Sus · 06. November 2012, 21:37

Garten-Koch-Event November: Kiwi

Garten-Koch-Event November: Kiwi [30.11.2012]

In diesem Monat geht es um die Kiwi, ehemals als chinesische Stachelbeere bekannt. Die Pflanze aus der Familie der Strahlengriffelgewächse stammt ursprünglich aus Nord-China, wurde Anfang des letzten Jahrhunderts in Neuseeland eingeführt und dort zu einem Exportschlager weiterentwickelt, der allerdings erst dann in den Sechzigern so richtig in die Gänge kam, als der Frucht der Name „Kiwi“ verliehen wurde, weil sie von der Farbe und Form an den neuseeländischen Laufvogel erinnert. Mittlerweile wird die Kiwi fast auf der ganzen Welt in warmen Gebieten angebaut: Mittelmeerraum, Südamerika, Australien, Südafrika und im Süden der USA.

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Arten: Zum Einen die Pflanze mit den großen Früchten, die wir alle kennen. Dies ist die Actinidia Chinensis oder die daraus entstandene Actinidia Deliciosa. Die ursprünglichen Pflanzen sind zweihäusig, das bedeutet, man braucht mindestens eine männliche und eine (gern auch mehrere) weibliche Pflanze(n). Sie sind nur bis ca. -10 °C winterhart. Es gibt neuere Züchtungen, die sowohl einhäusig sind und wohl auch etwas frostbeständiger. Die Früchte sind runde bis ovale Beeren von ca. 8 cm Länge, haben meist eine braune, behaarte Schale und grünes oder gelbes Fruchtfleisch, welches mit vielen kleinen schwarzen Samen durchsetzt ist.

Junge Kiwis in Südhessen

Weil eben die bisherigen Kiwi-Pflanzen in Deutschland daduch eher zu den Exoten für Gärtner mit sehr grünem Daumen zählten, wurde eine weitere Art für unsere Gebiete weiterentwickelt: Die Mini-Kiwi Actinidia arguta. Diese Pflanze stammt ebenfalls aus China und besitzt zwar wesentlich kleinere und meist unbehaarte Früchte, dafür sind sie bis zu -30 °C frostfest und auch sonst recht robust. Auch hier gibt es ein- und zweihäusige Sorten. Die Früchte müssen vor dem Verzehr nicht geschält werden.

Jungpflanzen, egal welcher Art, empfiehlt es sich, in den ersten 2-3 Jahren im Winter einen Frostschutz zumindest um den Stamm anzubieten. Als Standort wird ein windgeschützter und sonniger Platz mit einer lockeren Bodenstruktur bevorzugt. Da es sich um Schlingpflanzen handelt, sollte man ihnen ein ausreichendes Klettergerüst zur Verfügung stellen, denn je nach Sorte können die Triebe bis zu 18 Meter lang werden.

Die Blüten entstehen ab einem Alter von ca. 3-4 Jahren meist im Mai oder Juni. Es ist wichtig, der Pflanze im Sommer immer ausreichend Wasser zukommen zu lassen, denn sonst wachsen die Früchte einfach nicht weiter. Pflückreif sind sie dann ab Ende September bis in den November hinein. Sie vertragen Fröste bis –3 °C. Manche Leute schwören sogar darauf, Kiwis erst nach dem ersten Frost zu ernten, weil sie dann süßer schmecken würden, allerdings leidet dann die Haltbarkeit. Denn kühl und trocken gelagert halten sich die Früchte mehrere Wochen und reifen in dieser Zeit auch noch nach.

Die Kiwi-Beeren sind gerade in dieser Jahreszeit sehr gesund, denn sie enthalten sehr viel Vitamin C, soviel, daß eine normalgroße Frucht aus dem Handel den Tagesbedarf eines Erwachsenen decken kann. Außerdem sind sie reich an Kalzium und anderen Mineralstoffen und Vitaminen. Eine Eigenart gibt es allerdings: sie vertragen sich roh nicht mit Milchprodukten. Durch ein Enzym bilden sich innerhalb kurzer Zeit durch die Zersetzung des Milcheiweißes unangenehm schmeckende Bitterstoffe. Dieses Enzym wird allerdings durch Erhitzen der Frucht zerstört.

Wie eßt Ihr Eure Kiwis? Roh, direkt aus der Hand, mit oder ohne Schale :-), im Salat, im Dessert oder auf dem Kuchen? Welche deftigen Kombinationen fallen Euch ein? Wir sind gespannt auf Eure kreativen Ideen.

Schickt Eure in diesem Monat veröffentlichten Ideen mittels Link in den Kommentaren oder via Trackback bis zum 30. November 2012 23:59:59 MEZ. (Wer keinen Blog hat, kann auch gerne eine Email schicken.) Bitte überprüft auch zeitnah, ob Eure Kommentare oder Trackbacks hier erscheinen. Falls nicht, meldet Euch! Bei weiteren Fragen hilft Euch die FAQ.

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13 Kommentare bisher

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Dieter Andres, 07. November 2012, 05:57

Deine Artikel sind die Besten im Gartenberiech. Lang, ausführlich und informativ. Ich freue mich wenn Du etwas Neues geschrieben hast. Danke für die Arbeit.

Klaus, 07. November 2012, 08:25

Hallo Sus !
Dank deiner Infos weiss ich jetzt auch woher der Name Kiwi kommt. Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit den „Kiwis“. Insbesondere mit den kleinfrüchtigen und glattschaligen Sorten „Arguta“ und „Kolomikta“ den sogenannten „Amurstachelbeere“, „Japanische Stachelbeere“ oder „Orientalische Korinthe“. Die Namen weissen auch auf das Ursprungsgebiet der Beere hin. Auf deinem Foto handelt es sich um die Sorte „Kolomikta“. Diese Sorte wird etwa 3 cm lang und 1 cm dick. Sie ist geschmacklich besser als die „Arguta“ und wird auch im September 14 Tage vor der „Arguta“ reif. Besonders geeignet sind beide Sorten zum Frischverzehr und für Obsttorten (zur besseren Dekoration halbieren). Überzug mit dünner Schicht Gelee.
Nach der Frosteinwirkung sind beide Sorten nur noch für Likör und den Frischverzehr geeignet, da sie matschig werden. Im Ertrag sind beide Sorten sehr hoch.

Sus, 07. November 2012, 10:15

Hallo, Klaus!

Danke für Deine Ergänzungen. Die Kiwis auf dem Photo sind m.W. aber doch die ’normalen‘ A. deliciosa. Das Photo entstand im Juni. Von einer Weiß- oder Rosafärbung der Blätter, was die Kolomikta eigentlich macht, war auch absolut nichts zu sehen.

Liebe Grüße, Sus

Klaus, 07. November 2012, 15:48

Hallo Sus !
Nach der Blattform zu urteilen hast du sicher recht, sofern diese behaart sind. Es würde sich dann um die Sorte“Hayward“ handeln. Die Glattschaligen findest du unter „Helgas Garten-das Gartenblog“
„Kiwi selber anbauen“. Vielleicht können wir dort noch fachsimpeln,da dieser Blog mehr der Verwertung vorbehalten sein soll. Hier wurden leider meine Fotos „ausgeschnitten“. Mir persönlich sind die Glattschaligen lieber, da sie am Strauch ausreifen. Anders ist es natürlich in Weinbaulagen, dort reifen sie „fast“ aus.
Meine Kolomikta stammen vom ursprünglichen Züchter und wurden nach Thüringen geschmuggelt.

Flo, 10. November 2012, 22:31

Ich würde sagen ganz klassisch in der mitte durchtrennen und mit dem Löffel genießen :)
Ein sehr schöner Beitrag, weiter so.

Bester Puschel, 11. November 2012, 22:16

Also erst einmal ein großes Lob an Deinen Blog. Schaue immer gerne hier vorbei. Und Kiwis esse ich nur frisch.Einmal in der Mitte durch, Löffel in die Hand und fertig.

Björn der Webdesigner, 18. November 2012, 13:00

Hmm super jetzt hab ich auch Lust auf Kiwis :)

Aber ich schließe mich Flo an, ich bin da auch für die klassische Variante ^^

Pingback Kiwi und Milchreis « Smooth Breeze 7's, 26. November 2012, 15:49

[…] Zugleich mein Rezept für den aktuellen Gärtnerblog Event November 2012 […]

Sus, 26. November 2012, 17:49

Hab ich doch glatt vergessen, meinen Beitrag zu verlinken:

Kiwi-Kokos-Marmorkuchen

Liebe Grüße, Sus

Kerstin, 27. November 2012, 15:31

Hui, ich liebe Kiwis. Und der Kiwi-Kokos Kuchen von Sus ist defintiv auf der Todo Liste für das anstehende Wochenende.
Bitte mehr davon :-)

auchwas, 27. November 2012, 22:40

Liebe Sus, wie ich gerade gelesen habe hast Du auch mit Kokos und Kuchen einen Beitrag, da hatten wir die gleiche Idee, Kokos und Kiwis sind eine gute Kombination. Bei mir ist es eine Tarte geworden und beinhaltet aber auch ein Kiwi Curd Rezept, da man einzeln machen kann. Vielleicht klappt noch der Salat mal sehen. Jetzt hier der Link für die Tarte „Kiwi-Duett“ : http://auchwas.blogspot.de/2012/11/tarte-kiwi-duett.html
Liebe Grüße Ingrid

Sinnesfreuden, 29. November 2012, 20:48

Hallo Sus!

Gerade noch geschafft! Hier mein Beitrag: Ein kalorienarmer und schneller Kiwi-Aufstrich
http://sinnesfreuden.blogspot.de/2012/11/kalorienarmer-kiwi-aufstrich.html

Viele Grüße von
„Sinnesfreuden“

Blumen, 29. Januar 2013, 16:43

Fantastisch, ich liebe Kiwis – es ist der ultimative Ratgeber ;-)

Best,
Alice

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