Uta · 16. September 2010, 14:48

Rinnsteinpflege

Früher fand ich es total spießig, das Putzen weit übers eigene Grundstück hinaus. Irgendwo muss Schluss sein. Man kann ja nicht die ganze Welt saubermachen. Aaaaaber … jetzt komme ich nicht mehr drumherum. Ich muss irgendwas mit meiner Bordsteinkante machen. Sie sieht voll scheiße aus:

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Enthält auch welche, übrigens. Vor das Haus meines Nachbarn wagen sich die Hundehalter nicht. Zu ordentlich da, keine Tarnung.
Es gibt auch objektive Gründe. Das Kastanienlaub fällt, und eine verunkrautete Straßenkante ist nicht harkbar.

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Glücklicherweise haben mir meine Vormieter das einzig brauchbare Instrument für einen radikalen Neuanfang hinterlassen. Die Hackkratze (??), von der ich erst wusste, wozu sie gut ist, nachdem ich einen alten Mann damit hantieren sah.

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Also, frisch ans Werk.

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Mein Bordstein ist elend lang. Und war wirklich elend zugewachsen. Das Foto zeigt ihn nicht mehr im Originalzustand. Sondern zwei Stunden später. Da beschloss ich, diese Affenarbeit mal zu dokumentieren. Andere Hausbewohner vor mir rührten Unkrautex an, gossen zwei Minuten, und fertig.

Im Rinnstein sammelt sich beste Erde. Regenwürmer in XXL tummeln sich da. Ich traf auch winzige Kröten. Die Vögel wissen schon, warum sie an diesen Stellen immer scharren. Ich schmiss die Erde und die ausgerissenen Grasbüschel wieder auf den Fußweg, damit die schönen Nährstoffe nicht umkommen.

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Dort zerhäckselte ich alles mit dem Turbomäher zu Brei. Das tat gut.

Und das ist das Ergebnis des langen Nachmittags. Ich muss nur noch bißchen fegen. Wenn schon spießig, dann radikal!

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10 Kommentare bisher

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jmsanta, 17. September 2010, 12:12

Deine Nachbarn begehen damit eine Ordnungswidrigkeit. Die Anwendung jeglicher Unkrautvernichtungsmittel (auch Hausmittelchen wie Essigwasser, Salzwasser usw.) auf nicht-gärtnerisch genutzten Flächen (dazu zählen auch Wege, Rinnsteine, Wasser & Kanalzuflüsse usw.) ist verboten.

Die Missachtung dieses Verbots kann mal ganz locker ein Bußgeld von 50.000 € nach sich ziehen.

Ausführlichere Infos finden sich problemlos im Internet oder auf den Beipackzetteln zu den “Wunder”mitteln.

Uta, 17. September 2010, 14:08

Nein, nein ,die hacken jetzt auch. Aber der Hinweis ist wichtig, danke. Es wird hier schon mal Essigwasser gespritzt, um Hunde abzuhalten.
Ich wunderte mich immer darüber, denn es hält doch eh nicht lange an, oder?

Klaus, 17. September 2010, 16:51

Eine solche Hacke habe ich auch im Bestand.
Sie hat jedoch einen großen Nachteil, die
Wurzeln bleiben in der Fuge und die Freude über
das saubere Pflaster ist nur von kurzer Dauer.
Besser ist eine schmale Harke die zwischen die
Steine passt.
Im Gartencenter gibt es solche Teile zu kaufen.
Und dann den Rasenmäher als Häcksler und
Unkrautsauger.

Keisha, 17. September 2010, 18:34

Zum Thema Hund und Essig… zum einen, meinen Hund muß man von Salatsoßen aller Art vehement fern halten.
Zum anderen, es gibt in der Nachbarschaft einen Reihenhäuslerzaun, an dem meine Süße immer wie verrückt schnüffelte und leckte! Da mich das nervte, weil sie halt auch viel Kraft hat, und mich dahin partout mitschleift, habe ich den Nachbarn bei Gelegenheit gefragt, mit was er den Zaun behandelt. Die Antwort war: Essigessenz, pur, wegen der Hunde und Katzen.
Tja.
Wie oft er den Essigessenz aufträgt, hab ich nicht gefragt, aber vielleicht denke ich mal dran.

Bei anderen Hunden habe ich das Verhalten noch nicht beobachten können, aber ich lauere ja auch nicht stundenlang am Fenster ;) Wahrscheinlich habe ich mal wieder so einen spezialgelagerten Sonderfall ergattert…

Keisha, 17. September 2010, 18:40

… es muß natürlich DIE Essigessenz lauten. Und ja, Keishalein ist auf den Hund gekommen. Seit März. Habs satt, daß mir dauernd die Katzen zamgefahren werden und spurlos verschwinden.

Ich finde es übrigens ein Unding, anderen Leuten “Geschenke” in Form von Tretminen vor den Gärten, Hauseingängen und Grundstücken zu hinterlassen. Für so was gibt es Beutelchen, wenn man nicht grade nen Wald in der Nähe hat. Und zumindest bei meiner Stadtverwaltung bekommt man 1 Rolle Beutel pro Woche GRATIS!
Den Liebling nicht wild und wahllos überall hinkacken zu lassen ist eine Frage der Erziehung von Hund UND Herrchen!

Betula, 18. September 2010, 15:49

Gratuliere zum neuen Hausgenossen, Keisha! Bin selber seit 12 Jahren Hundebesitzer und kann dem was du über die Tretminen gesagt hast nur zustimmen. Mein Hund macht grundsätzlich nur ins Gras. Da wo er nicht soll lass ich ihn gleich gar nicht hin. Zu Sicherheit hab ich aber trotzdem immer Tüten in der Tasche. Wen es vor dem Wegmachen ekelt, soll sich halt keinen Hund anschaffen.

Pupebaby, 18. September 2010, 16:18

:)))

… und ich mach` mir nen Kopf, wg. dem meinigen, … da kann ich mein “Unkraut” ja noch etwas wachsen lassen, bis es so aussieht wie bei Dir.

Bei uns schwappt die Gossenpflege immer so durch die Straße. Irgendwer, fängt irgendwo an und dann schwappt es so durch die Straße. ;) Typisch Deutsch, würde ich sagen. ;)

LG,
Pupe

Uta, 22. September 2010, 00:22

Ein Essig liebender Hund???!!! Was es alles gibt…
Überschwappende Gossenpflege… Genauso isses. Ich denke aber, es ist international. Es ist nur, glaube ich, unterschiedlich, wie lange die Hartgesottenen sich raushalten. Ich kenne einen Ort in Thüringen, da wurde immer Samstags synchron die Treppe zum Haus gewischt. Da musste man schon schwer krank sein, um als entschuldigt zu gelten.

Andre, 23. September 2010, 12:48

Ich mache meine Natursteinplatten auch immer mit Essigreiniger sauber. Dies hat sich als sehr effektives Mittel gegen Moos erwiesen. Der Neubewuchs wird so eine ganze Weile hinausgezögert. Das generelle Nachwachsen ist jedoch so gut wie nicht zu verhindern. Aber zumindest hat man eine Weile Ruhe, bis die Arbeit wieder von vorne losgeht. Gott sei Dank habe ich hier keine Probleme mit Hunden :)

Gärtnerin, 23. September 2010, 12:56

Tse… Jetzt muss ich doch auch mal meinen Senf dazugeben: Ich kopfschüttele öfter über solche Rinnsteine. Liebe ich doch meinen Unkrauthaken / Fugenkratzer, und empfinde das Ganze nach getaner Arbeit als höchst befriedigend. :-)

Die Nährstoff-Verarbeitung finde ich äußerst kreativ.

Bezüglich der “Hackkratze” (Find ich gut!!!) müsste unbedingt noch ein Beitrag zur Gartengeräte-Bestimmung folgen, finde ich, und sie inspiriert mich: Ich hab auch noch ein Gartengerät, was irgendwie jeder Niederländer für den Garten verwendet und liebt, ich aber nicht, und von dem ich überhaupt nicht weiß, wie das Teil in D heißt. Ich mach die Tage mal ein Bild.

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