Gärtnerin · 13. März 2010, 09:34

Garten-Umzug, Pflanzen umziehen – Tipps

Murksel muss – geplanter Umzug – Pflanzen aus dem Garten in neue Gefilde bewegen:

“Hallo liebe Gärtnerin,

ich verfolge schon lange den Gärtner-Blog, habe schon von vielen praktischen Tips profitiert und mich einfach an den Beiträgen erfreut.

Doch jetzt brauche ich Hilfe: im Sommer, wahrscheinlich Juli, müssen wir umziehen. Bisher hatten wir ein Häuschen mit großem Garten gemietet, und ich Dussel habe in den letzten 7 Jahren so einiges in diesen Garten gepflanzt.
Jetzt haben wir ein kleines Bauernhaus im Nachbardorf gekauft, ganz schnucklig, aber leider ohne Garten, nur mit Hof und einem kleinen Beet, ca. 2m x 4 m. Das Beet wird natürlich noch vergrößert, aber riesig wird es nicht werden.
Meine Frage ist jetzt: Wie kann ich anstellen, möglichst viele Pflanzen mitzunehmen, zur Not halt in Töpfe zu setzen?
Folgende Pflanzen habe ich : Rosen, Kräuter, Kiwi, Lavendel, einen riesigen weißen Flieder ( da seh ich schwarz), Hortensien und noch ein paar mehr…
Wann sollte ich diese Pflanzen in Töpfe setzen, jetzt schon, wenn der doofe Schnee endlich weg ist oder erst später?
Soll ich meine geliebte Rose, vor zwei Jahren gepflanzt, jetzt im März schneiden und dann im Mai dort in die Erde setzen?
Oder schon, bevor sie austreibt, in einen Topf verfrachten, bis wir sie umziehen können?
Ich hoffe, ich bekomme ein paar Tips hier und werde zumindest die meisten meiner grünen Freunde mitnehmen können.
Vielen Dank im voraus und viele Grüße

Murksel”

Och ja, das kenne ich als alte Pflanzen-Umzieherin von Garten zu Garten natürlich bestens. Insgesamt kann man so was über Monate im voraus, besonders bei kleineren Pflanzen, prima vorbereiten, indem man sie nach und nach je nach zeitlicher Möglichkeit in Töpfe pflanzt, und dann aber, wenn möglich, unter den entsprechenden gewohnten Standort-Bedingungen gut weiterpflegt, gießt und so weiter, weil sie natürlich im Topf ein wenig anfälliger gegen Austrocknen sind, als im Garten-Boden.

Stauden – nehme ich oft als Ableger nach der Teilung in kleinen 9-13 cm-Töpfen mit, die man praktischerweise gleich gesammelt in Topfpaletten (Quelle: siehe Blumentöpfe vom Friedhof, oder Baumarkt oder Pflanzen-Center geben so was oft kostenfrei ab) aufbewahren und transportieren kann, ebenso Lavendel-Stecklinge, der sich jetzt prima vermehren lässt, und Kräuter. Meine eigene “Regel”: Bei solchen Pflanzen nehme ich zum Eintopfen genau die Erde, in der sie auch im Garten sitzen, und behandele sie danach genau so weiter, wie es auch im Garten am Standort der Fall gewesen wäre (Düngen, Feuchtigkeit, etc.). Das hält den Stress durch Veränderungen im Rahmen.

Bäume und Sträucher sind je nachdem etwas bis viel schwieriger zu migrieren, schon weil man sie unterschiedlich schwer rauskriegt, je nachdem, wie gut sie eingewachsen sind. Bei Sträuchern wie Lavendel, Hortensien, Rosen & Co kommt es für die Sicherung des Überlebens und optimalen Gedeihens wohl drauf an, dass man die Pflanzen beim Ausgraben nicht um zu viele Wurzeln bringt, also möglichst weiträumig ausgraben, und je größer man den Übergangs-Blumentopf wählt, desto sicherer, aber auch schwerer zu tragen. Wenn Du mich zum Zeitpunkt des Ausgrabens fragst, ich bin da immer ungeduldig (Was Du heute kannst besorgen…), und bereite so was sukzessive nach verfügbarer Zeit vor, und bei guter Pflege machen es die Pflanzen auch im Topf länger gut. Andere werden Dir aus einer anderen Philosophie sicher anderes raten, z.B. hat die Gärtnern-nach-dem-Mond-Fraktion ihre eigenen Gesetze, wann man Pflanzen umpflanzen sollte. (Jungfrau-Tage, oder wie war das noch gleich?) Bei Pflanzen, die gut ernährt werden wollen, wie Rosen, greif ich dann auch schonmal gleich zu Langzeitdünger, Hornspänen und so beim Eintopfen.

Für die Rosen: Würde ich gleich alles in einem Aufwasch machen, also ausgraben, eintopfen in großen, tiefen Topf und schneiden und düngen. Das folgt dann auch einer Regel: Die Pflanze verliert unten bei den Wurzeln was beim Ausgraben, und dann auch gleich obenrum was, wodurch das von oben und von unten wieder ins Gleichgewicht kommt. Nicht umsonst macht man ja auch bei solchen Pflanzen z.B. einen Pflanzschnitt. Wenn sie erst zwei Jahre gepflanzt sind, kriegt man sie auch noch einigermaßen gut raus, alte, eingewachsene Rosenstöcke dafür sehr viel schwieriger. Und wenn die früh eingetopften Rosen dann im Mai-Juni ins neue Beet gepflanzt werden, haben sie im Topf schon Wurzelmasse nachgebildet und kräftig neue Triebe geschoben, die bald blühen.

Wenn irgendwas Sträucher-iges den Anschein macht, sich schwerstens übersiedeln zu lassen, wäre Stecklingsvermehrung oder Steckholz-Vermehrung natürlich immer noch ne Option. Flieder ist allerdings regelmäßig veredelt, und ich habe mit ihm noch keine Erfahrungen gesammelt, ob das was bringt. Ich denke, wenn es ein großer, alter Strauch ist, würde ich mir das eventuell ersparen und für den neuen Standort eine neue Pflanze kaufen. Mit Kiwi habe ich keine Umzugserfahrung, aber vielleicht ja wer anders.

Bin gespannt, was die anderen Dir noch zu sagen haben, und wünsche viel Erfolg beim Garten-Umzug! :-)

eingewurzelt unter: Garten allgemein

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Letzte Kommentare , Tulpenbaum - Spathodea campanulata, Viola cornuta, Kohlrabi Superschmelz 1. Aussaat



8 Kommentare bisher

Kommentieren
Manuel, 13. März 2010, 10:30

Vielleicht kennt der ein oder andere die Umzugssendungen oder Verschönerungen einer Wohnung durch Tine Wittler. Manchmal legen diese Sendungen auch Hand anden Gärten an, was mir das Herz bluten lässt. Um einen Swimming Pool zu graben, reißt man ganze Sträucher und Bäumchen aus der Erde, zerstört den Rasen und am Ende steht der schönste Pool, aber der Garten ist zerstört. Deswegen danke ich dir für deine allgemeinen Tipps.

Murksel, 13. März 2010, 11:29

Vielen lieben Dank, da kann ich doch schon mal langsam anfangen, die kleineren Pflanzen in Töpfe zu setzen, wenn es nächste Woche (hoffentlich) wärmer bzw. wenigstens frostfrei wird.
Und bei der Rose alles gleichzeitig zu machen ( ausgraben und schneiden), klingt einleuchtend.
Wahrscheinlich sind es dann doch nicht so viele Pflanzen, denn der lange, harte Winter hat ein paar von ihnen dahingerafft…:-)
Viele Grüße
Murksel

Murksel, 15. März 2010, 08:23

Hallo,
jetzt habe ich noch mal eine Frage dazu:
Ich möchte das Beet ja vergrößern. Der Hof ist mit Verbundsteinen gepflastert. Wenn ich jetzt ein paar rausreiße, ist ja darunter bestimmt kein toller Pflanzboden. Kann ich den Boden mit Kompost und Erde aus dem Baumarkt verbessern? Ich kann ja bestimmt keine Muttererde in dieser kleinen Menge irgendwo beziehen, oder?

Gärtnerin, 15. März 2010, 08:48

Sollte gehen, Murksel. Musst halt gucken, wenn sehr viel Sand unter den Platten war, z.B. erstmal das bissi abtragen.

Susanne B, 15. März 2010, 22:21

Hallo Murksel, ohne genau zu wissen, was Du unter einer kleinen Menge Erde verstehst: Unsere Entsorgungsbetriebe betreiben auch Kompostierung, wo Du z. B. 1 Mg (ca. 1,25 m³) Gartenboden für 32 € bekommst. Erkundige Dich doch einfach mal in Deiner Gegend.

Murksel, 16. März 2010, 21:34

Hallo Susanne,
gute Idee, das wusste ich nicht. Mal sehen, ob es das bei uns auch gibt.
Danke für den Tipp,
Grüßchen
Murksel

Murksel, 09. Juli 2010, 07:25

Hallo,
mal eine Zwischenstands-Meldung:
Die Rosen haben das Ausbuddeln wunderbar überstanden, ich habe es so gemacht, wie Gärtnerin beschrieben hat, passend zum Wurzelverlust auch oben gut geschnitten.
Meine Lieblingsrose hat sogar noch schnell eine schöne Blüte zum Schneiden für den Geburtstag meiner Tochter produziert, ich dachte schon, das fällt aus, weil die Rosenblüte dieses Jahr später kam. Jetzt sind nur noch der Flieder und meine Korkenzieherhasel das Problem.Ob sich ein Ausgraben lohnt?
Viele Grüße
Murksel

Gärtnerin, 15. Juli 2010, 12:27

Na siehste! Prima! Wenn die Sträucher groß sind, wird das jedenfalls keinen Spaß machen. Ich würd mir das dann verkneifen.

Kommentar hinterlassen

Deine Mailadresse wird nicht angezeigt.

zur Gartenblog-Startseite