Gärtnerin · 15. September 2011, 11:46

Wein-Krankheit

Meine 2009 gekaufte (Billig-)Weinrebe will nicht recht wachsen, ist nach zwei Jahren immer noch mickrig. Außerdem hat sie sich etwas eingefangen und veranlasst mich, mich in Sachen Wein-Krankheiten schlauer zu machen: Gekräuselten Blätter mit Pocken in gelb, die übel aussehen …

Rebenpockenmilbe

An der Unterseite der Wein-Blätter befindet sich an den Stellen der Flecken ein weißer Filz:

Wein Krankheit

Ein gutes Infoblatt zu Wein-Krankheiten dazu habe ich hier gefunden und schließe aus der Beschreibung und Bildvergleichen, dass es sich um die Rebenblattfilzmilbe / Rebenfilzgallmilbe / Rebenpockenmilbe (Colomerus (Eriophyes) vitis) handelt.

Die eigentlich gute Nachricht: Die Krankheit sollte durch Entfernen befallener Blätter früh im Jahr zu bekämpfen sein. Die evtl. schlechtere Nachricht: Es ist kein Mittel zur Bekämpfung im Hausgarten zugelassen. Noch schlechter: Weil ich mich den ganzen Sommer nicht darum gekümmert habe, ist der Befall so stark, dass alle Blätter dicht mit den Schädlingen besetzt sind….

Hat jemand Erfahrung mit Rebenpockenmilbe am eigenen Wein? Tipps?
Alle Blätter jetzt entfernen? Oder ab nächsten Frühling regelmäßig befallene Blätter abmachen? Sonst noch Möglichkeiten?

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andere Milben:
Gallmilben
Grasmilben

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Vor einem Jahr
Bäume im Rollkragenpullover, Strickliesel-Lampen, trichtergestützt



7 Kommentare bisher

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Elisabeth, 15. September 2011, 14:51

Hast du das Ungeziefer gesehen? Ich hatte in jedem Jahr an einem uralten Weinstock auch diese Blasen auf der Blattoberseite und unten sind graue Flecke. Die Trauben hatten jede Menge Mehltau und waren nicht zu genießen. Ich habe zwischen den beiden Schadbildern immer einen Zusammenhang gesehen, zumal in der Nähe alte Stachelbeersträucher mit Stachelbeermehltau standen.Aber Tierchen waren keine zu sehen. Vor ca. 3 Jahren haben wir die Stachelbeeren entfernt und zupfen ab dem späten Frühjahr die blasigen Blätter ab und vernichten sie in der Mülltonne. Seit dem ist kein Mehltau mehr zu beobachten und die Trauben werden zu, da sie sehr klein sind, zu Saft verarbeitet.

Sonja, 15. September 2011, 19:54

Hallo,

ich hatte den Befall im letzten Jahr an meiner Baumarkt- Ware.
Dieses Jahr hatte ich keinen Befall.

Was hatte ich gemacht:
1. Alle Blätter entfernt.
2. Dann mit eine Brühe aus Wermut (Wermuttee)einmal wöchenlich besprüht.
3. Das alte Laub (Blätter) verbrannt.

Ich hatte noch einen Tipp bekommen indem man die Pflanzen mit Rapsöl einpinselt, aber die Methode wollte ich mir und meinem Wein nicht antun.

Ich wünsche dir und deine Pflanzen viel Glück…..

Lg aus Hamburg

Sonja

Muhriel, 16. September 2011, 09:43

Hallöle,
danke für die Info: Meiner hat das auch! Letztes Jahr habe ich es das erste Mal gesehen, und da später auch die ganze Ernte kaputtgegangen war, hatte ich es nicht weiter untersucht. Dieses Jahr habe ich viele der befallenen Blätter entfernt, jedoch nicht alle, denn dann hätte die arme Pflanze so gut wie keine mehr… :o(
Mein Weinstock war ein Geschenk einer Nachbarin, und war wohl ein Ableger einer irgendwann mal aus ihrer türkischen Heimat mitgebrachten Rebe. Im ersten (Ernte-) Jahr hatte ich keine Probleme, aber letztes Jahr ging es wie gesagt los.
Jetzt hoffe ich mal die Trauben werden noch ein wenig reifer (=süßer) bevor der Herbst endgültig losgeht und/oder die Milben „übergreifen“. :o(
Grüßlies, Britta

Stefan, 16. September 2011, 11:31

Eine Bekämpfung im Sommer ist nur mit spezifischen Akaraziden möglich, die nicht für den Hobbygärtnerbereich zugelassen sind.

Allerdings können ab dem Grünpunktstadium (bei den Knospen ist das erste Grün des Triebes sichtbar) und danach jeweils alle 8-10 Tage bis zur Blüte Spritzungen mit Netzschwefel und/oder Insektiziden auf Ölbasis auch im Hobbybereich Abhilfe schaffen, wenn man sich nicht mit dem Absammeln der Blätter begnügen möchte.

Die genannten Mittel sind für andere Schadbilder an Weinreben zugelassen. Die Anwendung gegen Milben ist im Wege einer Nebenwirkung zulässig.

Danse, 16. September 2011, 12:35

HI Hi
Mein Wein am Haus hatte auch ganz extreme Wachstumsschwierigkeiten. Habe ihm dann mit Regelmäßig mit Sprudelwasser Gegossen das ich zuvor mit 2 Magnesium tabletten versetzt habe, wichtig ist das dass wasser Medium und mit den Natürlichen Mineralien ist also blos kein destilliertes Wasser.
Was du auch beachten solltest, ist das sich dieser prozess bei mir knapp über 3 Jahre hinweg gedauert hat.
Aber jetzt trägt sie sogar 4 reben in einer Saison. Also ein voller erfolg!

Gärtnerin, 18. September 2011, 12:42

Danke Euch!!! Dann werde ich jetzt und nächstes Jahr alle befallenen Weinblätter absammeln und ölhaltig spritzen ggf.

Winklbauer, 27. Mai 2015, 15:59

Pockenmilbe wenn zu nass gehalten ab Februar nächstes Jahr mit schwefelsulfat auf den Stock spritze auch rund auf den Boden ,eventuell Oberschicht des Bodens entfernen,nicht auf den Kompost entsorgen.befallene Blätter mit Schere entfernen.Schere mit Alkohol

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