Gärtnerin · 25. Januar 2010, 10:46

Oleanderkrebs?

Vom letzten Sommer sind bedenkliche Bilder von einem meiner neuen Oleander übriggeblieben, nämlich Oleander “Alsace”. Verdacht: Oleanderkrebs?

oleanderkrebs schwarze blattflecken 2

oleanderkrebs pseudomonas schwarze blattflecken

Ziemlich sicher nach Bildvergleichen. :-( Dunkle / Schwarze kreis-runde Flecken auf den Blättern mitten auf der Mittelblattader, die Blätter verkrüppeln dort auch. Weiterhin verkrüppelte abgeblühte Blüten. Wucherungen an Trieben habe ich noch nicht beobachtet, auch kein Triebsterben, aber das kommt vielleicht noch. Ich habe den Oleander erst mal so eingewintert (einwintern lassen *g*) und das Schneiden aufs Frühjahr verschoben. Bisher ist die Krankheit nicht weiter fortgeschritten.

Oleanderkrebs ist eine anscheinend unheilbare, bakterielle Erkrankung (Pseudomonas), die auch noch ansteckend ist, weswegen man die Gartenschere dann dolle reinigen / desifizieren soll vor der nächsten Pflanze. Verhält sich also in etwa so wie bei den Funkien. Ätzend! Schneidewerkzeug-Desinfektion wird ab diesem Jahr bei mir Standard bei allem, was ich tue. Oleanderkrebs hatte ich bisher noch nie, nie, nie!, selbst nicht zu Zeiten der Nur-Billig-Oleander aus dem Discount-Handel. Jedenfalls raten manche Quellen zum Wegwerfen der Pflanzen, andere zum Rückschnitt, aber ganz weg kriegt man es dadurch anscheinend kaum jemals.

Dabei:

“Man geht heute davon aus, dass eigentlich alle in Europa im Handel befindlichen Exemplare bereits mit Ascochyta oder Pseudomonas oder beidem verseucht sind.”

Der Oleanderwolf.de rät außerdem dazu, nicht gleich wegzuschmeißen, sondern Erkranktes großzügig weg zu schneiden.

Da mir der Befall noch nicht zu massiv scheint, obwohl die Pflanze noch jung und klein ist, werde ich Bekämpfung durch Rückschnitt zunächst mal versuchen. Hat jemand damit schon mal Erfahrungen gesammelt? Auch über längere Strecken? Von wegen des Wieder-Auftretens des Befalls? Interessiert mich!

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5 Kommentare bisher

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Gärtnerin, 22. März 2010, 15:07

Nachtrag: Die Krankheit schreitet rapide voran. Oleander oben und seinen Überwinterungs-Nachbarn, der sich massiv infiziert hatte, entsorgt. War nichts Gesundes mehr dran. Fiese Oleander-Krankheit. :-(

Kristina, 22. März 2010, 15:48

Herzliches Beileid, liebe Gärtnerin. Meine Oleander haben den Winter gut überstanden – so sieht es jedenfalls aus. Obwohl ich nach deinem Beitrag erstmal einen Schreck bekommen habe, bei meinem hatten sich die Blattenden rötlich verfärbt. Aber das scheint kein Krebs zu sein, die neuen Blätter sind makellos.
Ich hoffe, du findest bald gesunden Ersatz – die “immergrünen” können einem ganz schön ans Herz wachsen.

Gärtnerin, 24. März 2010, 09:38

Danke, Kristina. Einen gesunden Oleander habe ich ja noch. Stocke vorerst mal nicht bewusst auf, aber wenn mir dann doch wieder einer in die Hände fällt, isses auch gut. :-)

Samtpfote-21, 31. Oktober 2010, 13:57

Hallo Gärtnerin,

nun ist es schon einige Monate zu spät für eine Antwort, aber ich hoffe, dein Oleander lebt noch… : )

Ich wollte hier nur mal schreiben, dass Pflanzen mit Oleanderkrebs nicht hoffnungslos sind!

Ich habe u.a. einen Lieblingsoleander (15 Jahre) und einen Mandarinenbaum.
Vor 6 Jahren war ich auf Mallorca und habe mir wilde Oleander mitgebracht – offenbar infiziert, denn es dauerte nicht lange, da hatten mein bis dahin immer gesunder “einheimischer” Oleander und die Mandarine, die daneben standen, Oleanderkrebs – und zwar heftigst.

Der “Mallorca-Oleander” hatte sie ganz offensichtlich angesteckt, und das Immunssystem meiner Pflanzen war nicht drauf eingestellt.

Ich hatte beide Pflanzen schon abgeschrieben, brachte es aber nicht übers Herz, sie wegzuwerfen und ärgerte mich ständig über die fiesen Geschwüre.

Nach 2-3 Jahren verschwand der Oleanderkrebs urplötzlich, und dem Oleander und der Mandarine gehts heute wieder prächtig.
Ich denke, dass sich das Immunsystem der Pflanzen auf die Pseudomonas-Bakterien eingestellt hat und sie unterdrücken konnte.

Also – man kann zwar nichts gegen Oleanderkrebs tun, aber er kann trotzdem wieder verschwinden, wenn man Geduld hat. : )

Samtpfote

Gärtnerin, 01. November 2010, 09:35

Nein, er lebt leider nicht mehr. Hat sein Leben schneller ausgehaucht als sich dran gewöhnen zu können.

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