Granatapfel
Nachdem die Granatapfel-Anzucht aus Samen dazumal kläglich gescheitert war, hatte ich einen kleine Zwerg-Granatapfel-Baum, bzw. Strauch im Juni 09 in der Pflanzen-Resteecke gekauft. Zeit für einen Bericht der bisherigen Erfahrungen mit Granatapfel/Grenadine/Punica granatum (nana?):
Granatapfel-Blüte
Nach dem Kauf sofort in einen größeren Topf mit frischer Blumenerde gepflanzt, regelmäßig mit Flüssig-Dünger gedüngt und gegossen, entwickelte sich die zuerst fast kahl gewordene Granatapfel-Pflanze schnell zu einem dichtlaubigeren, blütenknospen-tragenden Pflänzchen, das Mitte Juli zur Blüte kam…
Auffällig dabei: Mein Granatapfel-Baum besitzt zweierlei orange-farbene Blüten, nämlich “gefüllte” …
und “ungefüllte”.
Männliche und weibliche Blüten, dachte ich. Wikipedia spricht allerdings von zwittrigen Blüten (Selbstbefruchter) und verschiedenen Blütenstadien (erst mit den Innenblättern, im “Endstadium” ohne. Beides jedenfalls gleichzeitig an der Pflanze beobachtet. Nach der Blüte sind die Blüten allerdings abgefallen. Kein Fruchtansatz. Da ich nicht weiß, welche Sorte ich habe – vermutlich Punica granatum nana -, und nicht alle Sorten in der Lage sind, Früchte zu bilden, weiß ich auch nicht, ob überhaupt eine Chance auf Früchte besteht. Granatapfel-Früchte werde ich wohl bisweilen weiterhin im Supermarkt kaufen. :-) Es soll wohl Granatapfel-Pflanzen mit und ohne Frucht-Bildungs-Fähigkeit geben. Granatapfel am 27.9.09:
Für mich interessant zu sehen, dass die Pflanze breit-buschig wächst. Bisher hatte ich eigentlich nur Granatapfel-Bonsais im Kopf. ;-)
Granatapfel-Baum überwintern
Bei der Überwinterung bei 5 Grad in Fensternähe stellte sich der Granatapfel als beunruhigender Blätter-Riesler heraus. Blätterfall noch und noch, fast kahl, obwohl ich versucht habe, mein Gießverhalten anzupassen. Die Sorge war unbegründet. Bevor die letzten Blätter abgefallen sind, konnte ich ihn im Frühling glücklicherweise wieder auswintern, umtopfen und der Frühlings-Sonne aussetzen. Zurückschneiden im Frühling entfiel, da ich nicht sicher war, welche der dünnen Triebe und Äste noch leben. Das macht man wohl besser im Herbst vor dem Einwintern, wenn man sieht, was lebt, oder die Pflanze zu groß geworden ist. Danach erholte er sich rasch, so dass ich die Winter-Kahlheit nun als unproblematisch einstufe. Wann genau er wieder richtig Wachstumsschub bekommen hat, weiß ich nicht mehr.
Granatapfel-Baum am 3.6.: Dicht gewachsen, ein runder, grüner, kräftiger Busch:
Bis 25.6. hat er nochmal nachgezogen, und ist nun auch noch breiter ausladend:
Die Blütenknospen (ebenfalls 25.6.) …
sind dieses Jahr leider noch vor der Blüte alle abgefallen. Ursache vermutlich, dass er zwar wie erforderlich sonnig steht, aber weniger Sonnen-Stunden pro Tag als letztes Jahr bekommt . Bei zu wenig Sonne können die Blüten (und Früchte) nämlich abfallen. Richtig gemacht habe ich offensichtlich, kühl zu überwintern, damit er wieder zur Blüte kommen.
Krankheiten: Bisher keine. Soll Blattlaus-anfällig sein. Vom direkt daneben stehenden, betroffenen Cassia-Strauch ist jedoch niemand an den Granatapfel-Baum gegangen.
Granatapfel-Sonstiges
Wichtig scheint mir zu erwähnen, dass der Granatapfel im Sommer am sonnigen Standort ganz ordentlich viel Wasser und regelmäßig Dünger braucht, und daher nix für so ganz Gieß-faule Gärtner ist. Dafür belohnt er aber mit raschem, dichtem Wuchs im Garten. Mein Granatapfelbaum steht in Einheits-Blumenerde wie fast alle meine Pflanzen, und nicht in spezieller Kübelpflanzenerde. Er soll keine Staunässe vertragen. Ich gieße dennoch regelmäßig den Untersetzer voll, den er schnell wieder ausschlürft. Zur Blütezeit liest man immer wieder “den ganzen Sommer über”. Mein Granatapfel blühte aber bisher nur einmalig im Juli. Wie aus meinem Bonsai-Buch hervorgeht, gibt es anscheinend Granatapfel-Bäume, die kühl und trocken überwintern mögen, und solche, die durchblühen wollen, und daher warm überwintern müssen. Meiner gehört wohl zur ersten Kategorie, die das durch Blattfall entsprechend ankündigt. Neben dieser Besonderheit hatte ich beim Beitrag Granatapfel-Anzucht aus Samen auch schonmal geschrieben, dass dort steht, dass Zwerg-Granatapfelbäume ab dem 2. Jahr winterhart bis -18 Grad sein sollen. Deswegen kann man sie auch spät einräumen, wenn der Frost schon einsetzt. Im Web liest man viel Verschiedenes zur Frost-Verträglichkeit von Granatapfelbäumen (von -10 bis -20 Grad ungefähr, diverse positive Berichte über Winterhärte nach Auspflanzen sind zu finden). Jedenfalls doch gut zu wissen, dass auch Nicht-Überwinterer ggf. mit Auspflanzen eines Granatapfels im Garten einen solchen halten könnten, wenn sie wollten. Für meine Pflanze kommt das zumindest vorerst nicht in Frage, genauso wenig, wie einen Bonsai draus zu machen. Ich finde sie als Kübelpflanze so erstmal wunderschön. ;-)
Inwiefern die Temperatur-Angaben auch für draußen überwinterte Granatäpfel im Topf gelten, vermag ich nicht zu sagen, aber vielleicht hat ja jemand Erfahrung damit. Es würde mir nämlich doch Platz im Winterquartier bringen, wenn ich irgendwann draußen überwintern könnte. Weitere Tipps sind natürlich herzlich willkommen, und werden neugierig erwartet.
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13 Kommentare bisher
KommentierenDie gleiche Granatapfel-Pflanze hab ich auch seit 2 Jahren! Und meine hat auch, obwohl sie fleißig blüht, noch nie Früchte angesetzt und ich frag mich ob das überhaupt geht. Besonders ärgert mich dabei, dass auf dem Schild, das an der Pflanze war, eine Granatapfelfrucht abgebildet ist und dick und fett “essbar” draufsteht.
Dieses Jahr sieht der Granatapfel etwas mitgenommen aus, da er sich über Winter Schildläuse geholt hat, die ich erst spät bemerkt habe. (Sie sitzen gut getarnt auf den Zweigen und sehen wie Rindenknubbel aus.) Wenn ich nun wüsste, dass das mit den Früchten eh nix wird, würde ich dem Busch mal Lizetan verabreichen. Noch ne Frage: wie gut verträgt der Granatapfel einen starken Rückschnitt?
Och, dass Du tatsächlich erntbare Granatäpfel kriegst, erscheint mir so unwahrscheinlich wie nur was. Angeblich können die bei uns gar nicht ausreifen, habe ich irgendwo gelesen, und je nach Sorte ist auch fraglich, ob die überhaupt essbar sind. Zum Rückschnitt hab ich natürlich keine Erfahrungen vorzuweisen.
Meine Mutter hatte vor zig Jahren Granatapfelkerne eingepflanzt und auch ne Pflanze draus bekommen. Jedes Jahr warf sie alle Blätter ab und jedes Jahr schnitt meine Mutter sie bis kurz über der Erde ab. Sie trieb immer wieder neu aus. Also denke ich, daß sie einen einmaligen Rückschnitt sicher vertragen würde. Lizetan würde ich auf jeden Fall geben, selbst wenn ich etwaige Früchte dieses Jahr halt nicht verwenden könnte.
Zum Thema “Aber da steht essbar drauf und ist eine Frucht abgebildet”: Darauf bist du, wie alle anderen, halt auch reingefallen ;) Würde draufstehen “Die blüht, aber erwarte bloß keine Früchte”, würden sie ja nur 10% davon verkaufen.
Na, wenn das wirklich so ist, dann war das ne Mogelpackung :-(
Hallo Keisha, da waren wir gerade zeitgleich am kommentieren.
Ich weiß, dass es auch reine Ziersorten vom Granatapfel gibt, deshalb ging ich davon aus, wenn da “essbar” draufsteht, dass ich auch Früchte erwarten kann. Naja, ich habe die Pflanze nicht nur wegen der Früchte gekauft, sondern aus Neugier und weil sie mir gefiel. Früchte wären schön, muss aber nicht.
Noch ne Frage zum Lizetan: Du denkst also, dass das Gift bis nächstes Jahr abgebaut ist und man ggf. die Früchte unbedenklich essen kann? Ich hab das Problem nicht nur beim Granatapfel, sondern immer wieder auch bei anderen Nutzpflanzen (Calamondin, Zitronenverbene etc.)
Hi!
Ich habe mir letzten Sommer auch ein kleines Granatapfelbäumchen gekauft. An dem hingen sogar kleine Granatäpfelchen dran, die aber natürlich nach einer Woche alle abgefallen waren. Neue Blüten haben leider nichts angesetzt.
Also ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß es sich auch bei Euch um eine früchtetragende Art, aber wie Keisha schon schrieb: ” … erwarte bloß keine Früchte…” (… wenn Du nicht ein Tropen-Gewächshaus Dein Eigen nennst.)
Ich nehme auch an, daß die Granatäpfelsträucher, wie sie z.B. in der Türkei wachsen, zum Einen eine andere Art sind und zum Anderen einige Jahre mehr auf dem Buckel haben.
Liebe Grüße, Sus
Ich habe bei Bayer auf der HP versucht, näheres dazu heraus zu finden, Betula, aber ich hab dazu nichts gefunden, also wie lange der Wirkstoff in der Pflanze verbleibt. Es steht nur zu Wirkdauer (Lizetan Granulat): ca. 16 Wochen
Also glaube ich einfach mal, daß die Pflanze das mit der Zeit schon abbaut. Ich habe mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken um Lizetan und Verzehr gemacht, da ich das Zeug fast nur indoor brauche und noch nie in die Versuchung kam, meine Klivie oder meine Sukkulenten zu essen ;)
Wenn du selber da mal nachforschen willst, gib bei Onkel Goo*** mal “Bayer Garten” ein. Eventuell kannst du da ja auch irgendwo ne Anfrage absetzen.
Danke Keisha, werd mich mal schlau machen. Oder weiterhin auf Nummer sicher gehen und die Schädlinge versuchen andersweitig los zu werden.
Bin heute nicht mehr Entscheidungsfähig, gute Nacht!
Vor einigen Jahren habe ich im Breisgau einen sehr alten Granatapfel-Strauch gesehen. Stand an einer Hauswand und war so ca. 2-3 Meter hoch. Der hatte Früchte – essbar, denn ich habe mir welche “ausgeliehen” ;)
An sich bin ich nicht für das “Ausleihen”,aber
ich hätte mir Stecklinge zugeeignet.
Hört sich besser an als klauen.
Bei den vielen verschiedenen Sorten wäre es für dich ein Glückstreffer gewesen und du hättest hier sämtliche Fragen beantworten können.
Einfach schade !
[...] Granatapfel – Garten selbstgemacht! – Gartenblog [...]
mein granatapfelbäumchen hat sehr schöne früchte,die kerne sind aber weiss und nicht rot,wie man sie sonst kennt.daher möchte ich gerne wissen,ob und wann ich die essen kann.
Wan schneidet zurück..
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