Gärtnerin · 19. Januar 2012, 10:07

Astsägen-Test 2

Hier kommt der Testbericht zu den Astsägen Nummer 2, durchgeführt und geschrieben von Mitleserin Piep, ein Vergleich der Lignum-Astsägen mit anderen Sägen:

‘Astsägen im Vergleich‘

Das Test-Objekt: Die alte Platane im Hof, die jedes Jahr massenhaft Äste in allen Stärken von Bleistift– bis Handgelenkdicke produziert.

Sägen-Test Testobjekt

Sägen-Testen

Die Testgeräte und die ihnen zugeordneten Nummern:

Test-Sägen-Übersicht

Von oben nach unten:

[Nr.1] Kleine Lignum-Säge der Fa. Befestigungsfuchs, 6,45 Euro
[Nr.2] Große Lignum-Säge der Fa. Befestigungsfuchs, 11,13 Euro
[Nr.3] Säge für 47,48 Euro
[Nr.4] Säge ab ca. 22 Euro
[Nr.5] Säge vom Discounter Zweier-Set für ca. 6 Euro

Die beiden Sägen, die ich von der Firma kostenlos zum Testen erhalten habe, darf ich behalten. Ich wurde von niemandem, insbesondere von keiner der beteiligten Firmen, für das Verfassen dieses Beitrags bezahlt und auch nicht anderweitig beeinflusst. Für den Test gemeldet hatte ich mich eigentlich bloß, weil ich [Nr.4] vor einiger Zeit als die ultimative und beste aller Sägen angepriesen bekam, aber irgendwie nicht so recht damit zufrieden war und jetzt mal einen anderen Vergleich wollte als nur den mit [Nr.5]. Und wie es im Leben so geht, kaum hatte ich mich für den Test gemeldet, bekam ich die teure [Nr.3] geschenkt. Tja, es stimmt schon – ‚Der Teufel scheißt immer auf den großen Haufen‘ …. Aber gleichzeitig bot das ja nun nahezu großartige Vergleichsmöglichkeiten.

Vorab – vom Schneiden auf Druck und Zug, vom Freischliff von Sägezähnen und ähnlichem, wovon Klaus im Sägetest 1 so sachkundig sprach, hab ich keine Ahnung. Mein Augenmerk lag hauptsächlich auf dem Schnitt (glatt oder nicht), dem Säge-Gefühl (leicht oder schwer) und der Handhabung (liegt die Säge gut in der Hand? Gibt es sonst noch Besonderheiten?).

1. Der Schnitt:

Sehr glatt: Schnitte der Testsägen [Nr.1—3]:

Testschnitte Sägen-Vergleich

Deutlich schlechter: Schnitte der Testsägen [Nr.4+5]:

Testschnitte Sägen-Vergleich

Bei allen drei ‚sehr-glatt‘-Sägen kann man sogar stehengebliebene kleine Rindenreste noch problemlos wegsägen, ohne dass später ein Ansatz zu sehen ist, während vergleichbare Reste sich bei den beiden ‚deutlich-schlechter‘-Geräten wegbiegen. Auch die Ränder sind bei letzteren stärker ausgefasert als bei [Nr.1—3].

2. Das Säge-Gefühl:

Nahezu gleich ist das Gefühl, schnell und weich zu sägen bei [Nr.1], [Nr.2] und [Nr.3] (‚wie durch Butter‘ wäre ein bisschen übertrieben, aber doch sehr flüssig, da klemmt nichts und es geht auch leicht und ohne großen Kraftaufwand). Mit [Nr.4] muss man deutlich länger sägen und schon recht fest drücken, und ganz unangenehm ist das Arbeiten mit [Nr.5], sie klemmt oft und es braucht ewig, bis dickere Äste durch sind.

3. Die Handhabung:

Hier hat [Nr.3] ganz eindeutig die Nase vorn, sie ist die leichteste, liegt am besten in der Hand, weil sie einen Griff in der (für Frauenhände) richtigen Dicke hat, und die gebogene Form ermöglicht auch eine für mein lädiertes Handgelenk schonende Handhaltung. Zu dieser Säge gehört eine mitgelieferte Hülle aus Hartplastik, die man auch am Gürtel befestigen kann, was während des Hochkletterns und beim Gerätewechsel sehr praktisch ist. Den zweiten Rang belegt in dieser Kategorie [Nr.1], auch sie hat eine günstige Griff-Dicke und –Riffelung, aber die Handhaltung ist hier nicht ganz so günstig. Bei ihr kann das Sägeblatt eingeklappt werden. Allerdings ist der in meinen Augen einerseits etwas klapprige und andererseits trotzdem schwergängige Feststell-Mechanismus verbesserungsbedürftig. Die Dritte in meiner Rangfolge ist [Nr.2], hier finde ich als Frau den Griff etwas zu dick und zu glatt, zum Glück bietet das gebogene Griffende etwas Halt. Und durch das lange Sägeblatt kann man schnell und effektiv arbeiten. Nachteilig ist, dass man sie beim Klettern immer in der Hand halten muss, denn sie bekäme in der Gürteltasche wegen ihrer Länge Übergewicht und die scharfen Zähne würden die Tasche beschädigen. Auf den letzten Plätzen liegen gleichauf [Nr.4] und [Nr.5] – [Nr.4] werte ich ab, weil der Griff durch Material, Form und Glätte so gut wie keinen Halt bietet bei gleichzeitiger frauenhandfeindlicher Dicke. Sehr praktisch ist hier allerdings die Einzieh– und Feststellbarkeit der Klinge, extrem einfach und schnell durch Drehen der Schraube. Auch bei [Nr.5] ist der Griff für mich zu dick, aber wenigstens geriffelt und hat ein verdicktes Ende, so dass die Hand etwas Halt findet. Das Sägeblatt ist einklappbar, aber wegen seiner Kürze ungünstiger.

Fazit:

Meine persönliche Testsiegerin ist wegen ihrer ergonomischen Konstruktion Säge [Nr.3], dicht gefolgt von [Nr.1] und [Nr.2]. Klaus hatte ja bereits befunden, dass die Schnittleistung mit der von hochpreisigen Sägen zu vergleichen sei, und dem kann ich aus eigener Erfahrung uneingeschränkt zustimmen. In den Händen von Männern oder von Nicht-Handgelenk-Geschädigten dürfte der Vorsprung von [Nr.3] noch etwas mehr schrumpfen. Negativ bleibt bei [Nr.2] der von Klaus und auch mir angemerkte Aspekt des fehlenden Köchers. Die gegenüber der vergleichbaren [Nr.2] fast doppelt so teure [Nr.4] kann nur in puncto Sicherheit Pluspunkte sammeln, ansonsten enttäuscht sie doch ziemlich. Was [Nr.5] angeht – beim Discounter würde ich nach heutigem Kenntnisstand keine Säge mehr kaufen, die geringe Preisdifferenz lohnt nicht den Mehraufwand an Kraft und Zeit, von der ausbleibenden Freude an der Arbeit und am Ergebnis gar nicht zu reden.
Vergleicht man die fünf besprochenen Sägen unter dem Preis-Aspekt, so ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei [Nr.1] und [Nr.2] das beste, vorausgesetzt, die Lebensdauer der Sägeblätter ist auf längere Sicht vergleichbar; das muss die Zeit erweisen.

Alles in allem sind die beiden Lignum-Sägen sehr empfehlenswert.“

Disclosure Gärtnerin: Ich kannte die Firma und die Sägen vor der schriftlichen Testanfrage nicht. Die Veröffentlichung der Tests erfolgt aus Juckes, nicht um in den Genuss irgendwelcher Vorteile zu kommen, insbesondere ohne Bezahlung und Bestechung. Pieps Beitrag wurde von mir nicht beeinflusst und nicht redigiert.

Vielen Dank an Piep und auch nochmal an Klaus für die Durchführung der Tests. Ich finde das Experiment, Stammleser Produkte testen zu lassen, mit diesen beiden Testberichten sehr gut gelungen. Falls mal wieder eine Anfrage kommt, die ich passend finde, werde ich Euch also auch mal wieder fragen, ob Ihr so was wie das hier machen wollt.

zum Zustandekommen dieses Tests

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4 Kommentare bisher

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zimtspinne, 20. Januar 2012, 00:09

Gärtnerin,
ich dachte jetzt grade, es ginge um das Kunstwerk Baum, das mich irgendwie an die Scherenhände erinnerte…
aber es geht ja um Säääägen… und der Baum ist gar kein Kunstwerk, nur Statist.
Aber toll sieht er aus.

Klaus, 20. Januar 2012, 14:51

Wenn Piep noch die restlichen Äste einstutzt und die Rinde abschält wird daraus dann auch kein Statist, sondern ein Kunstwerk daß man auch beranken kann.
Mir standen für meinen Test nur Nr.1 und Nr.2 zur Verfügung und nach dem Test von Piep habe ich auch nichts verpasst. Wie bereits in meinem Testbericht geschrieben, habe ich mir einen Schutz selbst gebaut.

Christine Braumann, 15. März 2014, 12:27

Hallo und guten Tag,
ich finde diesen Beitrag sehr gut, Du hast Dir wirklich viel Mühe gegeben die Vor- und Nachteile auszuführen.
Danke dafür.
Ich bin seit kurzen Fachberater in unserer Anlage und auch der Meinung, daß das Werkzeug zum beschneiden des Baumbestandes GUT aber nicht unbedingt teuer sein muß.
Wegen geeignetem Werkzeug werde ich auch immer gefragt….
Ich würde auch gerne Verschiedenes zum Baumbeschnitt testen.
MFG Christine

Gardener, 07. Januar 2015, 12:17

Hallo, wenn der Test so unabhängig wie beschrieben ist, wäre es doch schön, auch Namen der anderen Sägemodell zu erfahren. Insbesondere den des eigentlichen Testsiegers. Grüße

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