Aus dem Fenster schmeißen
Jedes Jahr im Januar – wenn die IKEA Knut-Werbung im Fernsehen läuft und die Weihnachtsbäume auf die Straße fliegen – wünscht sich mein inneres Kind heimlich, auch mal was so richtig achtlos (am liebsten rückwärts über die Schulter) und herzhaft aus dem Fenster schmeißen zu können. Was Großes, was Altes, was Ungeliebtes. Einfach so. Das habe ich mir immer schon als Akt höchster Befreiung vorgestellt! Fenster auf, und zack – und Fenster zu und fertig. Jaaaaaaaa! :-)
Macht man ja normalerweise nicht, so was Ungezogenes! Und für das richtige Feeling braucht man auch ein Fenster oberhalb des Erdgeschosses und besser ohne Passanten. Und das hatte ich nicht immer, geschweige denn das richtige Wurfobjekt. Deswegen habe ich leider, leider noch nie das Vergnügen gehabt, diesen langgehegten Wunsch umzusetzen.
Jetzt aber! Und wie! Und was für ein Vergnügen! Wir haben am Wochenende eine neue Matratze gekauft und die alte verabschiedet. Und die passte ohnehin nicht gut durchs Treppenhaus. Und das Ding war verschlissen, ungeliebt und wegen mangelndem Schlafkomfort außerdem schwerstens verhasst. Ein wirklicher Befreiungsschlag also, und das passende Fenster vorhanden! Und also durfte ich endlich, endlich mal…. *hepp* … und schaue glücklich und befriedigt auf das vollbrachte Werk.

Es war mir ein riesengroßes Kinderfest, ehrlich! ;-)
Bin ich mit dieser seltsamen Neigung allein? Schon mal was Größeres aus dem Fenster geschmissen? Was?
eingewurzelt unter: Unterhaltung
Vor einem Jahr
Topf-Lilien, Samen, Zimmerpflanzen


17 Kommentare bisher
KommentierenHallo, mußte gerade sehr grinsen, denn ich habe letztes Jahr unseren Weihnachtsbaum – zwar ebenerdig, aber immerhin – einfach aus der Terrassentür geworfen. Er landete auf dem Rasen mitten im Schnee und gab so ein schönes Bild ab, daß wir ihn doch nochmal fotografieren mußten. :-)
Ja, das hat Spaß gemacht, aber dieses Jahr mußte ich darauf verzichten, denn wir hatten keinen Baum sondern “nur” einen Strauß und außerdem lag kein Schnee.
Gruß, Iris
Leider muss ich unseren Baum immer “politisch korrekt” vorsichtig vom Balkon meinem Mann nach unten auf die Terrasse reichen, “sonst ist da ja alles voller Nadeln”. :o(
Dieses Jahr allerdings, wo wir zum ersten mal keinen “Nordmann” sondern eine gemeine Fichte (?) hatten, konnte ich das zum ersten mal nachvollziehen: Der Baum machte dem Attribut “Nadelbaum” bereits beim Schmücken alle Ehre – und nadelte kräftig. Beim Abräumen bin ich dann unvorsichtigerweise mit dem jogging-behosten Bein an einen Ast gestoßen: Fichten-Akkupunktur! Aua! :o)
Yeah, man kann mich nachvollziehen. :-)
Doll, Iris! Über die notwendigen äußeren Rahmenbedingungen hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber das mit dem Schnee ist natürlich total nachvollziehbar.
Echtes Weihnachtsbaumwerfen ist natürlich schick. Und vielleicht kann man den ja politisch-korrekt-AUS-VERSEHEN-fallenlassen (natürlich nicht auf den Mann wegen Akupunktur *fg*), um doch das richtige Feeling zu kriegen, Muhriel? :-)
bis zu unserem Umzug vor anderthalb Jahren hatte ich einen Winzlingsbalkon, eine 1. Etage, einen darunter befindlichen Parkplatz ohne Auto…. Es war jedes Jahr ein Fest, die Weihnachtstanne genüßlich aus dem Fenster zu schmeißen und ich vermisse es schmerzlich!!!
Also NEIN, Gärtnerin! Du bist mit Deinen Gelüsten nicht allein!
…. und JA! auch Matratzen haben diesen Weg zum Sperrmüll genommen! Sehr befriedigend, das kann ich bestätigen :-)
Juchhuuu, Gleichgesinnte. :-)
Kann mir vorstellen, dass man so ein tolles Fenster vermisst. :-)))))
Das sind bestimmt solche Urgene vom Mittelalter, als die Leute einfach alles aus dem Fenster schmissen ;)
In meiner letzten Wohnung, einer öden Wohngegend mit überkorrekten Aufpasser-Nachbarn haben mal meine Nachbarsfreundin und ich eines Nachts brennende Wurfgeschosse von ihrer Wohnung aus dem dritten Stock auf den überkorrekten Rasen fliegen lassen.
Weiß gar nicht mehr genau, was das war. Brennende Riesenwunderkerzen?
Auf jeden Fall bekamen die durch den Wind schönen Auftrieb und flogen extraweit, fast bis zum korrekten Weg ;)
Erstaunlicherweise gab es keinen Ärger. Vielleicht genossen die ja insgeheim das Schauspiel *g
Tse. Nur Flausen im Kopf, die jungen Mädchen! ;-)
Das Aus-dem-Fenster-schmeißen-wollen-Gefühl überkommt mich eigentlich fast nur (dafür aber zunehmend öfter) beim Anblick des Fernsehers, bzw. der dort laufenden Sendungen. Ich bin weder Casting Show Fan, noch mag ich Talkshows, Gerichsshows, Kochsendungen etc, und ganz besonders überkommt mich das Gefühl bei dem, was sich heuzutage “Kindersendungen” schimpft. Leider stehe ich in unserem Haushalt damit relativ alleine da :-( Aber irgendwann… irgendwann… meine Zeit wird kommen ;-) Und bis dahin übe ich schon mal mit den vielen toten Spitzmäusen, die meine Katzen nach Hause bringen, aber nicht fressen, weil ungenießbar. Sind täglich so 4 – 5 Stück heuer. Ich bin also im Training ;-)
Hallo Keisha !
Schade um die Spitzmäuse. Sie vertilgen insbesondere Ungeziefer und zählen zu den “Nützlingen” im Garten. Ich glaube jedoch nicht das das deine Katze akzeptiert.
Bwäh, das ist aber auch keine tolle Rasenzier! :-(
Ich habe keinen Garten, ich habe auch keinen Rasen, ich habe nur Gestrüpp vorm Haus und dort werden sie “recycelt” von anderen Lebewesen.
Klaus, ich habe in KEINER Literatur, die ich so durchsah, gelesen, daß sie Nützlinge wären, sie fressen Insekten und dort bevorzugt Regenwürmer und Larven, sie sind im Garten etwa so relevant wie ein Kaugummi am Schuh, man duldet sie, weil sie nicht stören, mehr nicht.
Und daß meine Mädels so viele davon fangen sagt mir folgendes: Es war ein gutes Jahr, für beide Seiten, denn diese Nagetiere gibts heuer wirklich in Massen. Das sagt mir auch folgendes:
In dieser Menge werden sie durchaus zum Schädling (sie fressen nämlich auch Samen und Pflanzenteile, wenn nicht genug Insekten da)
… und sie scheinen nicht besonders intelligent zu sein, sonst ließen sie sich nicht so üppig fangen. BTW, wenn man sie zu sehr erschreckt, fallen sie auch einfach tot um, quasi Herzschlag.
Mir wäre auch lieber, sie würden Wühlmäuse fangen, die fressen sie wenigstens.
Heute habe ich noch einen Kandidaten zum rauswerfen gefunden: nämlich Nachbars Kater, der seit heute offenbar glaubt, er wohnt hier und meine Mädels sollen ausziehen. Der hat es heute den toten Mäusen gleich getan und ist vom Balkon geflogen (Erdgeschoß, keine Sorge), und ne Ladung kaltes Wasser gleich hinterher.
Bin’sch befriedigt für heute… hab was “geworfen” und unser Revier verteidigt hab ich auch *g*
Hallo Keisha !
Du schreibst richtig ” In dieser Menge werden sie durchaus zum Schädling”. Es ist wie in der Medizin – Die Menge entscheidet ob Medizin oder Gift.
Meine Literatur ist zwar von 1983 aber so schnell ändert sich die Natur nicht und darin steht, daß sie sich u.a.von Kleintieren ernähren. Gleich dem Maulwurf fressen sie gern die Brut von Wühlmäusen. Für die großen Wühlmäuse sind bei mir die zwei Mauswiesel zuständig. Greifvögel fressen die Spitzmäuse ohne sich am Geruch zu stören. Wenn du keine toten Wühlmäuse findest, dann sicher deshalb weil sie von deinen Katzen gefressen werden. Auch ich muss mich ständig gegen Nachbars Kater wehren, da er überall im Hof seine Duftmarken hinterlässt. Vermutlich will er das Revier gegen die bei uns massenhaft auftretenden Marder markieren.
*lol* So langsam wird´s kreativ in Sachen Wahl der Wurfobjekte zum aus-dem-Fenster-schmeißen…. :-)
Hallo,
habe leider sowohl Marder bei mir in der Wohnzimmerdecke (Holz!)als auch Mäuse in Küche und Wohnzimmer, die ich täglich mit einer Lebendfalle und Schokolade fange, wobei mein Hund freundlich interessiert zuschaut. Ich setze die Mäuse dann möglichst weit weg von zu Hause aus, da mir angedeutet wurde, dass diese Tierchen sehr intelligent seien und wieder zurück finden könnten. Ich habe keine Ahnung, wo all diese illegalen Mitbewohner reinkommen, und bin jetzt auf der Suche nach einem Kammerjäger, bevor die Marder wieder ab März bis Oktober Schonfrist haben und nicht gefangen werden dürfen. Ich wollte immer viele Tiere haben, aber so hatte ich mir das dann doch nicht vorgestellt ;-)
tja Biene, vielleicht sind “all diese” Mitbewohner immer dieselben, die für ein Stück Schoggi meilenweit laufen ;-) ?
(neenee, ich bin selbst weder Schoggi- noch Totschlagfallen-Fan)
Bei uns haben die Marder und Füchse ganzjährig Schonzeit. Die Füchse laufen bereits am hellen Tag durch die Stadt. Wenn die Ranzzeit der Marder ist, ist nicht viel mit Nachtruhe. Manchmal sind dann bis zu 10 Stück an einer Stelle und jammern wie kleine Kinder. Marder sind so frech das sie Dachziegel anheben um ins Haus zu kommen.
Kommentar hinterlassen