Grüne Woche 2010
Gerade wollte ich mich nach Hause schleppen, den Bauch voller Eselsalami- und Parmesanhäppchen, Eis und Spreewälder Senfgurke, da spülte mich die Menschenmenge an den Stand von Belorussland. Dort schenkte mir ein junger Mann beschwingt, denn es war schon spät am Tag, ein Gläschen бальзам белорусский (Balsam Belorusski) ein. Liebe auf den zweiten Schluck! Das braune Zeug schmeckt erst bißchen wie Medizin, dann im Bauch und im Kopf aber saugut. Der gärtnerische Aspekt: es sind (neben 40 % Alkohol) 22 Kräuter drin. Wenn ihr’s mal seht: Traut euch!
Mein zweitschönstes Erlebnis war dieser Hut:

(Als Foto leider unscharf, als Hut aber voll scharf!)
Er gehörte einem Mann, der auf eine Hühnerfamilie aufpasste und vermutlich die Kleingärtner repräsentierte. Die Schrebergartenwelt selbst breitete sich in Form rührend detailreicher Modelle vor den Augen der Messegäste aus:
Hier ein Blick hinters Haus:
Und zum Kompostplatz:
Sogar Mini-Nisthilfen wurden nicht vergessen:
Also, diese gewaltige Bastelarbeit hat sich gelohnt. Mindestens genauso viel Entzücken löste diese nur dackelhohe Spalierobst-Variante aus:
Das sind speziell gezüchtete Obstbäume, die dem Garten Struktur geben, über die man drübersteigen kann, die beim Blühen einen verblüffenden Effekt ergeben – und sogar Früchte tragen.
Niemand, der nicht staunend davor stehen blieb.
Was mag das wohl für Fell sein?…
Getreidefell !!! (Äh, Gerste???)
Hier noch zwei bemerkenswerte Varianten, Flamingoblumen zu dekorieren.
Weiße:
und rote:
Beides sehr effektvoll. Mir gefällt aber die weiße Variante mit Treibholz und Moos besser. (Die Blumen stecken in Glasröhrchen.)
Voll im Trend sind offenbar begehbare Butterdosen.
Man bringt seinen Pool dort unter, bzw. eine Sitz- oder Liegegruppe:
Hm, naja… Zu allerletzt mein erstes Foto von der diesjährigen Grünen Woche:
Ein “Kuperhut” für Dachfirste. Ich hatte im vorigen Jahr Dachdecker, die die Firststeine unseres Hauses anhoben, putzten und wieder draufsetzten. War nicht gerade billig. Darunter hatte sich Moos gebildet und sie gingen hoch wie Hefeteig. Mit Kupfer wäre das angeblich nicht passiert. Ich fragte die Kupferhut-Verkäuferin irgendwie automatisch nach den Auswirkungen aufs Grundwasser – und erntete ein mitleidiges Lächeln: “Da dürfte ja niemand Kupfer-Regenrinnen haben…” Peinlich!!!
….Nadann. Bis zur nächsten Grünen Woche.
eingewurzelt unter: Garten allgemein, Unterhaltung
Vor einem Jahr
No Sturm im Garten?
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13 Kommentare bisher
KommentierenSehr cooler Grüne-Woche-Bericht mal wieder, Uta! Die “Butterdose” bringt mich zum Schmunzeln, die Miniatur-Schrebergärten ebenfalls. :-)
Gärtnerin, 21. Januar 2010, 09:59Und wer putzt das Kupfer, wenn es Grünspan ansetzt und grün wird?
Keisha, 21. Januar 2010, 12:03Vielleicht kann man darüber erhaben sein, die Dachrinnen und Kirchendächer putzt ja auch niemand. Und auch mit Moos wäre das Dach am Ende grün :)
Uta, 21. Januar 2010, 12:48Hallo Uta !
Klaus, 21. Januar 2010, 16:08Herzlichen Dank für die Tipps zur Grünen Woche.
Ich bin am Samstag dort und werde auch den Stand
von Belorussland besuchen.
Insbesondere suche ich jedoch noch Ideen für den Tag des offenen Gartens, Ende Mai.
Ich würde mich gern mal mit jemandem unterhalten,
der auch daran teilnimmt.
2008 nahm ich erstmalig daran teilund hatte ca.
100 Besucher. 2009 waren es bereits ca.500 und das bei nur 700 qm.
Am PC bin ich absoluter Neuling, erst seit Nov.2009.
Hallo Uta !
Klaus, 21. Januar 2010, 16:37Fast hätte ich es vergessen.
“Kupferhut” für Dachfirste ?
Das Interessante und Schöne am Kupfer ist ja gerade die Patina. Manche geben Unsummen dafür aus
den Oxydationsprozeß zu beschleunigen.
Wenn sie jedoch stört, dann kann man ja das Kupfer mit wetterfestem Klarlack versiegeln.
Aber dann ist die Wirkung des Kupfers stark vermindert.
Der Abtrag durch die Witterung ist äußerst gering
und stellt keine Belastung für die Umwelt dar.
Seit Jahren wende ich kupferhaltige Präparate im
Gartenteich an und meine Fische fühlen sich
pudelwohl. Dafür, das sie sich nicht übermäßig vermehren, sorgt meine 80 cm lange Ringelnatter.
Danke für die lustige Berichterstattung.würde auch gern hingehen aber mein Partner will nicht und allein machts keine Freude.
Hannchen, 21. Januar 2010, 18:15Hannchen
Lieber Klaus, dass Du einen “Offenen Garten” hast, ist für alle hier bestimmt interessant. Schick mir paar Fotos, ich stelle sie in den Blog. Kannst auch was dazu schreiben, dann entsteht die Diskussion, die Du gern haben möchtest.
Zur Natter im Teich: Cool! Bei mir machen Nachbars Katzen den Job.
Hannchen, alleine ist es wirklich doof. Kann Deinen Partner aber auch verstehen. Wer Gedränge hasst, sollte nicht hingehen.
An alle: Es gibt da bei den Belorussen zwei Sorten Balsam. Spitze ist m.E. der dunklere mit mehr Kräutern, der andere schmeckt gewöhnlicher, hat weniger Prozente und ist süßer. Sowas kennt man. Der erste kommt als spektakulärer Fremder daher und man möchte ihn zum Freund und Tröster. (Falls jetzt jemand denkt, meine gekaufte Flasche ist schon offen: Nein, die hebe ich lieber noch auf. Es sei denn, ich muss noch länger als zehn Tage Schnee schieben.)
Uta, 21. Januar 2010, 21:41…äh, übrigens, eine kleine Anmerkung am Rande: bei dem Versuch die richtige Aussprache von Weißrussland herauszufinden (mein Russischkurs ist einfach schon zu lange her…, ah, also: [bje...]) habe ich auch entdeckt, dass es Weißrussland / Belorussland gar nicht mehr gibt, sondern seit 1991 nur noch die unabhängige Republik “Belarus”, die offenbar großen Wert auf ihre auch namentliche Abgrenzung von Russland legt…
Merowinga, 21. Januar 2010, 22:25:-)
Stimmt, Merowinga, hab’s auf Deinen Wink hin auch gerade gelesen. Interessant. Dachte, es geht beides. Wird wohl noch ne ganze Weile brauchen bis sich der neue Name in den Köpfen durchsetzt, ganz zu schweigen von all den Papieren, die ein Volk bzw. Staat so in Gebrauch hat. Der Wortstamm ist eigentlich derselbe, es gab z.B. mal eine “Kiewer Rus”, und auch Russen nennen ihr Land mitunter altertümelnd-pathetisch “русь” (also Rus, eigentlich “Rußj”), was von Ausländern wegen des Weichheitszeichens am Ende ungemütlich zu sprechen ist, wie auch in Belarus).
Eins steht nun für mich fest: Das Schnapsetikett weiche ich ab und heb’s auf. Und gucke dann nächstes Jahr mal, ob es sich verändert hat. Bin gespannt. Schön wär, sie blieben bei ihrem alten Rezept…
So, und nun hab ich noch im russischen Internet gegoogelt. Hier könnt ihr mal ein Bild sehen: http://www.100best.ru/Catalogue/Products/259789/
Uta, 22. Januar 2010, 01:48Gehört angeblich zu den hundert besten, medaillenbehängten Erzeugnissen Russlands (???). Es sind außerdem nicht einfach Kräuter, sondern Heilkräuter. Und – man höre und staune – es wird empfohlen, sich den Balsam in den Wodka zu schütten! Heiliger Strohsack!
Über diesen Kräuterschnaps habe ich mich zur Grünen Woche etwas kundig gemacht. Er brennt und
Klaus, 24. Januar 2010, 19:17wärmt 3 mal. Einmal im Rachen, dann im Magen und
letztmalig im After. Dies kommt vom Pfefferzusatz
beim Ansatz der Kräuter.
Mir war das Gedränge zu groß aber ich habe auch
Erfolg gehabt.
Ich kaufte mir getrocknete Apfelbeere
(Aronia),Maulbeere und Heidelbeere. Jetzt geht
das große Veredeln durch kandieren und
schokolieren los.Die ersten Ergebnisse waren sehr gut und schmackhaft.
Mir geht es u.a. um das Veredeln oder Verfeinern
von japanischen Weinbeeren. Ich bin sehr
optimistisch das es klappt.
Mit den getrockneten Bananenscheiben hat es sehr
gut geklappt, köstlich.
Oft erhält man Schokolade geschenkt und diese
liegt dann bis zum Ablauf des MHD im Schrank.
Einfach bei Bluttemperatur im Wasserbad erhitzen,
die getrockneten Früchte in der Schokolade
wälzen,abtropfen lassen und fertig ist der
besondere Partysnack. Guten Appetit !
Wenn ihr der Schokolade noch etwas Pfeffer
beifügt, dann könnt ihr den gesamten Mundraum
eurer Gäste für längere Zeit besichtigen.
Schöne Idee, Klaus! Ich glaube, es geht auch mit frischen Früchten, nur ist das dann nicht so lange haltbar. Partygerecht aber schon.
Den Begriff “Bluttemperatur” kannte ich bisher nicht. Schätze, das sind 37 Grad. Ist jedenfalls präziser als “handwarm”.
Was ist mit Garten-Fotos und Deinen Fragen zum Thema offene Gärten? Wenn Du was zum Veröffentlichen schicken möchtest, findest du oben unter Autoren meine Adresse. (Uta)
Uta, 24. Januar 2010, 21:37Hallo Uta !
Klaus, 25. Januar 2010, 15:00Ich habe dir eine E-Mail mit Text und Bildern
geschickt. Bitte informiere mich ob sie
angekommen ist. Da ich Frischfleisch im Umgang
mit dem PC bin, unterläuft mir schon mal ein
oder mehrere Fehler. Sorry.
Hallo Uta !
Klaus, 26. Januar 2010, 15:36Danke für die Veröffentlichung.Jetzt habe ich wieder Mut gefasst weiterzumachen.
Bei diesen Temperaturen kann man sich ja nur
mit der Fütterung der Vögel und der Pflanzen-
anzucht beschäftigen.
Derzeitig bin ich mit der Anzucht u.a. von
Pfefferpflanzen beschäftigt.Ein sehr schöner
und interessanter Strauch aber leider nicht
winterhart. Keimung bei nahezu 100%.
Leider hatte ich beim Schnee-Eukalyptus keinen
Erfolg. Vielleicht war der Samen zu alt.
Die Bäume waren für unseren Privatwald gedacht.
So soll der Baum Ungeziefer abwehren und hätte
vielleicht gegen den Borkenkäfer geholfen.
Vielleicht kann mir der “Sesselförster” helfen.
Ich suche jetzt einen Baum um Stecklings-vermehrung zu machen. Damit habe ich mehr Glück.
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