Gärtnerin · 06. Mai 2010, 09:25

Sandbienen in der Erde

Garten: Mal wieder anders… als man denkt! Da hängt man einen (bisher nur durch 1 Wildbiene bewohnten) Insekten-Nistkasten auf, und dann so was:

Statt des erwarteten Wildbienen-Einzugs stellen sich ungezählte Sandbienen ein, und nicht etwa im Insekten-Domizil, sondern in der lockeren Erde, die nachmittags schön sonnig und trocken liegt, davor. Dort lagert überschüssige Erde aus umliegenden Beeten und lädt zum Brüten ein. Genau so mögen Sandbienen Brutplätze.

sandbienen andrena in der erde

Bisschen plöd, weil der Erdhaufen nicht dauerhaft da bleiben sollte. Wird wohl bis zum Sandbienen-Ausschlüpfen im Spätsommer oder nächstes Frühjahr (das variiert je nach Art, und ich konnte noch kein Bestimmungs-Foto machen) dann liegen bleiben müssen. :-(

Sandbienen an sich:

Wenn Ihr mal Sandbienen im Garten habt: Keine Panik, die fliegen, wenn man sich in Nest-Nähe befindet, höchstens mal drohend auf, haben aber entweder keinen Stachel oder einen so schwachen, dass sie nicht wirklich stechen können, hat mir mal ein Insektenbekämpfer erklärt, der sich damit auskennt, weil so viele Leute deswegen anrufen. Sie sind wehrlos, stellen also auch keine Bedrohung für uns dar. Es lohnt sich, Freundschaft mit ihnen zu schließen. Neben den staatenbildenden Honigbienen gehören sie auch zu den Mega-Bestäubern von Blüten an allerlei Pflanzen und Obstgehölzen, und sind so gesehen auch wichtig für den Frucht-Ansatz.

Ganz anders als z.B. Erdwespen, die unterirdisch einen Wespenstaat bilden, oder andere Wespen, sind sie gut daran zu erkennen, dass Sandbienen solitär lebend sind, also jede Sandbiene eine einzelne Brutröhre baut. Somit sind Sandbienen-Flächen viel-durchlöchert. Die meisten von ihnen sehen deutlich bienen-artig aus, also bräunlich-schwarz-haarig, evtl. mit bissi hellbraun, und nicht gelb-gestreift wie Wespen typischerweise sind. Also alles was in Einzel-Löchern im Boden brütet und bienen-artig aussieht = gut und ungefährlich.

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5 Kommentare bisher

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maren, 06. Mai 2010, 16:31

Ah, die lieben Kleinen ;)
wir haben auch jedes Jahr Unmengen von Sandbienen im Garten, die für ein paar Wochen im Frühjahr alles “durchwühlen” und dann wieder verschwinden. Und ich kann bestätigen, daß sie absolut friedliche Gesellen sind, ich bin noch nie gestochen worden und das trotz barfuß über die Wiese laufens… Auch reagieren sie nicht auf Süßes, wie Eis oder Kuchen… und an das Summen um einen herum gewöhnt man sich auch :)

Susanne B, 06. Mai 2010, 21:23

Mein baugleiches Insektenhotel habe ich wegen der Fassadensanierung letztlich nicht aufgestellt. Aber die Öffnungen habe ich nachgeschliffen (Wildbienen mögen nur glatte Eingänge), und dabei habe ich festgestellt, dass eine Menge der Höhlen bis nach hinten durchgebohrt sind – soweit ich weiss, ist das ein KO-Kriterium.
:-(

Klaus, 06. Mai 2010, 21:54

Hallo Maren !
Alles richtig, Kompliment !Meine erste Aufnahme war ein Experiment. Auch ich habe die Eingänge
mit einem Bohrer nachgearbeitet und die gute Hälfte ist belegt.
Das große Loch in der Mitte habe ich verjüngt
und es ist bereits belegt, was wollen wir mehr.
Aber stell dir mal bildlich vor wie ich einer Hummel, mit einem Zollstock in der Hand, nachjage um ihren Leinumfang zu messen. Es muss ja passen!
Jetzt darfst du herzhaft lachen.

Klaus, 06. Mai 2010, 21:59

Nachtrag !
Es heist nicht Leinumfang, sondern Leibumfang.Wenn ich einer jungen Frau begegne,
dann werde ich nervös und denke an die Jugend, lang lang ists her, zurück.

Gretel im Busch, 08. Mai 2010, 09:28

Tja, unsere liebe Wildtierchen sehen die Dinge oft ganz anders als wir ;-) Ich hatte vor zwei Jahren ebenfalls einen Lehmhaufen in dieser Größe, der ein Beet werden sollte. Als ich gerade loslegen wollte, kamen die roten Mauerbienen und betrieben eifrig Bergbau. Sie holen sich allerdings nur das Material für den Niströhrenbau anderswo, und waren nur eine Woche zugange. Beim Abflug ließen sie mein Insektenhotel selbstverständlich alle links liegen.

Dramatisch war die Eiablage einer Großen Heupferdchendame. Nicht nur, weil ich so einen Legebohrer im Einsatz noch nie gesehen hatte. Die Schrecke hatte sich eben auch eine bereits verplante riesige Beetbaustelle ausgesucht, in der als Untergrund locker Kieselsteinchen mit Holzstückchen und Sand gemischt waren. Als ich dann las, dass die lieben Kleinen bis zu fünf Jahre brauchen, bis sie von der Sonne ausgebrütet werden, habe ich beschlossen, das Substrat mit der kostbaren Fracht vorsichtig zu evakuieren. Ob die Rettung gut ging, ist natürlich ungewiss. Zu wissen, dass das Heupferdchen nach der Eiablage gestorben ist, machte die Sache nicht besser. Ich hoffe jedenfalls sehr, eines Tages wieder einen Heupferdherren aus meinem Weidentorbogen singen zu hören.

Vermutlich eine junge Sandbiene habe ich es gestern aus Versehen ausgebuddelt. Sie sah aber schon ziemlich “fertig” aus. Solche Funde sind der Grund, warum ich immer lieber mit Handgeräten im Knieen arbeite. Mit einer Schaufel am Stiel hätte ich die Kleine einfach übersehen und verschüttet. So konnte ich sie in einen anderen Haufen umsetzen und vorher noch mal eingehend betrachten. Die vielen schönen Kokons, Puppen und Larven, die beim gärtnern zu Tage kommen, finde ich immer super spannend.

Allen GärtnerInnen mit Kindern und jenen Großen, die schöne Bücher lieben, möchte ich an dieser Stelle ein herrlich illustriertes Kleinod ans Herz legen: Anne Möller: Nester bauen, Höhlen knabbern · Wie Insekten für ihre Kinder sorgen.

Und zuguterletzt noch dies: Der Imker in der Nähe meines Gartens hat über den Winter mal wieder alle seine Honigbienen verloren. Das sieht dann schon seltsam aus, wenn die schneeweißen Apfelblüten auch beim herrlichsten Wetter kaum betankt werden. Überall summt es merklich weniger. Die Ernten in diesem Jahr werden zeigen, was die wilden Bienchen und Hummeln alleine hinbekommen – jetzt, wo sie keine Hochleistungskonkurrenz haben.

Also Steffi, Du bekommst für Dein naturliebes Stehenlassen des üppigen Erdhotels nicht nur Lob von der Gretel, sondern auch ein paar Früchte zum Dank ;-)

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