Verna-Park – Stadtpark-Spaziergang
Den Rüss. Stadtpark (Seit wann der Verna-Park heißt und warum, wissen selbst viele ältere Menschen hier nicht. Ich jetzt aber doch. Der Name wird erst in jüngster Zeit wieder verwendet. Früher war das einfach der Stadtpark.) durfte ich als Kind wegen potenziell böser Menschen nicht alleine betreten. Dabei hätte ich doch oft so gerne, um mir diese optische Täuschung mit der gemalten Aussicht immer wieder anzuschauen. Damals war der Park aber auch bedeutend ungepflegter. Mit dem Namen hat man auch die Tradition des romantischen Englischen Landschaftsparks wieder hochgehoben, und sich mehr um den Park gekümmert. Heute gibt es sogar eine Website, Faltblätter und Führungen zu den vielen Details im Garten. Trompe l’oeil ist immer noch da, allerdings mit neuem Motiv. In meiner Erinnerung war das alte Bild aber spektakulärer, weil dornröschen-mäßig kitschig. Leider auch zu nah fotografiert, so dass man nicht so richtig sieht, dass das wie ein Ausblick aufs gegenüberliegende Mainufer aussieht:
Bisschen doof, dass der gemalte Himmel oben rüberragt. Das Ganze befindet sich an der Seitenwand dieses Gemäuers, das auch schon mal für Theateraufführungen als Bühne herhält:
Zur Bepflanzung des Stadtparks, die ob all der Kultur und Kunst im Park in der Öffentlichkeitsarbeit weniger im Fokus steht: Während auf den meisten Sommerblumen-Flächen mit Tagetes, Impatiens, Geranien, Eisbegonien und Feuersalbei alles in bester Ordnung blüht …
… Oh, nee, da ist was schiefgegangen. Jetzt nochmal schnell Eisbegonien nachgepflanzt…
… geht es vielen Bäumen (der Park verfügt über eine tolle Baumsammlung mit vielen alten Riesen) und Sträuchern, genauso wie dem Rasen im Park diesen August eher schlecht. Die Sommerhitze und die Trockenheit haben die Pflanzen doch deutlich leiden lassen. Hier braune Bäume und verbrannter Rasen, …
… da welke, zusammengeklappte Blätter an Sträuchern. Hier: Schneeball:
Die Stauden am Teich sind zum Teil neu angepflanzt. Man sieht, dass es Containerware in großen Töpfen war, die kürzlich eingepflanzt wurde. Herbstanemonen und Liriope massig und flächig. Das geht ganz schön ins Geld, denke ich. Hoffentlich reißen sie die nicht wieder raus, wie die Saisonpflanzen…
Auch an anderen Ecken des Parks scheint mit Stauden experimentiert zu werden, das allerdings nicht so unbedingt zum vollen Erfolg. Rund um´s Vogelhaus stehen / liegen großteils verblühte Stauden auf zum teil kahlen Flächen, und geben ein schäbiges Bild ab.
Blieben sie doch lieber bei den einjährigen Sommerblumen! Oder, wenn das zu pflegeintensiv ist, vielleicht doch statt Prachtstauden-Experimenten eher was Standortgerechtes, Pflegeleichtes für trockenen Boden, das auch nach der Blüte wenigstens durch Blätter überzeugt und den Boden einigermaßen bedeckt. Stauden blühen halt nur eine kurze Zeit, und für was, das immer gleich attraktiv aussehen soll, sind sie die meisten mit einer kurzen saisonalen Blütezeit einfach nicht geschaffen. Eigentlich fände ich aber, dass unser innovatives High-End-Forschungsprojekt mit pflegeleichten Wildblumen für den öffentlichen Raum auch auf solchen Flächen im Stadtpark Einzug halten könnte. Lasst wilde Löwenmäulchen blühen. Wäre viel schöner!
eingewurzelt unter: Gartenbesichtigung
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