Verkehrsbegleitgrün-Versuchspflanzung Witt – Update
Ich war mal wieder neugierig! Hier ein Beobachtungs-Update zur im März 2008 angelegten Verkehrsbegleitgrün-Versuchspflanzung (meine Beobachtungen damals) vom Naturgartenplaner Dr. Reinhard Witt in Rüsselsheim, die ich vorgestern zum zweiten Mal aus der Nähe besucht habe. Und zwar sowohl die Fläche vom letzten Jahr (Adam-Opel-Straße, Mittelstreifen), als auch eine zweite, ähnlich große Versuchsfläche, die um die Ecke in der Bensheimer Straße liegt. Von der dritten Fläche, Dreiecksbeet ebenfalls in der A-O-S an einer Ampelkreuzung, habe ich nur Vorbeifahr-Fotos gemacht.
Die dritte Wildblumen-Fläche zuerst: Sieht gut aus! Im Vorbeifahren sieht man jetzt im Mai eine dichte, blau-violette Blütenwolke. Sehr schön!
Ganz interessant, die Anpflanzung Adam-Opel-Straße (dazu gabs auch ein Witt-Fazit nach 1. Jahr) jetzt im zweiten Jahr mal früh im Mai in Augenschein zu nehmen, wenn die wilden Löwenmäulchen eben noch nicht blühen. Sie hatten ja letztes Jahr im Juli dicht geblüht und alles dominiert, und dadurch sind die gepflanzten Initialpflanzen – verschiedenste Wildstauden – gar nicht so ins Auge gefallen. Jetzt keine Löwenmäulchen, bzw. die Sämlinge gehen gerade erst auf …
so dass man sehen kann, was sich bei den sonstigen Wildblumen getan hat.
Das Beet war ja dreigeteilt und mit verschiedenen Untergründen (Sand, Kies, Schotter) ausgestattet, und vermutlich auch verschieden bepflanzt. Ich kann das Ganze natürlich nicht gescheit interpretieren, weil ich ja nicht weiß, was in welcher Fläche wo wie gemacht wurde. Immerhin kann ich aber mal zeigen, wie sich die einzelnen Beetflächen entwickelt haben, und das haben sie höchst unterschiedlich.
Im Schotterbeet siehts im Moment nicht so überwältigend aus.
Zwar blühen einige Wildblumen, aber die Lücken zwischen ihnen sind noch groß, und typische Flug-Unkräuter und Ungräser, die ich hier im Garten auch habe, scheinen sich dazwischen breit zu machen. Erstmal nicht so attraktiv.
Was da so vereinzelt an Pflanzen blüht:
In der Mitte des Versuchs-Beets, wo Kies auf der Oberfläche zu sehen ist, ist der Pflanzen-Bewuchs deutlich üppiger, und insgesamt schonmal grüner:
Wildblumen, die dort gerade blühen:
Auf der Sand-Beet-Fläche, auf der auch letztes Jahr nur vereinzelt Pflänzchen zu sehen waren, sind die Lücken immer noch am größten. Auch dort blüht es, dazwischen scheint mir weniger Unkraut aufgelaufen als in der Schotter-Fläche:
Das gesamte Versuchs-Beet kann blüten-technisch wenigstens zur Zeit mit dem in der Bensheimer Straße überhaupt nicht mithalten, das eine ähnlich gute Fernwirkung hat wie das blaue Dreiecksbeet siehe oben, nur viel artenreicher gemischt, wie mir scheint. In der Königstädter Bensheimer Straße findet sich nämlich eine richtig üppig blühende Wildblumenwiese, die vor Wildbienen nur so sumst:
Auch hier findet sich eine sichtbare Dreiteilung von Schotter, Kies und Sand-Beet, und alle drei Flächen sehen üppiger aus, als beim anderen Beet. Und was da alles blüht!
Da ist die Natur(-Nähe) doch in Ordnung, möcht ich meinen. :-)
So schön können Mittelstreifen-Bepflanzungen im öffentlichen Bereich sein!
Am lückigsten ist es auch hier wiederum im Sand-Bereich. Da blühen dafür die wunderbaren Klatschmohn-Pflanzen, die hier im Gebiet den letzten Jahren auf Wildblumen-Wiesen noch soooo zahlreich waren, und jetzt wegen der Neubauten traurigerweise sukzessive hinfort sind:
Ich finde die Sache immer noch furchtbar spannend, weil heimische Pflanzen, naturnah, pflegeleicht und wirklich viel schöner als das sonstige Chaos-Gewüchs. Werde weiter beobachten, und bin gespannt, ob und wann und wie ausgehend von den Ergebnissen dieser drei Versuchsflächen weitere Schandflecke mit Wildblumen aufgeblümt werden. ;-)
Wer sich für den Garten oder sonstige Flächen für heimische Stauden-Mischpflanzungen / Mischungen wie hier verwendet interessiert, findet übrigens zu den Pflanzen-Mischungen Infos beim Naturgarten e.V.
eingewurzelt unter: Stauden
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