Gärtnerin · 19. Februar 2009, 21:29

Winterlinge

Agathe schickt uns gelbe Winterling (Eranthis hyemalis?)-Grüße! Toll! Ich hab natürlich keine im Garten, weil ich ja immer noch leicht gelbe-Blüten-avers bin, und mir außerdem der passende Gehölzrand oder die Wiese zum Unterpflanzen fehlt, aber bin dafür halt doch neidisch, dass anderswo schon farbige Früh-Frühlingsblumen bzw. Winterblumen blühen. :-)

„Hallo Gärtnerin,

Ich freue mich sehr über das Winterling-Interesse. Unter der Rotbuchenhecke kommen sie jedes Jahr, aber die Vermehrung geht langsamer als bei den Schneeglöckchen. Es ist jedes Jahr eine Freude, wenn sie zwischen dem getrockneten Laub hervorlugen. Ein bisschen Sorge, wenn sie sich verspäten, aber nun sind sie da, obwohl das schon wieder so kalte Wetter mit (3 Grad) Nachtfrost bewirkt, dass sie keine Lust haben aufzugehen. Man sieht, die Schneeglöckchen sind noch weniger weit! Da haben wir ein sehr verzögertes Gartenjahr. Ich tröste mich mit den auch schon sehr farbintensiven am Aufbrechen stehenden Knospen und warte geduldig weiter auf wärmeres Wetter. „

Winterlinge, Eranthis

Winterling, Eranthis hyemalis

Wird schon, Agathe! Der Winter hat keine Chance mehr (Und zwar nur deshalb, weil´s mir persönlich jetzt reicht! *g*). Heute ist es hier richtig frühlingshaft-sonnig gewesen, so dass es mich schon in den Garten gezogen hat.

Winterlinge gehören zu den Hahnenfußgewächsen/ Ranunculaceae, und kommen ursprünglich aus Südosteuropa, sagt das Zander´le. Obwohl die irgendwie so ganz heimisch-natürlich bei uns wirken, finde ich. Sind natürlich winterharte Stauden, wachsen aus unterirdischen kleinen Knollen, die sich am passenden Standort (brauchen humosen, nahrhaften, feuchten Boden, im Sommer keine pralle Sonne, daher Gehölzrand-Pflanze, wo später anderes Grünzeug Schatten spendet) von selbst vermehren und so je nachdem reichlich ab Februar als erste Frühlingsblüher in Erscheinung treten. Blüte sieht in offenem Zustand typisch nach Dotterblume / Butterblume, aus aber eben eingefasst von diesen hübschen Blättern wie ein Kranz. Achtung, Winterling ist giftig.

Winterlinge vermehren:

Vermehrung durch Brutknollen -> Knollen-Entnahme und Wieder-Einpflanzen woanders, oder durch Selbstaussaat. Gezielte Samen-Vermehrung stelle ich mir etwas aufwändiger vor, da die Pflanzen ziemlich flach bleiben und die Samen erst kriechend am Boden zu gewinnen sind. ;-)
Wie die Wikipedia verrät, sind Winterlinge am natürlichen Standort durch Wildentnahmen gefährdet und mit einer Exportquote belegt. Also sollte man sie einer Kostbarkeit entsprechend behandeln, wenn man sie denn im Garten hat, und wenn nicht: Vielleicht lieber bereits vorhandene Ableger-Knollen vom Nachbarn adoptieren als die Importware zu kaufen.

Etwas später, aber auch gelb: Das Scharbockskraut
Grad mal nach Hahnenfuß-Verwandtschaftslinien geschaut und festgestellt: Schon ganz schön viele näher oder weitläufiger verwandte Hahnenfußgewächse auf dem Gartenblog. Bei manchen denkt man erst mal ganz sicher nicht unbedingt dran, dass die dazu gehören. Kleine Auswahl:

wie der Name schon sagt: Ranunkeln
Kuhschelle
Jungfer im Grünen
Rittersporn
Leberblümchen
Clematis
Christrose

andere Blumenzwiebeln

eingewurzelt unter: Stauden

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Gartenblog-Update, Kroton-Blätter-Probleme, Und ihr denkt, ihr habt ein Schneckenproblem....



8 Kommentare bisher

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Martha, 21. Februar 2009, 09:02

Diese kleine Pflanze kannte ich ja gar nicht, ich bin immer schon hin und weg, wenn meine Schneeglöckchen beginnen endlich zu blühen und meine Augen erfreuen sich. Das sind für mich die ersten Symbole das der Winter endlich bald weichen wird !

Agathe, 21. Februar 2009, 11:11

Leider nutzen irgendwelche in meinem Garten lebenden Tiere die winterliche Knospenzeit aus, um die Schneeglöckenblüten anzufressen, was die Freude an dem Anblick erheblich beeinträchtigt…. In dem Ausmaß ist mir das noch nie aufgefallen. Je länger sich der dieses Jahr so langwierige Vegetationsbeginn hinzieht, desto schlimmer wird es mit dem Fraß. Ich habe schon mehrfach nachgesehen, wer von meinen Gartenbewohnern solch wenig nützliche Beschäftigung ausübt, habe den Übeltäter unter den infrage kommenden Unschuldsengeln aber noch nicht eingekreist. Kann mir jemand da weiter helfen? Nicht, dass ich daraus irgendwelche Konsequenzen ziehen wollte, aber neugierig bin ich schon. Und vielleicht kann man doch dies oder das anstellen, um die Freude an diesem Massakrieren ein wenig zu dämpfen.

Zu den Winterlingen: einige Zeit nach der Blüte wird in manchen Jahren das gesamte Kraut zusammen mit den Fruchtständen Opfer von Schneckenfraß, offenbar eine besondere Delikatesse. Die Winterlinge kommen trotzdem im folgenden Jahr wieder, aber ich versuche, die Schnecken rechtzeitig abzufangen. Denn eine Schwächung der Pflanze ist es bestimmt und es gibt dann in dem Jahr auch keine Aussamung.

Dorothea, 21. Februar 2009, 17:38

Auch ich bin immer hin und weg von den ersten Frühlingsblühern. Die Winterling sind die EINZIGEN gelben Blüten die sich in meinem Garten ausbreiten dürfen. Leider lässt sich in diesem Jahr noch keine Blüte sehen. Der Grund wird die Gartenrenovierung sein welche im September stattgefunden hat. Eigentlich schade, diese gelben Farbstupfer auf dem noch grau/braunen Erdreich und unter den Büschen waren für mich der Frühlingsbote schlechthin. Vielleicht habe ich Glück und aus Nachbars Garten wandern wieder welche über die Grundstücksgrenze. Von Schneckenfraß habe ich noch nie etwas bemerkt, vielleicht ist es doch ein anderes Untier das sich an Agathe’s Blüten sattfrisst.

Gärtnerin, 22. Februar 2009, 16:05

Vögel aus Blütenzupfer? Schnecken? Das wären die, die ich zuerst verdächtigen würde. ;-)

Drücke die Daumen, Dorothea, dass noch welche kommen.

Agathe, 22. Februar 2009, 19:26

Das wirds sein! Danke für den Tip. Ich habe jetzt meine Gartenamsel im Verdacht. Sie verbringt den Winter, sitzt an ihren Lieblingsplätzen im Garten, durchsucht den Kompost nach faulen Apfelresten und träumt wohl schon von wärmeren Tagen. Und da es noch immer nicht so recht losgeht mit dem Frühlingserwachen kriegt sie Langeweile und zupft an den ersten Frühlingsblumen herum. Bei den gelben Krokussen tut sie das jedes Jahr. Aber wie gesagt, so sahen die Schneeglöckchen noch nie aus. Für Schneckenfraß scheint es mir noch zu kalt, die Schnecken haben sich noch nicht blicken lassen, ich nehme an, die sind noch in ihren Verstecken in Winterstarre, aber auf dem Sprung, sobald es richtig wärmer wird !!!

Agathe, 05. April 2009, 00:10

Die Winterlinge haben schön geblüht, sind auch dieses Jahr nicht von Schnecken abgefressen worden und strecken jetzt ihre sattgrünen Blätterkrawatten mit den Samenständen der Sonne entgegen. Noch hat die Buchenhecke ihre Blätter nicht entwickelt, und in Begleitung der Winterlinge sind einige Wochen später die Pflanzen des Scharbockskrauts aus der Erde hervorgeschossen, jetzt sind es sie, die ihre gelben Sternchen der Sonne entgegenstrecken. Bringt erst die Buchenhecke vollen Schatten,geht die Vegetationsperiode unter der Hecke, die auch aus Anemonen, Bärlauch und Maiglöcken besteht, zu Ende. Aber ich habe jedes Jahr wieder das wunderbare Erlebnis, mich wie in einer Naturwaldzelle zu fühlen.

Gärtnerin, 07. April 2009, 08:22

Scharbockskraut ist auch ein g… Zeug! Habe ich in einem früheren Garten gehabt. So schön die Blüten, und so unaufdringlich das bald wieder verschwindende Kraut.

Agathe, 08. April 2009, 05:41

Du nennst gar keinen Grund, der interessiert mich aber sehr. Warum ist das Scharbockskraut ein „g“ Zeug???

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