Gärtnerin · 17. April 2009, 11:36

Traubenkirsche Prunus padus?

Während meines gestrigen Tulpen-Schreibrausches hat Sammelhamster Noemi mir eine Anfrage zur Pflanzenbestimmung – Abteilung Sträucher / Bäume – geschickt, die es in sich hat!

“Hallo Gärtnerin!

Auf deinem Blog habe ich gelesen, dass man dir gerne undefinierbare Pflanzen zwecks Begutachtung schicken darf :-)

Ich habe so einen Baum/ hohen Strauch in Würzburg am Main entdeckt, der wundervoll duftet und würde gerne wissen, was das ist”

traubenkirsche

Warum die es in sich hat? Ich finde, es gibt ne wirkliche Menge zur Zeit weiß blühender Sträucher, unter anderem Kirschen, und kenne nicht alle. Bildvergleiche sind manchmal schwierig, weil die Details nicht gut zu erkennen sind. Ich nehme mal an, dass es sich bei obigem Bestimmungs-Foto um diesen Strauch hier handeln könnte, der jedes Jahr und gerade wieder bei meinem Garten-Nachbarn blüht. Weiß natürlich. Und betörend duftend nach Honig. Zur Ansicht:

traubenkirsche prunus padus 2

traubenkirsche prunus padus

Die Blätter des Strauchs sind am Rand gesägt, und obendrauf ziemlich rauh irgendwie:

traubenkirsche blatt

Mein Verdacht ist, ebenso wie die Hedonistin in den Kommentaren bei Noemis eigener Bestimmungs-Anfrage auf ihrem Blog sagt, dass es eine Traubenkirsche (Prunus padus) ist. Aber ich weiß es auch nicht sicher.

Kann jemand was dazu sagen bitte?

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7 Kommentare bisher

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Noemi, 17. April 2009, 12:13

Klasse! So finden wir heraus, um welchen Baum es sich handelt :-)
Schau doch mal bei deinem Baum, ob er, ich zitiere: “an der Basis der Blattspreite zwei grünliche nicht sehr auffällige Nektardrüsen hat”.
Das steht in der Beschreibung für die Traubenkirsche und ich habe das Merkmal bei meinem tatsächlich entdeckt!

Gärtnerin, 17. April 2009, 13:16

Bestätige. Ich auch. ;-)

Petra, 19. April 2009, 11:46

Das ist eine Traubenkirsche – so im August sind die Früchte reif, sehr kleine Kirschen mit viel Kern… zum Marmelade kochen eigenen sie sich eher als “Zubrot”, ich nehme nur den Saft und dann kommen andere Früchte dazu Brombeere oder so – sie geben dem ganzen eine eigene Note, schmecken nach Kirschen aber auch ein kleines bisschen bitter. Leider verbreiten sie sich unheimlich – bei mir wachsen sie hinter dem Zaun und jedes Jahr schneide ich die neuen Triebe, die in meinem Garten herauskommen weg – ziemlich viele, die unheimlich schnell wachsen und auch nach dem Schneiden schnell wieder austreiben. Ist soweit ich weiß auch keine einheimische Pflanze sonder als Windbrecher eingeführt worden – eben weil sie so schnell wächst.

Gärtnerin, 19. April 2009, 12:47

Danke, Petra, das ist doch mal was Definitives! Gut zu wissen, dass man sie mit Einschränkungen auch in der Küche verwenden kann, die Traubenkirschen.

Winfried Isbruch, 03. November 2009, 19:49

Ich habe am 13.10. und heute 3.11.2009 Traubenkirschen gepflückt und Gelee daraus gemacht.Der Genuss dieses Gelees ist phantastisch und keiner kennt hier diese alten Früchte. Di8e Früchte passiere ich roh in einem Sieb und fange den Saft auf anschließend werden die Kerne mit dem Fruchtfleisch mit Wasser bedeckt kurz aufgekocht und und wieder durch ein Sieb passiert. Den Saft mit 1 X 1 Gelierzucker zu Gelee verarbeitet. Ich kann nur verraten: Genuß pur und tolle Geschenke, wenn man sich davon trennen mag.

waldfee, 09. August 2011, 15:25

Dies hier ist auf jeden Fall eine einheimische Traubenkirsche “Prunus padus”! Sie ist relativ selten zu finden, wächst dort wo es nass ist, d.h. sie braucht viel Bodenfeuchte.
Aus Amerika kommt eine andere Traubenkirschenart, Prunus serotina, welche sich rasant vermehrt, und oft auch zum Problem wird, weil sie alle anderen Arten verdrängt.Die hat Petra gemeint, mit häufig zurück schneiden. Die auf dem Foto ist aber eine echte einheimische Traubenkirsche, die man nicht schneiden sollte, im Gegenteil, man sollte sie fleißig wachsen und gedeihen lassen!
Bei beiden kann man die Früchte essen, aber ohne den Kern!
Schöne Grüße, Waldfee.

Betula, 10. August 2011, 09:57

Also bei uns ist die Traubenkirsche nicht gerade selten. Sie wächst an jedem Waldrand. Auffallen tut sie, wenn sie im Frühling blüht und duftet.
Wenn man genug Platz hat, ist es sicher gut sie in ihrer natürlichen Form zu lassen. Bei Platzproblemen kann man sie aber, wie die meisten Gehölze, schneiden.

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