-)))

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