Gärtnerin · 30. Juni 2011, 12:13

Staudenwicke – Lathyrus latifolius

Ein Staudenwicke (Lathyrus latifolius)-Ableger war ein lang-gehegter Wunsch, wobei die Dürre-Verhältnisse im alten Garten eine solche nicht erlaubt haben. Überhaupt nicht, dass Wicken anspruchsvoll wären, aber super-trockenen Sandboden wie dort haben sie bei mir nicht überlebt. Also lieber einen sonnigen/halbschattigen Standort mit bissi Nährstoffen und wenigstens gelegentlich etwas Feuchtigkeit im Boden. Letztes Jahr im Frühsommer hat mir Sus ein kleines Töpfchen mit Pflanzen-Ableger von ihrer winterharten Staudenwicke zukommen lassen. Die Pflanze hat nicht mehr geblüht in dem Jahr, gemickert im neuen Erdreich, Überleben des Winters war fragwürdig (Wobei das sonst ne einfache, anspruchslose Wucher-Kletterpflanze ist!). Im Frühling war der Zustand der Pflanze noch immer zweifelhaft…

Die Staudenwicke hat´s aber geschafft, sich endlich entwickelt und fängt nun an zu blühen:

stauden-wicke

Insbesondere gefällt mir, dass sie nach leichter Hornspäne-Düngung im Frühling schnellstens Grüne Wand macht (Ja, ja, ich weiß: Am Anfang sieht man das als Vorteil, später geht einem das Wuchern auf den Keks.) und sich zügigst nach oben und vor allem in die Breite entwickelt hat. Im Gegensatz zu der Kletterrose daneben, die seit zwei Jahren da steht und außer Schnitt-Maßnahmen noch ihre Zeit braucht:

staudenwicke pflanze

Lathryus latifolius blüht mit vielblütigen pinken (oder weißen) Blütenbüscheln an einem Stiel, …

staudenwicke lathyrus latifolius

wobei sie, anders als einjährige Duftwicken, leider nicht duftet. Dafür aber eben winterhart und mehrjährig.

Nachdem ich an die 10 Jahre ohne Staudenwicke war, kommt jetzt ausgerechnet wieder mal das Naturgesetz des Natur-Zufalls zum Tragen: Willste Staudenwicke, kriegste Staudenwicke! Erst haste keine, dann auf einmal drei Stück! Die zweite Pflanze ward für den Fall überreicht, dass die erste nix wird. Und wächst an anderer Stelle im Garten gut an. Und die Dritte? Selbstaussaat am Laternenpfahl am Gartenzaun:

staudenwicke selbstaussaat

Jemand ne Idee, inwiefern Hunde und Wicken in Symbiose leben? Kleiner Scherz am Rande. :-)
Sie darf jetzt den Gartenzaun zuwuchern. Wie man auf dem Bild sieht, hat sie das noch nicht kapiert und wird erstmal geleitet werden müssen. Wicken verstehen sich am besten mit Maschendrahtzaun, Drahtseilen/feingliedrigen Kletterhilfen, um die sie ihre Rankorgane schlingen können.

Blütezeit verlängern, vermehren, Schnitt

Tipp: Für Staudenwicken gilt wie auch für einjährige Duft-Wicken: Wickensträuße pflücken und in die Vase stellen, damit der Samenansatz verhindert wird und immer wieder neue Blüten nachkommen. So bepflückt mutieren sie zum Dauerblüher, was unter winterharten Kletterpflanzen ziemlich selten ist, und kann die Blütezeit von Juni bis in den Oktober/Herbst dauern. Wickenblüten immer mal wieder pflücken (oder Samenstände entfernen) hilft auch dagegen, dass sie sich wie verrückt im Garten aussäen. Anders herum ist es, wie das Selbstaussaat-Foto zeigt, einfach, an mehrjährige Wicken-Pflanzen zu kommen. Vermehrung im Frühling/ ab April durch die Aussaat von Samen draußen im Garten. Ansonsten: Wicken im Frühling runterschneiden, ggf. leicht düngen (Oder auch nicht, wenn sie zu sehr wuchern.), und der Spaß geht von neuem los.

mehr: Wicken – Lathyrus odoratus (einjährig)
andere Kletterpflanzen

eingewurzelt unter: Stauden

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Sommerloch im Garten, Balkonkasten-Dekozaun selbst gemacht, Blühende Kakteen-Bilder, Gesichtserkennung für Vögel gescheitert



8 Kommentare bisher

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Anne, 30. Juni 2011, 14:45

Wir haben Duftwicken gesät und zu den Staudenwicken gepflanzt. Sie vertragen sich prima, wuchern fröhlich durcheinander, und es duftet!

Sus, 30. Juni 2011, 15:25

Hallo, Anne!

Das ist eine Super-Idee! ich habe gerade ein Töpfchen junger Duftwicken aus dem Urlaub mitgebracht, da werde ich ein paar zu meiner großen Wicke dazusetzen.

Liebe Grüße, Sus

alke, 30. Juni 2011, 16:01

oh, die habe ich auch…
.. sowohl mal als ableger bekommen und nun, per selbstaussaat an etlichen stellen.

wo sie einmal sind, habe ich sie bisher nicht wieder wegbekommen können, so tief sind wohl die wurzeln. neben einer kletterrose bin ich darüber gar nicht glücklich, denn ich musste etliche blüten der rose aus der umklammeerung der wicke befreien.
im hibiskus macht es mir nichts und bisher auch nicht an anderen stellen. ich überlege gerade, ob ich auch noch einen ableger an die pergola setze oder doch lieber ne kiwi.
wir haben hier auch sandboden. also bei uns wächst sie am besten und üppigsten an der heissesten stelle im garten, direkt in sand und schotter. gedüngt hab ich die noch nie.
lg
alke

Gärtnerin, 30. Juni 2011, 16:29

Ich finde die Idee auch super, Anne. Bin aber wahrscheinlich zu faul oder zu viel mit anderen Samen zugange. Da die Wicken sowieso nicht in Sitz-Riech-Weite sind, reicht´s mir vermutlich so.

Erstaunlich, Alke, dass sie bei Dir „trocken“ wachsen.

Anne, 30. Juni 2011, 22:50

Schön genug sind sie ja, auch ohne Duftbegleitung!

Wenn man aber ein Samentütchen schönstfarbiger Wicken von seiner Schwester bekommt, bleibt einem irgendwie nichts übrig, als noch Päppelzeit und Platz zu finden.

So eine Trockenwicke hätte ich auch gern! Möglicherweise schaffen es die langen Wurzeln aber ja auch bis zum Grundwasser…?

Ingrid, 04. Juli 2011, 15:55

So, nun weiss ich auch, dass die Wicke, die so offensichtlich überwintert hat, eine Staudenwicke sein muss. – Sonst hätt sie ja im Frühjahr wohl kaum „einfach so“ ausgetrieben.
Ich hab mit Wicken nicht grad Glück.
Irgendwie wollen sie nicht.
Aber wenn das jetzt eine Staude wäre, dann wäre das Problem ja weitgehend gelöst!

Ja, lesen bringt einen echt vorwärts!
Servus
Ingrid

Siegmar, 05. Juli 2011, 00:26

Mal ne blöde Frage!
Hat immer noch niemand eine duftende Staudenwicke gezüchtet???

Regina, 05. August 2016, 16:23

Hallo,ich habe eine Frage ! Wie zieht man die Staudenwicke mit Ablegern ?

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