Gärtnerin · 12. April 2011, 10:18

Stachelbeere – Raupen, Stachelbeerblattwespenlarven

Dringende, schädlings-verzweifelte Hilfsanfrage von Bianca: Schädlinge an Stachelbeeren:

„Um es vorweg zu sagen: Ich bin ein tierlieber Mensch. Ich kann noch nicht mal eine Fliege tot hauen. Aber was zu weit geht, geht zu weit. Inzwischen beherberge ich in meinem Mini-Hinterhof-Kübel-Gärtchen einen regelrechten Schädlingszoo. … jetzt haben auch noch die
Stachelbeerblattwespen beschlossen, dass meine drei mickerigen Stachelbeersträucher eine hervorragende Kinderstube darstellen.

Eigentlich bin ich auch nicht sonderlich selbstmitleidig: Aber warum immer ich?!!! Schon letztes Jahr haben grün-gelbliche Raupen meine Him- und Brombeerpflanzen bis auf die Blattrispen leer gefuttert (die Bestimmung dieser Raupen ist mir auch mit Hilfe des wwweltweit besten
Raupenbestimmungstools noch nicht gelungen, vermutlich Vertreter irgendeiner neuen Spezies ….

Ein Test mit Schmierseifen-Spiritus-Gemisch gestern Abend hat die Stachelbeerblattwespenlarven allerdings nicht beeindruckt. Nach intensivem Googlen war ich auch nicht schlauer. Die Betroffenen erzählten von vollständigem Kahlfraß innerhalb weniger Tage (teilweise inklusive der Blüten und bereits vorhandenen Beeren). Außerdem las ich, die Wespe sei eine Anhängerin des Großfamilienkonzepts und bekäme viermal jährlich Nachwuchs. Außer Gift war der einzige Rat: Absammeln. Und zwar täglich.

stachelbeerraupen stachelbeerblattwespen larven 3

stachelbeerraupen stachelbeerblattwespen larven

stachelbeersträucher raupen stachelbeerblattwespen larven 2

Zur Erinnerung: Es sind nur drei Sträucher, einer davon ein junges Josta-Hochstämmchen, das kaum erst sieben oder acht Äste hat. Eben habe ich gesammelt. Geschlagene anderthalb Stunden lang. Und wenn ich keine 300 Raupen von den Blättern gepflückt habe, war es keine.
Aufgehört habe ich nicht, weil keine Raupen mehr dran waren, sondern weil es langsam dunkel wurde und ich die stachelbeerblattgrünen, zwischen 0,5 und 1cm langen Biester nicht mehr gut genug erkennen konnte. Ist ja auch nicht so, als säßen die obendrauf, nee, die hocken entweder unter oder seitlich von den Blättern.

Abgesehen davon, dass ich mir meinen Urlaub anders vorgestellt habe:
Was mache ich, wenn ich wieder arbeiten muss?! Vögel oder andere Nützlinge, die freiwillig den Auftragskiller spielen würden, sind mitten in der Innenstadt nicht in Sicht. Obwohl ich eigentlich
biogärtnere, spiele ich mit dem Gedanken an chemische Schädlingsbekämpfungsmittel. Auch wenn ich nach dem Verzehr der Beeren dann selbst tot umfalle.

Ich wüsste gerne, ob sich im Gärtnerblog noch andere Opfer des Stachelbeerenblattraub/ps mitlesen. Was habt Ihr unternommen? Gibt es etwas, das nur die Raupen um die Ecke bringt, nicht aber den Gärtner und andere Nützlinge? Bin für jeden Tipp dankbar.“

Ich könnte mir vorstellen, dass der Beitrag zu Johannisbeeren und Raupen sowie die Kommentare dort Dir weiterhelfen, da gibt´s neben chemischeren Maßnahmen auch z.B. Jauche-Rezepte und so. Da auch ich so Stachelbeeren-Schädlingbefall noch nicht gesehen habe, würde mich aber auch interessieren, ob jetzt dazu noch viele andere hilfreiche Sachen gesagt werden können. Wer weiß was?

eingewurzelt unter: Schadbilder

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Eucharis amazonica - Amazonaslilie, Armeria - Grasnelke



15 Kommentare bisher

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Yaspiz, 12. April 2011, 21:17

Es ist wohl die Raupe des kleinen Kohlweißlings. Hier ein Foto:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Pieris_rapae_-_larva_01_%28HS%29.JPG&filetimestamp=20100926194444

Hier der Wiki-Eintrag:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Kohlwei%C3%9Fling

Ich sammle sie auch immer ab, habe sonst auch noch kein giftfreies Mittel dagegen. Bei mir sind es die Raupen des Großen Kohlweißlings, die sind genauso verfressen.

Liebe Grüße

Yaspiz

Stephanie, 12. April 2011, 21:52

Gegen den Kohlweißling bzw. dessen Raupen – allerdings auf Grünkohl -hat mir im Sommer ein Aufguß aus Tomatenblätttern gut geholfen. Auf 3 Liter Wasser 3 Hand voll Tomatenblätter ca. 3 Stunden ziehen lassen, Blätterzeugs absieben und damit täglich oder zumindest alle 2 Tage die Pflanze besprühen. Zusätzliches Absammeln ist natürlich auch nicht verkehrt. Die Tierchen mögen den Geruch der Tomate nicht (Kohl und Tomate auch prima in Mischkultur).

Im Moment wird dies Dir wahrscheinlich nur wenig bis gar nicht helfen, Tomatenpflanzen sind ja jetzt noch nicht so weit wie im Sommer. Ging mir halt nur um den Tip allgemein zum Kohlweißling vertreiben.

Yaspiz, 12. April 2011, 21:56

Mir ist wieder eingefallen, was ich vor einiger Zeit mal benutzt habe, als wir unendlich viele Raupen hier hatten, ein biologisches Produkt von Neudorff (hat geholfen):

http://www.neudorff.de/produkte/katalog/raupenfrei.html

Immerhin fällt mir so etwas überhaupt noch ein, auch wenn es etwas dauert, immerhin. Noch kein Alzheimer, noch nicht. ;)

Liebe Grüße

Yaspiz

Bianca, 13. April 2011, 00:37

Hallo zusammen,

Danke schon mal für Eure Antworten. Die Sache mit den Tomatenblättern werde ich ausprobieren, falls ich im Sommer noch mal Besuch von den Raupen bekomme. Vielleicht hilft der Tomatenaufguss ja auch gegen andere Schädlinge. Sollte ich Erfolge erzielen, werde ich davon berichten.

Ich habe auch selbst noch weiter recherchiert. Ich bin mir inzwischen sicher, dass es sich nicht um den kleinen Kohlweißling handelt. Erstens dürfte der sich nicht für Stachelbeeren interessieren (zumindest nach den Beschreibungen, die ich über ihn im Netz gefunden habe). Zweitens haben meine Raupen sechs Brustbeinpaare (auf dem ersten Foto kann man es vielleicht gerade noch erkennen. Ich habe die Fotos in besserer Auflösung, da sieht man es deutlich. Außerdem kraucht bei mir noch genügend Anschauungsmaterial in natura rum…) Schmetterlingsraupen haben nur fünf. Es ist also mit ziemlicher Sicherheit eine Blattwespe.

Auf der Neudorffseite gibt es ein Bild von der Larve inkl. Schadbild. Sieht dem Treiben bei mir ziemlich ähnlich: http://www.neudorff.de/pflanzenpflege/pflanzen-doktor/problem/512.html

Ich war heute in der Gärtnerei und habe mich beraten lassen. Schweren Herzens habe ich mich entschlossen, zur Rettung meiner ohnehin mageren Ernte Spruzit einzusetzen. Immerhin ist es für den ökologischen Landbau zugelassen, wird mich also vermutlich nicht umhauen, wenn ich die Beeren esse. Aber alle anderen Mittel wären vermutlich zu spät gekommen. Inzwischen sind nämlich komplette Zweige kahl.

Ich hoffe, dass mir für die nächste Saison etwas besseres einfällt. Für weitere Tipps bin ich also nach wie vor dankbar.

Liebe Grüße
Bianca

Bianca, 13. April 2011, 14:10

Nachtrag: Es hat mich viel Überwindung gekostet, aber gestern habe ich die Sträucher mit dem Mittel behandelt. Heute morgen lagen hunderte Raupenleichen unter den Sträuchern, trotz meiner Sammelaktion am Vortag. Auch wenn ich ein schlechtes Gewissen habe angesichts des Massakers, bin ich nun überzeugt, dass ich der Plage mit Absammeln nie im Leben Herr geworden wäre.

Schade, dass man mit Schädlingen nicht verhandeln kann. Ich wäre ja durchaus bereit, eigene Futterpflanzen für Insekten anzubauen, wenn im Gegenzug die Pflanzen verschont blieben, die ich selbst essen bzw. anschauen will.

Mit gemischten Gefühlen
Bianca

Sven, 19. April 2011, 07:39

Trotz des harten Winters scheint es derzeit ein Übermaß an Getier zu geben, welches sich derzeit auf die ersten grünen Triebe freut. Von meinen eingewinterten Pflanzen haben gerade einmal 3 überlebt und die nur sehr ramponiert. Raupen und Blattläuse sind derzeit eine Plage gegen die man derzeit nur mit eigentlich nicht gewollten Schutzmitteln ankommt.

Bianca, 19. April 2011, 19:38

Vielleicht gibt es auch bei Insekten „Kaltkeimer“, die erst nach einer längeren Kältephase so richtig in Fahrt kommen…

Toi toi toi, bei mir ist gerade Ruhe eingekehrt. Seit ich Nematoden ausgebracht habe, habe ich beim Buddeln keine Dickmaulrüsslerlarven mehr gefunden, und die Stachelbeersträucher (bzw. was von ihnen übrig war) habe ich richtiggehend aufatmen hören, nachdem ich Ihnen die Spruzit-Dusche verpasst hatte.

Den Schnecken stelle ich erst mal eigene Pflanzen zur Verfügung (bald gibt es wieder Tagetes im Angebot bei Aldi). Vielleicht sehen sie dann von allzu weitschweifenden Fressausflügen in mein Gemüse ab.

Beste Grüße

Betula, 19. April 2011, 23:45

Tagetes für die Schnecken? :-))))
Darum mag ich diese Pflanze nicht. Immer wenn ich an Tagetes (oder Studentenblume, wie sie bei uns heißt) denke, sehe ich vor meinem inneren Auge eine große dicke Schnecke auf der Blüte sitzen. Brrr, ekelig!

Bianca, 20. April 2011, 17:58

Auf die Idee mit dem Schneckenbuffet brachte mich eliZZZa, die inzwischen weltweit bekannte Bloggerin von Nadelspiel.com. Sie hat ein Nebenprojekt: http://www.schneckenplage.com/ eine Seite nur für/gegen Schnecken. Hauptbekämpfungsstrategie von eliZZZa: Alternativen zu Pflanzen anbieten, die für den menschlichen Eigenbedarf gedacht sind.

Und da ich Tagetes nicht besonders mag, hält sich mein Mitleid mit ihnen in Grenzen, wenn die Schnecken über sie herfallen. Außerdem sind sie preiswertes Junkfood für die Schleimsch…er.

Beste Grüße

Bianca, 20. April 2011, 17:59

Hmm, den Gedankenstrich bei der URL musst Du weglassen. Der ist aus Versehen rein gerutscht.

Betula, 20. April 2011, 20:03

Zu diesem Thema habe ich einen Buchtipp: „Schneckenalarm!“ von Sofie Mays und Renate Alf. Da lernt man z. B., dass Schnecken Lockmittel über 100 m weit riechen können und dass man mit Bierfallen die Schnecken aus der ganzen Nachbarschaft anlockt.

Bianca, 20. April 2011, 22:22

Bierfallen finde ich ohnehin eklig. Ich fürchte, die meisten Schnecken bei mir stammen aus Eigenzucht, ich hab sie wohl von irgendwoher eingeschleppt. Mein „Garten“ ist nämlich ein Hofkübelgarten in einem allseitig eingeschlossenen Innenhof.

Aber der Buchtipp hört sich vielversprechend an. Danke!

Corinna, 12. Juni 2015, 10:40

Auch ich habe jedes Jahr das Problem mit den Raupen an meinem Stachelbeerstrauch. Auch wenn er sich nach jedem Kahlfrass erholt und neue Blätter und Triebe sprießen, so schwächt das jedesmal die Pflanze.
Ich werde Spruzit nun schweren Herzens einsetzen, vielleicht habe ich auch solchen Erfolg wie die anderen.

KLAUS Rochlitz, 03. Juni 2016, 12:24

In meinen stachelbeeren sind raupen ddie blaetter sind nicht betroffen was kann ich tun??

Fabienne Wüst, 23. Dezember 2017, 19:03

Ich habe das Mittel welche meine Mama für die Rosen gebraucht hat genommen. Dann konnte ich sie super abschutteln und hatte auch eine weile Ruhe. Mal schauen was im nöchsten Jahr passiert.

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