Gärtnerin · 01. Juni 2010, 09:45

Lupinen – Lupinus polyphyllus

Vielblättrige Lupinen /Garten-Lupinen (Lupinus polyphyllus) im Garten gehören mit zum Allerliebste, was Blütezeit im Frühsommer/Juni bietet. Ein paar Probleme hatte ich jedoch mit ihnen:

1. im mageren, trockenen Boden im alten Garten wollten sie nicht wachsen
2. Handelsübliche Lupinen-Samen-Mischungen sind immer knatsch-bunt, und ich wollte gern ohne-gelb für mein Staudenbeet
3. Lupinen sind Pflanzwurzler, bilden also so was wie ne lange, unterirdische Rübe aus, und lassen sich daher a) schlecht verpflanzen und b) schlecht teilen.

Zu 1.: Gelöst, denn der Boden hier im neuen Garten ist einigermaßen feuchter / Wetter niederschlagsreicher wenigstens, und mit Hornspänen gedüngt, so dass Lupinen eine Chance auf Gedeihen haben.
Zu 2.: Hab ich vorerst gelöst, indem ich eine Container-Staude in Wunschfarbe gekauft habe. Die pinkfarbene Lupine in meinem Staudenbeet heißt – Sortenname – “My Castle”.

lupine

staudenbeet lupine

zu 3.: Das Lupinen-Samenmischung-Problem ist noch nicht gelöst. Ich habe letztes Jahr sowohl Samen von der Lupine My Castle als auch von einer bunten Lupinensamen-Mischung gesät (Aussaat in große, tiefe Töpfe, wegen des Einpflanzens später und der Pfahlwurzeln, Pikieren und einzeln einpflanzen überleben sie bei mir in der Regel nicht, also den ganzen Topfinhalt als Tuff), die ich später irgendwo hinpflanzen wollte, wo bunt/gelb nicht stört. Die beiden Töpfe waren allerdings nicht markiert, so dass ich beim Auspflanzen nicht wusste, welche Pflanzen ich wohin pflanze (und also keinen von beiden in Stauden-Beet gepflanzt habe). Dazu kommt noch, dass aus den Samen der pinken Lupine ja nicht unbedingt auch pinke Nachfahren entstehen müssen….

Da sind sie nun gepflanzt, die jungen Lupinen Marke unbekannt, umwachsen von Vergissmeinnicht, und blühen dieses Jahr noch nicht. Ich harre der Blütenfarben-Überraschung …

lupine aus samen ziehen

Stauden-Lupine Standort-Wünsche

Am passenden Standort können Lupinen als typische Bauerngarten-Stauden über einen Meter hoch werden, und sind dann auch denkbar pflegeleicht. Passend wäre sonnig, warm, tiefgründiger, lockerer, möglichst nicht zu kalkhaltiger Boden, damit die Wurzeln gut in die Tiefe gehen können, fruchtbar und nährstoffreich und nicht zu trocken. Bei mir erreicht die Lupine keinen Meter, blüht aber trotzdem schön.

Lupinen-Aussaat aus Samen

Lupinen sät man wie viele winterharte Stauden am besten im Sommer nach der Samenreife. Das geht, wie gesagt, in großen, tiefen Töpfen, wenn man erst später auspflanzen will, oder direkt im Garten-Beet, wenn das einigermaßen feucht und nährstoffreich (oder gelegentlich gedüngt) ist. Verpflanzen mit Beeinträchtigung der Wurzel bzw. Freilegen verkraften nicht nur die Jungpflanzen schlecht, sondern auch ältere Stauden. Ich hab schon einige dabei hingerichtet, und nur einmal hat das Teilen geklappt. Lupinen gehören zu den wenigen Stauden, die mit Samenvermehrung besser klarkommen, als durch Teilung vermehrt zu werden.

mehr Lupinen

Laut Zander kommt die Lupine ursprünglich aus Nordamerika, wurde also bei uns eingeschleppt/eingeführt. Wikipedia datiert das auf 1829, so gesehen ist die Lupine eine in Europa junge Pflanze, die sich wohl auch als Neophyt “wild” in der Natur bemerkbar macht. Inwiefern das eine Belastung für unsere natürlichen Pflanzenbestände ist, keine Ahnung. Ich habe noch keine wilden Lupinen entdeckt bisher.


Blaue Lupinen (Gründüngungspflanzen)

eingewurzelt unter: Stauden

Vor einem Jahr
Garten-Koch-Event Mai "Mairübe" - Roundup und Abstimmung



11 Kommentare bisher

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Muhriel, 01. Juni 2010, 11:01

Hallöle,
meine Lupinen blühen auch gerade hammermäßig und machen mir viel Spaß! Danke für den Tipp mit dem “nicht teilbar”, denn ich hatte schon leichtsinnigerweise einer Bekannten Ableger versprochen. Aber mal schauen, vielleicht sind es ja keine einzelnen Riesen-Büsche (wie es von außen aussieht) sondern mehrere auf einem Haufen…? Meine stammen übrigens auch aus einer Samenmischung, aber Gelbe waren gar nicht dabei. Wusste gar nicht, dass es die auch gibt…
Grüßlies

Gärtnerin, 01. Juni 2010, 11:25

Das ist dann mal wieder Murphy. Bei einem früheren Anzucht-Versuch hatte ich nur blassgelbe. :-(
Wenn Du ausgräbst, dann tiiiieeef runter. Viel Erfolg!

Betula, 01. Juni 2010, 12:09

Im Schwarzwald gibt es “wildlebende” Lupinien. Ich kenne sie aus dem Urlaub in Kindertagen und fand sie immer ganz klasse. Dort sind ganze Straßenböschungen mit den Blumen übersäht.
Mit der Anzucht hatte ich bisher leider kein Glück, ich glaube der Boden hier ist zu kalkhaltig. Man sieht sie hier auch sehr selten in Gärten.

Bettina, 01. Juni 2010, 14:29

Auch ich kenne wilde Lupinen aus dem Schwarzwald, ebenfalls Urlaub in Kindertagen. Deshalb wollte ich auch schon immer mal welche bei mir im Garten haben. Aussaat hat aber nicht geklappt. Aussaat am Standort kriege ich nie hin. Neulich habe ich in der hessischen Rhön welche am Straßenrand entdeckt. So schön wie wild am Straßenrand vor einer grünen Wiese werden sie im Garten aber sowieso nicht.

Dennis, 03. Juni 2010, 16:09

In Freiheit kenn ich Lupinen auch – vor allem aus Kindertagen – aus dem Westerwald, meistens wild-Blaulila, an Straßenrändern manchmal auch im bunten Mix.

Stichwort Belastung der Natur: “Wild” macht sich hier und da schon Probleme: sie überdüngt mit ihren Stickstoffknöllchenbakterien auf Dauer seltengewordene Berg-Borstgrasrasen mit wilder Arnika z.B. in der Rhön, – loswerden ist schwierig, die Arnika wird dann langsam aber sicher von anderen Pflanzen überwuchert.

http://www.floraweb.de/neoflora/handbuch/lupinuspolyphyllus.html#_dt3

Hübsch ist auch die einjährige blaue Lupine (Lupinus angustifolius) – die kenn ich aber auch nur von Äckern aus dem norddeutschen Raum. Dafür gabs bei uns hier in der Mensa schön öfter “Lupinenschnitzel” da draus, – die Giftstoffe hat man in den letzten Jahren also rausgezüchtet… geschmacklich überzeugt hats mich aber nicht und die Gartenlupine taugt fürs Schnitzelbacken (leider?) auch nicht ;-) (siehe Wikipedia “Lupine”).

Bianca, 03. Juni 2010, 20:14

Oh ja, die hab ich auch schon wild gesehen. Gerade erst wieder: Ich bin von einer Tagung im Schwabenländle mit dem Auto über die Autobahn gekrochen (ich hasse Feiertage), quer durch Hessen in den Ruhrpott. Besonders in Hessen wuchsen sie überall an den Böschungen an der Autobahn. Wegen diverser Staus hatte ich ausreichend Zeit, die hübschen blauen Lupinen zu bewundern…

Viele Grüße,
Bianca

Gärtnerin, 04. Juni 2010, 16:26

Wie macht man denn Lupinenschnitzel?

Bettina, 10. Juni 2010, 12:24

Lupinenschnitzel ist so ähnlich wie Tofu. Im Supermarkt liegen die nebeneinander, nennt sich Lupino. Ich habe es vor ein paar Jahren mal probiert. Naja, wem Tofu schmeckt, der wird auch das mögen. Jedenfalls nichts zum selber herstellen.

Gärtnerin, 11. Juni 2010, 11:14

Danke, Bettina. Nicht selber herstellen find ich doof. :-)

Sonnenblume, 26. Juni 2010, 13:45

Ich habe auch seit vielen Jahren Lupinen in verschiedenen Farben in meinem Garten. Um die Vermehrung kümmert sich bei mir allerdings die Natur selbst. Da ich die Samenstände gleich nach der Blüte abschneide, müssen sie sich wohl auch unterirdisch vermehren, oder liege ich da völlig falsch? ;-)
Im zeitigen Frühjahr habe ich übrigens eine junge Pflanze ausgegraben und in einen Topf gepflanzt. Nach einer langen Reise blühte die Lupine dann in den NL auf dem Balkon meiner Tochter… :-))

kadelka, 03. September 2010, 08:30

Im schönen Emsland, zwischen Groß- und Kleinberßen und Sögel (Gut Sprakel) säumen Lupinen an weiten Strecken die Felder, auch ganze wilde Äcker standen voller Lupinen. Leider war ich selber dieses Jahr zu spät dran und konnte nur reichlich Samen sammeln. Habe es mir aber schon im Kalender notiert für nächstes Jahr, das muß ja eine Pracht sein und ist ein schönes Ziel für eine Fahrradtour!!! (insgesamt ist das Emsland gut für Fahrrad, fast immer glatte Flächen ohne viel Steigung…)

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