Gärtnerin · 27. August 2011, 09:18

Samen-Dreschen für den Hausgebrauch

Ein Beitrag zum Thema erfinderisch bei Samen-Gewinnung/Saatgut-Säuberung. Der Bienenfreund im Garten war abgeblüht, und die Pflanzen mit Samenständen wurden wie immer in eine große Schüssel zwecks-Samen-Gewinnung eingesammelt und noch eine Weile getrocknet. Zwar säen sich die Samen auch bei Ausfallen und Liegenbleiben im Garten aus, aber ich brauche ab und an auch die eine oder andere Samen-Portion, um sie zielgerichtet auszusäen.

Da Bienenfreund getrocknet sehr stachelig ist und man sich beim Fleddern der Pflanzen wie bei Kakteen fiese, schmerzhafte Stachelhaare zuziehen kann, habe ich die getrockneten Pflanzenteile zum Dreschen die letzten Jahre immer in eine Plastiktüte gepackt und beliebig gegen die Wand geschlagen, damit die Samen ausfallen. Leider war die Samen-Ausbeute dabei nie so besonders groß, das Meiste ist wohl in den haarigen Samenständen hängen geblieben. Dreschen müsste man das, ….

Jetzt habe ich der Weisheit vorerst letzten Schluss entdeckt: Zwischendurch die Tüte platt auf den Boden legen und mit einem Nudelholz bearbeiten, ohne alles völlig zu Mehl zu drücken natürlich. Am Ende in eine Schüssel und das leichtere Pflanzenmaterial oben runternehmen. Übrige Nicht-Samen-Reste draußen vorsichtig aus der Schüssel geblasen, fertig. Das erhöht die Ausbeute ganz gehörig:

 samen dreschen ernte

Es wäre auch noch sauberer gegangen, aber so genau nehme ich es damit nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass das absolut beste Werkzeug zum Nudelholz-Dreschen von kleineren Samenständen ein Stück von so einer Schwimmnudel aus dem Schwimmbad wäre. Lässt sich sicher gut drüberrollen und wäre nicht zu hart, so dass man damit keine Samen zerquetscht. Muss ich mir mal besorgen…

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Schlechtwetter - Sauregurkenzeit



8 Kommentare bisher

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keichwa, 27. August 2011, 13:33

So ungefähr habe ich das mit meiner ersten sendung dieses jahr auch gemacht (zwecks zerkleinern durch ein grobes sieb „gerührt“, dann durch ein feineres und dann abgepustet).

Die samenprofis empfehlen, die getrocknete samenernte in einen leinensack (kopfkissen) zu tun und dann entweder gegen eine wand oder auf einen tisch zu schlagen oder behutsam auszutreten. Dann sieben und ggf. auspusten.

Ob auch ein wasserbad ginge? Die pflanzenteile müssten doch nach oben steigen. Oder kriegt man die samen nicht schnell genug wieder trocken?

Sus, 27. August 2011, 14:55

Hmm, das dachte ich diese Woche auch mit Samen vom Mädchenauge auch… Ergebnis: Alles schwamm oben! Jetzt liegt alles auf einer Zeitung zum Trocknen.

Liebe Grüße, Sus

keichwa, 27. August 2011, 18:27

Danke für die warnung, dann lasse ich lieber die wasserbad-experimente. Nächstens will ich noch Rucula- und Tagetessamen reinigen — beides scheint mir aber nicht so kompliziert zu sein.

Sus, 27. August 2011, 18:55

Och, das kann funktionieren. Probier’s einfach mit einem kleinen Teil aus. Wenn’s klappt, ersparst Du Dir Arbeit…

Susanne B, 27. August 2011, 19:48

Mit ein bisschen Übung kann man das Saatgut in einer kleinen Pfanne oder einem Suppenteller hochwerfen und sachte draufpusten, damit bekommt man die leichteren Pflanzenteile auch weg.

Gärtnerin, 28. August 2011, 10:25

Mit Wasser würde ich eher nicht laborieren. Ggf. bricht man die Keimruhe gleich mal.

Hochwerfen ist nicht unbedingt nötig, Susanne, es klappt auch in einer runden Schüssel, wenn man die Samen hin und her schüttelt und da sanft rein bläßt.

Susanne B, 28. August 2011, 20:59

Naja, ich meinte jetzt auch nicht so hoch wie bei einem Tennisaufschlag…
:-)

Tüfftelhannes, 29. Oktober 2014, 20:51

Ja Ja.
Das mit dem klein kriegen und zu trennen ist immer ein Fall für sich…jeder fordert da was anderes. Auf eine Universallösung bin ich da nicht gekommen. Für viele Fälle reicht da jedoch mein Aufbau… (www.il-betra.de)

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