Schlechtwetter – Sauregurkenzeit
Ja, was will man eigentlich dieser Tage mit Weltuntergangs-Schlechtwetter im Garten?
Nicht dass ich böse wäre, dass die große Hitzewelle erstmal vorbei ist! Ich will da gar nicht mosern. Septemberhafter Sonnenschein mit milderen Temperaturen kommt mir an sich entgegen. Immerhin sind Frühling und Herbst meine Lieblings-Garten-Jahreszeiten, selbst wenn sie zu früh dran sind. Sommerblumen und blühende Kübelpflanzen habe ich ausreichend, um noch nicht auf Chrysanthemen und Heidekraut-Kauf angewiesen zu sein. Nur, man hat nix davon, weil man einfach nicht in den Garten kann. Jammern tut gut, also:
Erst eine Woche in D, dann eine Woche krank, mit als Gefolge völlig entgleiste Zustände im Garten. :-(
Verblühtes und Unkraut reichen sich die Hand. Langsam – zwei-drei Stunden letztes Wochenende – begonnen, den Garten, der sich durch langsam verblühenden Sonnenhut und beginnende Fetthenne-Blüte schon äußerst herbstlich zeigt, weil der heiße Sommer viele Pflanzen im Zeitraffer ihre Saison erleben ließ, wieder in Besitz zu nehmen. Eimer von verwelkten Blüten und Stauden und Schachtelhalm…
Wochenbeginn: Sturm. Es weht bis zur Wochenmitte so heftig, dass die traurigste aller Nachrichten ist, dass der 150 Jahre alte Anne Frank-(Kastanien)Baum in Amsterdam (sie berichtete mehrmals über ihn in ihrem Tagebuch), der seit Jahren morsch umzustürzen drohte, und deshalb mittels einer teuren Extra-Konstruktion gestützt und so erhalten werden sollte, am Montag mittag 13.30 Uhr vom Sturm gefällt wurde. :-(
Auch sonst wurde um den Baum viel Trara gemacht. Es sind nämlich in letzter Zeit Stecklinge gezogen worden von der historischen weißen Kastanie, und davon sollen welche aus symbolischen Gründen nach Ostdeutschland gegeben werden. Dass das alte Bruchholz des Kastanienbaums nun aufbewahrt wird und sogar über eine Ausstellung desselben nachgedacht wird, scheint mir allerdings doch etwas viel des Guten, ebenso wie die Meldung, dass sich Menschen in den Besitz von Kastanienstücken gebracht haben, um sie als Trophäe für teures Geld über Internet zu verkaufen. Was am Mittwoch vom Baum weggeholt wurde und ausgestellt werden soll, soll dann allerdings nicht verkauft werden. Erstaunlich jedenfalls, wie viel Emotion mit diesem Baum hier verbunden ist. Fast schon Jackson-haft.
Am Mittwoch habe ich – wieder fast voll einsatzfähig – den Garten der alten Gärtnerin , ebenfalls entgleist, aufgebretzelt. Und seitdem regnet es. Ach was, es wasserfasst und kübelt. Der Regen kommt vom Himmel wie bei Studioaufnahmen für einen billigen Werbefilm, bei dem zwei-drei Mann von oben mit Eimern und Sprühdusche “Regen machen”. Nur sieht man das Gerüst nicht, auf dem sie stehen. Demzufolge läuft das Nieder-Land auch ganz schön voll immo. Gestern ist ein kleiner Deich gebrochen und wurde die Autobahn A1 überflutet. Na danke. Gartenarbeit? Ich will ein Rettungsboot! Vorerst liege ich wegen Rückschlag dann wieder flach. Möge das Unkraut wachsen, wenn es den Kopf über Wasser halten kann. Mirdochegal. :-(
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11 Kommentare bisher
KommentierenHallo Gärtnerin,
aus dem ebenfalls verregneten Baden wünsche ich dir Gute Besserung! Gerade schauerts wieder heftig. Aber wenn jetzt schönes Spätsommerwetter wäre, wäre es doch noch doofer krank zu sein, oder?
LG
Betula
Oh je, Du Arme! Gute Besserung!
Gerade heute morgen habe ich mal wieder über diesen Sommer geschimpft: erst zu heiß, dann Dauerregen, dann die Schnaken (Stechmücken) und jetzt wieder Dauerregen. Mein Garten sieht mich in diesem Jahr auch eher wenig.
Liebe Grüße, Sus
Geht mir leider auch so! Es reicht immer nur gerade dazu, zwischen zwei Güssen die noch nicht von der Braunfäule dahingerafften Tomaten einzuholen, dem Zucchini die Früchte vor Erreichen von Keulen-Maßen abzuringen, und dann schnell wieder nach drinnen. Es sieht in der Tat auch bei mir verheerend aus! Wildwuchs und Früh-Verblühtes geben sich sozusagen die Klinke in die Hand :o(
Naja, geteiltes Leid ist halbes Leid, und vielleicht hat Petrus ja am Sonntag mal für ein paar Stündchen ein Einsehen…
Euch allen auf jeden Fall schon mal ein schönes Wochenende!
LG, Muhriel
Dito, fragt nicht, wie die Chili-Ernte dieses Jahr ist. Die brauchen ja Schwimmflügel. :o( Dieses Jahr ist kein gutes Garten- und Balkonjahr und wegen der vielen Stürme überlege ich ernsthaft meine Kästen nicht für den Winter zu bepflanzen und keine Weihnachtsbeleuchtung zu machen. Da bin ich ja nur am Räumen, wenn das Wetter ewig so heftig ist. Ne, dann lieber alles abbauen und im nächsten Jahr einen neuen Versuch machen.
Dieses Jahr ist/war wirklich vertrackt. Ich habe auf dem Balkon noch keine einzige Cherrytomate ernten können. Ich habe dieses Jahr auch höchstens 4 Tage gehabt, an denen es auf dem Balkon erträglich war. Entweder, hier war es eiskalt, oder knalleheiß. Auch kennt die Natur dieses Jahr nur “Wasser marsch” oder “furztrocken”. Wir hatten hier im August zeitweise Tage um den Frostpunkt und ich habe überlegt, ob ich die Pflanzen schon reinholen soll!
2010 ist zum aus dem Kalender streichen… Wetter Mist, Gesundheit am Boden, Laune im Tiefpunkt.
Anscheinend sind wir hier in Bayern von dem schlechten Wetter verschont – kann mich eigentlich nicht besonders beschweren.
Die letzten Tage haben Sonnenstrahlen und blauer Himmel immer wieder zu ausgedehnten Spaziergängen eingeladen.
Dieses Jahr habe ich endlich mal keine Braunfäule an meinen Tomaten (kann das wirklich an der zweimaligen Behandlung mit Schachtelhalmbrühe liegen?)
Tatsächlich habe ich noch nie so viele Cherrytomaten vom Balkon geerntet, die größtenteils zu Suppe verarbeitet wurden, weil ich nicht mehr wusste wohin damit…
Also kein Grund zu schlechter Laune!
Liebe Grüße
Hier stellenweise jetzt auch trockener und ggf. sonnig septemberlich. Rekord-Tomatenernte kann ich bestätigen, sowohl für Rüsselsheim als auch für hier in NL. Mich wundert, dass die Tomatenpflanzen noch nicht alle von der Braunfäule heimgesucht wurden bei der Nässe.
Hallo Gärtnerin !
Über deine Rekordtomatenernte freue ich mich für
dich. Bei uns in Thüringen können wir leider
nicht mit Erfolgsmeldungen brillieren.
Braunfäule u.a.
Leider fehlt mir das “Unkraut” Ackerschachtelhalm
für Versuche. Für das nächste Jahr werde ich mich
im Gartencenter damit eindecken.
Jetzt schlägt sie aber doch zu. Die Tomatenpflanzen sind fleckig geworden, erste noch grüne Früchte zeigen braune, eingesunkene Stellen. Werde sie heute rausreißen. Hab aber immer noch geschätzte 6 kg reife Tomaten hier liegen, und schon mehrmals ver-tomatensoßt. Komisch, dass sich das erntetechnisch regional so unterschiedlich verhält.
Noch bin ich von braunen Stellen verschont.
Ackerschachtelhalm müsste sich eigentlich gut in der Natur finden lassen – allerdings suche ich da noch nach einer nahegelegenen Bezugsquelle.
Im Botanischen Garten bei uns wächst er an jeder freien Ecke und sogar auf den Gehwegen. Offenbar wurde er mal zu Ausstellungszwecken kultiviert und vermehrt sich seit dem völlig unkontrollierbar.
Aber vielleicht habe ich nur durch Zufall gute Erfahrungen damit gemacht und jemand anderes kann die Wirkungsweise nicht bestätigen?
Hallo Verena !
Es war kein Zufall, daß du Erfolg mit Schachtel-
halm hattest.
Es sind jahrhundertalte Erfahrungen die du dir zunutze gemacht hast. Es ist genau wie bei
Brennnesseln als Dünger und als Pesticid.
Bereits Hildegart von Bingen hat über die
Heilwirkung der Beiden geschrieben.
Aber wie bei vielen anderen Hausmitteln hilft
nicht alles gegen alles.
Zumindest sind Beide nicht giftig und man braucht
auch keine Karenzzeit einzuhalten.
Einen Versuch sind die Mittel auf jeden Fall wert,
denn man kann keinen Fehler machen.
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