Gärtnerin · 10. August 2010, 12:47

Rispenhortensie – Hydrangea paniculata

Die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata) ist gefühlt eine der Trendpflanzen der allerletzten Garten-Jahre, die es echt geschafft hat. In kürzester Zeit hat die Rispenhortensie “Limelight” mit den weiß-grünlichen, leicht kerzigen Blüten in so viele Gärten Eingang gefunden, dass man sich schon fast fragt, wer noch keine hat. Und von mehr als einer Seite habe ich “Bestellungen” bekommen, falls ich irgendwo welche zu kaufen sehe!

Die Hortensie Limelight war bis vor kurzem – zumindest wahrgenommen – die einzige Sorte bzw. Blütenfarbe, die man kaufen konnte. Obwohl ich ein Hortensien-Fan bin, habe ich bisher keine Hydrangea paniculata gekauft, weil mir die Limelight-Blütenfarbe nicht so zusagte. Erst in diesem Frühjahr habe ich Neuheiten in den Geschäften erblickt, die jetzt zur Blütezeit auch vielfach andersfarbig in den Gärtnereien dem Käufer entgegenleuchten, vorzugsweise die Namen “Pinky Winky” und “Vanille Fraise”, beide blühen in Richtung rosa (dacht ich), aber auch die Bezeichnung “Grandiflora” (großblütig, wobei ich mir nicht so sicher bin, ob Grandiflora und Limelight nicht dasselbe sind). Und natürlich musste ich endlich eine kaufen und ausprobieren (Sorte Pinky Winky). :-)

Rispen-Hortensie – und?

Die Rispen-Hortensie Hydrangea paniculata ist laut meinem Zander eine “echte” Art, Blütezeit Juli-August, heimisch in Japan, China…. Wie sie als Wildpflanze aussieht, lässt sich schwer erahnen, da die Bildersuche doch von den käuflichen Pflanzen-Sorten voll ist. :-)

Was macht nun den Erfolg dieser Pflanze aus, fragt man sich. Ich denke, dass das vor allem die anderen Standort-Wünsche der Rispen-Hortensie sind, die – anders als “gewöhnliche” Hortensien sehr gerne in der prallen Sonne sitzt, minimal aber Halbschatten will. So kriegt man dicke Hortensienblüten eben auch da hin, wo andere Pflanzen ggf. gemickert hätten. Sie ist auch weit weniger anspruchsvoll an die Feuchtigkeit im Boden, bzw. toleriert Trockenheit, und hat beobachtetermaßen die heißen, trockenen Tage dieses Sommers in durchlässigem Boden völlig ungerührt in der Sonne überstanden. Und sie ist ein Spätsommer-Blüher-Strauch, was ja nicht schlecht ist, und schön sind die Blüten-Dolden ja, die nicht rund, sondern so ein bisschen spitzig sind.

Rispenhortensie schneiden

Dritter Vorzug: Man schneidet die Rispenhortensie gänzlich anders als die anderen Hortensien. Das ist viel einfacher. Im Gegensatz zu diesen, die am vorjährigen Holz blühen, und man beim Schneiden also befürchten muss, dass man sich der Blüten beraubt (Hortensien schneiden – Anleitung), blüht die Rispenhortensie am diesjährigen Holz, und wird in jedem Frühjahr vor dem Austrieb einfach kräftig geschnitten. Wenn man sie klein halten will, auf 10-15 cm und fertig, aber man muss auch nicht so extrem schneiden, wenn sie größer werden darf. So sehen auch die Kaufpflanzen im Frühling aus. Nach gar nix. Kurze Stummel-Äste. (Und sind b.t.w. erheblich billiger als jetzt zur Blütezeit!)

Weil jedes Jahr geschnitten wird, ist die Rispenhortensie als Blütenstrauch auch eine in kleinen Gärten von der Größe her gut kontrollierbare Pflanze. Wie hoch sie dann wird, ist nebem dem Schneiden natürlich auch standort- und sortenabhängig. Auf dem Pinky-Winky-Etikett steht 125-175 cm.

Meine Rispenhortensie ist dieses Jahr recht niedrige 60 cm hoch, was an den Eskapaden mit der armen Pflanze siehe 4. liegen mag.

Vierter Vorzug: Sie verzeiht unschlüssigen Gärtnerinnen, die nicht wissen, wohin pflanzen, robuste Handhabung und tatsächlich DREIMALIGES Umpflanzen mitten in der Wachstumszeit (zumindest solange noch nicht eingewachsen). Ich musste die Pflanze im Garten tatsächlich dreimal verpflanzen, weil ich mein Pflanzkonzept mehrmals wieder umgeschmissen habe. Ausgegraben, eingegraben, fertig, weiter ging´s. Bei der letzten Umpflanz-Aktion hat sie schon geblüht. :-)

Leider habe ich kein Foto beim Kauf gemacht. Hier die Dokumentation so weit vorhanden, wobei ins Auge fällt, warum ich mich zwischendurch gefragt habe, ob ich sie noch alle beieinander habe, oder die Pflanze falsch gelabelt war: Wer glaubt, dass eine Hydrangea paniculata “Pinky Winky” pink blüht, darf sich wie ich TOTAL überraschen lassen. :-))))

Seit Anfang Juli blüht Rispenhortensie Pinky Winky, die keine grünen, sondern dunkle, rotbräunliche Triebe hat, in aller-reinstem Blüten-Weiß:

Rispenhortensie Pinky Winky blüht weiß, dann rosa

Rispenhortensie Pinky Winky

Erst am 28.7. zeigt sich ein minimaler Anflug Rosa.
Am 4.8.:

Rispenhortensie Pinky Winky rosa-weiß

Rispenhortensie Pinky Winky

Am 10.8. erst in der morbiden Phase werden die Blüten richtig rosa. Pinky Winky verblüht rosa, blüht aber weiß. Sie winky-t quasi rosa Servus. :-)))

Rispenhortensie Pinky Winky rosa Blüten

Ich bin begeistert von ihr. Ist eine tolle, pflegeleichte Gartenpflanze und eine Bereicherung. Und reines Weiß find ich viel schöner als Limelight-grün-weiß!

Rispenhortensien vermehren

Stecklingsvermehrung scheint ganz gut zu klappen, mein erster ist jedenfalls noch nicht welk. Stecklinge von kräftigen Trieben schneiden, und zwar zeitlich möglichst weit vor dem Blütenansatz, scheint mir, damit die nach der Bewurzelung noch etwas wachsen können, und nicht gleich ihre Kraft in die Blüten stecken. Oder nach der Blüte? Hat das jemand schon probiert?

andere Bäume und Sträucher

eingewurzelt unter: Gehölze

Vor einem Jahr
Stauden, Pflanzen, Gartenmöbel ab 10.8., Zugeflogene Pflanze, Trauerweide, Geranien-Topfgröße-Wuchertum



11 Kommentare bisher

Kommentieren
muhriel, 10. August 2010, 16:02

*Auch haben will* Die ist ja wirklich traum-schön! Und würde mir für meine rosa-lila-weiß-Etage im Garten gerade noch fehlen! Also: Wer mal wo welche sieht (irgend ‘ne Baumarkt-Kette, oder @Sus auch ein direkter Hinweis) würde mich eine Nachricht freuen! :o)
Davon abgesehen wächst bei mir (in der prallen Sonne von ca. 10 – 18h!) aber auch mein Normalo-Hortensienbusch ganz anständig…

muhriel, 10. August 2010, 16:17

OK, ich seh’s ja ein: manchmal sollte man Deine liebevoll aufbereiteten Angebots-Infos doch erst mal lesen, bevor man was postet… da werd’ ich wohl morgen mal zu Dehner fahren! :o)

Gärtnerin, 10. August 2010, 17:00

Ha, eine mündige Gärtnerblog-Leserin. :-)
Viel Erfolg bei der Jagd. Susanne B. hatte unter den Angeboten auch noch was zu ihr geschrieben. Hab gesehen, dass es sonen Sonderpostenmarkt in Mainz gibt, für den Fall…

Wenns die Normalo bei Dir in der Sonne tut, hast Du wahrscheinlich einen erträglichen Boden, und keine Sandwüste. :-)

Sus, 10. August 2010, 17:42

Yes, Sir! Madame Muhriel! Zu Befehl… :-D

Bei der Gärtnerei Appel an der Kreuzung zwischen Griesheim, Pfungstadt, Darmstadt und Eschollbrücken gibt’s erwiesenermaßen die “Vanille Fraise”, Preis hab’ ich mir allerdings nicht gemerkt.

Liebe Grüße, Sus

Susanne B, 10. August 2010, 20:40

Beim Zimmermann Sonderposten sollte man allerdings möglichst am ersten Tag das Schnäppchen machen, zumindest bei meiner Filiale haben die armen Geschöpfe keine längere Überlebenschance.
Ich habe meine Pinky Winky gerade umgetopft, sie steht völlig ungerührt auf meinem leeren, nicht fertig werdenden Balkon und nickt mir aufmunternd zu.
Abgesehen davon habe ich sie mir zugelegt, weil ich mein Bauernhortensien-Geschenk nach zwei blütenlosen Jahren (Knospen weggefroren) weiterverschenkt habe. H. paniculata soll bis -30°C winterhart sein – wenn das nicht cool ist.
Und ich bin gespannt auf den Stecklingsfortsetzungsbericht!
:-)

Daggi, 12. August 2010, 07:24

Die ist aber hübsch!
Wenn ich endlich den Pflanzplan für meinen Vorgarten fertig habe, soll sie auch bei mir einziehen!
Doppelt schön, dass sie recht unkompliziert zu sein scheint!
Liebe Grüße von Daggi

Gärtnerin, 12. August 2010, 08:50

Na dann gute Vorgarten-Planung, Daggi. Ich genieße den schmunzelhaften Namen, den Du Deinem Blog gegeben hast. :-)

Christine, 19. Februar 2011, 16:09

Hallo, würde gern wissen, ob man die Stecklinge aus
den abgeschnittenen Abfallresten im zeigigen Frühjahr nehmen kann.
Viele Grüße Christine

Eddie, 06. Juni 2011, 10:39

Grüß Euch aus Oberbayern!

Zur Vermehrung von Limelight:
Bei mir hat das super geklappt aus dem Abfall, den ich im zeitigen Frühjahr abgeschnitten hatte. Zum Wegwerfen war mir das Material zu schade, da dachte ich mir, ich probier’s einfach. Und prompt hat’s toll geklappt. Etliches an “Ausfall” hatte ich zwar, aber man kann sagen, es hat sich rentiert.

Aus den einzelnen langen Trieben schnitt ich Stecklinge, die alle ca, drei bis vier “Augen” hatten. Alles, was ging, hab ich in die Töpfe gesteckt und nach ca, eineinhalb Wochen regte sich schon Leben auf der Fensterbank. Innerhalb drei Wochen hatte wirklich jeder Steckling ausgetrieben. Nach einiger Zeit wurden aber viele Triebe dürr, die ließ ich aber dann noch in der Erde. Vieles wurde dann zwar wirklich kaputt, aber einige trieben ein zweites Mal aus. Jetzt habe ich über 20 Töpfe (5 Liter) umgetopft, die mit wunderschönen, schon fast 30 cm hohen Pflanzen heranwachsen. Einige haben sogar schon kleine Blüten angesetzt. Ich hab sie in Frühbeete, bei denen die Deckel immer aufgespreizt bleiben, gestellt. Der Platz, an dem die Pflanzen stehen hat nur Morgensonne, das scheint ihnen sehr gut zu bekommen. Ein paar Düngergaben haben ihnen auch recht gut getan.

Daraus werde ich eine tolle Rabatte machen, die sicherlich sehr gut zu meinen Buxbäumen und der Samaragthuenhecke wirkt.

Ich habe schon über 20 Limelight in meinem doch recht großen Garten, an denen ich sehr viel Freude habe. Ist echt eine sehr dankbare Pflanze, die einen guten Platz im Garten verdient.

Viele Grüße aus dem Berchtesgadener Land
Eddie

Gärtnerin, 06. Juni 2011, 11:54

Sehr cool, Eddie! Ich hab das bisher nicht ausprobiert, aber Dein Bericht motiviert. :-)

Eddie, 06. Juni 2011, 13:07

Nur zu, liebe Gärtnerin! Ein recht kleiner Aufwand mit großer Wirkung, der sicher über Jahre sehr viel Freude macht.

Grüße

Kommentar hinterlassen

Deine Mailadresse wird nicht angezeigt.

zur Gartenblog-Startseite