Gärtnerin · 04. Oktober 2012, 11:10

Walnussbaum, Walnuss-Ernte

Einer meiner Lieblingsbäume ist der Walnussbaum (Echte Walnuss, Juglans regia). Nicht nur weil ich gerne Walnüsse esse, die jetzt im September/Oktober reif werden, sondern weil es einfach schöne Bäume sind. Dennoch habe ich leider keinen im Garten, denn ein Walnussbaum wird erstens sehr groß und so viel Platz muss man erstmal haben, und zweitens ist die erste Walnuss-Ernte erst ca. 10 Jahre nach der Pflanzung zu erwarten. Alte Nussbäume gehören zu Bauernhöfen und -gärten. Wohl dem, der einen sein Eigen nennt!

Walnussbaum - Walnuss in der Schale

Da ich oft umgezogen bin, habe ich so lange noch nie einen Garten gehabt, und auch die Gartengröße ließ für einen solchen Baum immer zu wünschen übrig. Schließlich gilt die Walnuss als Pflanze auch noch als schwierig/unverträglich mit anderen Pflanzen, die durch Abgeben von Wachstumshemmern dafür sorgt, dass anderes in der Nähe Schwierigkeiten hat zu gedeihen (und auch Insekten meiden sie). Unter Walnussbäumen ist es darum meistens kahl, unterpflanzen lassen sie sich kaum/nicht.

Walnussbaum

Walnussbaumblätter. Kompostieren?

Walnussbaum-Blätter sind große, schöne, frischgrüne Blätter, die den Laubbaum im Sommer toll aussehen lassen.

Walnussblatt

Problem: Das abgefallene Laub der Bäume sollte man im Herbst aus dem Garten entfernen oder höchstens stark zerkleinert und gut vermischt mit anderen Gartenabfällen in begrenzter Menge kompostieren, weil es extrem langsam verrottet. Tut es das auf Beeten, können die Gerbstoffe auch hier dafür sorgen, dass andere Pflanzen Wachstumsprobleme kriegen.

Walnuss-Ernte

Was bleibt sind die Vorzüge des Walnussbaums: Neben der wunderbar-knorrigen, ehrwürdigen Erscheinung alter Walnussbäume für´s Auge natürlich die Walnüsse. Besonders frische, saftige ungeschwefelte Walnusskerne sind eine Delikatesse, unvergleichlich mit begasten, vertrockneten, zum Haltbarmachen geschwefelten Nüssen, die man kaufen kann!

Walnuss-kerne, Walnussernte

Das ist mit ein Grund, warum es mich Ende September/Anfang Oktober zur Reifezeit der Walnüsse zu Herbstspaziergängen in die Natur zieht. Hier und da kann man welche sammeln und kurzzeitig für Herbstdeko verwenden, dann aber bald essen. Während die meisten Westeuropäer – befremdlich! – achtlos an der Leckernei vorbeilaufen und minderwertige Nüsse im Supermarkt kaufen, befinde ich als Walnuss-Jägerin mich beim Sammeln jedes Jahr in Konkurrenz und Gesellschaft zahlreicher Baklava-Selbermacher, die den Nüssen großen Wert beimessen und Walnussbäume in der Natur gezielt aufsuchen. Schnell muss man sein! :-)

Übrigens darf man nicht so einfach Walnüsse sammeln in der Walnuss-Pflanzung eines Anbauers oder in Gärten (Hausfriedensbruch, Diebstahl!). Wenn sie zufällig irgendwo auf dem Gehweg außerhalb des Gartens liegen, ist es grundsätzlich auch höflich beim Gartenbesitzer mal nachzufragen, ob man sie mitnehmen darf. Ob ich so weit gehen würde, die Gemeinde anzurufen, weil sie auf deren Grund liegen, weiß ich allerdings nicht. ;-)

Walnüsse reifen in einer grünen Schale. Reif sind sie, wenn die aufplatzt. Die Nüsse fallen dann von selbst heraus oder mit Teilen der grünen Hülle zu Boden. Zum Befreien der Nüsse von den Resten der Schale zieht man Handschuhe an, denn die färben ab und machen braune/schwarze Hände, und das geht tagelang nicht ab. Die frischen Walnüsse waschen und gleich essen oder einige Tage luftig zum Trocknen legen und dabei ab und an wenden ist wichtig. Auch in Herbstschalen, Herbstgestecken etc. sollte man darauf achten, wenn man die Walnüsse noch essen will, denn im Inneren schimmeln sie sonst schnell.

Walnussbaum selber ziehen?

Irgendwie nichts einfacher als das, Eichhörnchen vergraben die Nüsse im Garten oder gar in Blumentöpfen, weswegen man oft gekeimte Nüsse/Walnuss-Jungpflanzen im Garten vorfindet, die man einzeln eintopfen oder irgendwo einpflanzen könnte. Aber lohnenswert? Beim Heranziehen eines solchen wilden Walnussbaums gilt auch: Sehr großer Baum, wenn´s fertig ist, sieht doof aus wenn seltsam zurückgeschnitten, nicht gut mit anderen Pflanzen im Garten verträglich und es dauert viele, viele Jahre, bis man Nüsse ernten kann.

Wilde Walnüsse sind im Allgemeinen viel kleiner als die Walnüsse von Zuchtsorten. Wer echt genug Platz im Garten für das Pflanzen eines Walnussbaums hat, sollte wohl doch besser eine Kultursorte kaufen.

andere Nüsse: Haselnuss-Strauch
andere Bäume und Sträucher
Walnuss in der Wikipedia

andere Herbstfrüchte: Bucheckern, Kastanien, Hagebutten

eingewurzelt unter: Gehölze

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Dillsamen, Gartenmöbel aus Holz selbst gebaut, Gartenangebote-Moral, Erlenzapfen



25 Kommentare bisher

Kommentieren
zimtspinne, 04. Oktober 2012, 12:29

Ich bin auch ein Walnuss-Fan, lasse sie aber regelmäßig andere für mich jagen :D

Nein, irgendwie gibts um mich herum nichts vernünftiges zum jagen oder sammeln. Keine Pilze, keine Beeren, keine Äpfel, keine Kirschen, keine Pflaumen und eben leider auch keine Nüsse.

Früher hatten wir ein großes Grundstück und dort standen mehrere Nussbäume (Haselnüsse und auch ein Walnussbaum).

Interessant, dass die solche schwerverdaulichen Einzelgänger sind und nichts lebendigs neben sich dulden.
Da hast du mir ja jetzt unabsichtlich eine Aufgabe gestellt: doch noch eine Walnuss in der Nähe (oder etwas weiter, man kann ja Radtouren machen) finden und rausfinden, warum die andere Pflanzen nicht mögen.

Walnüsse haben übrigens auch den Vorteil gegenüber Haselnüssen, dass sie selten „schlecht“ sind: angefressen, angebohrt oder ausgefressen.
Die scheinen auch ihre Samen gut zu schützen :)

viel Spaß beim „Jagen“.

Sonnenblume, 04. Oktober 2012, 17:02

Wir sind glückliche Besitzer von zwei verschiedenen Sorten von Walnussbäumen. Sie stehen auf der Schafsweide, die an unseren grossen Garten angrenzt.

Einer der Bäume wurde von einem Onkel meines Mannes vor ca. 70 Jahren gepflanzt. Er hatte ihn damals aus einem Nusskern herangezogen und ist heute noch stolz auf „seinen“ Baum.

Dicht daneben stehen 2 Birnbäume, 1 Zwetschgenbaum sowie Reineclauden.
Unter dem Walnussbaum wachsen viele, viele Schneeglöckchen.

Da die Walnussbäume in diesem Jahr kaum geblüht haben, war keine reichliche Ernte zu erwarten. Dennoch beobachte ich seit einem Monat, wie die Krähen Nuss um Nuss im Schnabel abtransportieren!

Mein Nachbar zählt übrigens die Nüsse beim Sammeln. Danach addiert er die Ernten der verschiedenen Tage. Letztes Jahr kam er auf die Summe von 1367 Walnüssen… :-)

Betula, 04. Oktober 2012, 18:17

Zu den Walnüssen habe ich eine gespaltenes Verhältnis: Einesteils liebe ich sie. Bei meinem Elternhaus standen mehrere Walnussbäume. Ich konnte den Herbst und die frischen Nüsse immer kaum erwarten. Braune Finger waren in dieser Zeit bei mir normal ;-)
Die negative Seite: In den letzten Jahren bekam ich mehrmals bereits getrocknete Nüsse geschenkt. Auf den ersten Blick waren sie ganz toll. Nach ganz genauem Hinsehen musste ich aber alle wegwerfen, da sie geschimmelt hatten. Da ess ich dann doch lieber die geschwefelten aus dem Supermarkt…
Noch etwas: Bei uns hier fallen dieses Jahr die Nüsse alle mitsamt den schwarz gewordenen Fruchthüllen (heißt es so?) runter. Woran das liegen mag?

auchwas, 04. Oktober 2012, 19:14

Walnüsse immer her damit, ich kann nicht genug davon bekommen und erst jetzt, die ganz frischen, weich fast weiß innen und herrlich zur Verarbeitung und zum Knabbern. Bei mir fängt die Nutzung des Baumes es schon um Johanni an, mit den Grünen Nüssen, die Blätter für Tee, aber alles nie ohne Handschuhe, denn die Verarbeitung mit Schale hinterlässt schlimme Hände und die Farbe ist gut. Früher hat man wohl die Farbe zum Färben genommen.
Ja und was den Baum anbelangt der ist das Erbe der Vorfahren, nimmt ne Menge Platz ein, doch die soll er haben und drunter wachsen, da geht nix. Dieses Jahr sind die Nüsse auch nicht so doll aber für ein paar Rezepte reichen sie, wenn nicht andere schnell den Baum plündern, die Krähen, meist sind die Eichhörnchen die schnellsten auch hier in unserem Lager beim Trocken:))))
LG Ingrid

Marcus, 04. Oktober 2012, 19:30

Hallo :)
ich im Frühjar letzten Jahres einen Wallnussbaum zugelegt, von dem ich bereits ein Mal „ernten“ durfte. Ich liebe diese Wallnüsse einfach! :)

Sus, 04. Oktober 2012, 20:21

Hallo, Betula,

für die schwarzen Walnüsse kann es mehrere Gründe geben:
Pilze oder die Walnußfruchtfliege, beides relativ neu in unseren Gegenden. Der 30 Jahre alte Baum meiner Mutter ist leider seit ca. 3 Jahren befallen.

Liebe Grüße, Sus

Vogelweide, 05. Oktober 2012, 09:24

Ich hab auch zwei alte Walnuss-Bäume auf meiner wunderbaren ‚Vogelweide‘.
Mein Mann sammelt zZt alles auf, was er finden kann und beschwert sich über die Vögel, die die Nüsse am Baum aufknacken, ausfressen und ihm den Rest runterschmeissen :)

Den noch jungen dritten Baum hab ich allerdings abgesägt. Zwei reichen doch, oder?
Danke für den Blätterhinweis, da muss ich dann ja weiterrechen…

Gärtnerin, 05. Oktober 2012, 09:50

Gemein, dass Ihr alle Walnussbäume habt und ich nicht. :-(

Tolles Foto, F_A!

G. Biedenbacher, 10. Oktober 2012, 11:03

Walnussbäume sind wirklich toll! Da kann jeder froh sein, wenn er einen in seinem Garten stehen hat. Auch wenn bei mir die Walnussernte dieses Jahr leider sehr bescheiden ausgefallen ist… :(

claudia, 10. Oktober 2012, 19:53

Hallo Gärtnerin, toller Beitrag für einen Walnuss-Fan. Wir gehen auch immer regelmäßig Walnüsse sammeln. Neulich haben wir anscheinend mal so ein paar Zuchtexempare kennengelernt. Ich wollte gar nicht glauben, dass das Walnüsse sind, so groß waren die. Glaube ich habe die mir 5 Minuten angeschaut, bis ich es geglaubt habe. Die waren so groß wie eine kleine Nektarine. Aber geschmacklich genauso gut. LG Claudia

Gärtnerin, 14. Oktober 2012, 10:15

Boah! So große Walnüsse habe ich noch nicht gesehen, ehrlich.

Klaus, 14. Oktober 2012, 16:24

Sicher war das ein veredeltes Exemplar,sodaß eine Nachzucht aus Nüssen nicht erfolgreich wäre. Einfach schade.

Conni, 15. Oktober 2012, 04:04

Also bei uns kommen die Blätter immer auf den Kompost. Wir hatten damit noch nie Probleme. Und der Baum ist wirklich riesig.

Klaus, 15. Oktober 2012, 07:51

Da auch die Ginkgoblätter schlecht verrotten vermische ich sie mit Nadelholzspänen. Dadurch wird der Kompost lockerer und die Blätter verrotten besser.

Jonas, 09. Januar 2013, 12:44

Sehr gut geschriebener Artikel. :)

Da werden Erinnerungen an meine Kindheit wach… auf der Wiese hinter unserem Haus hatten wir einen Riesen Großen Wallnussbaum.
Nicht nur das dieser meine lieblings-Kletterplattform war, auch bescherte er uns Eimerweise beste Wallnüsse… schöne Zeiten…

Daniel, 20. Februar 2013, 08:18

Auch wir haben bei uns im Garten einen Walnussbaum. Ich selbst bin ehrlich gesagt nicht so der Nuss-Fan, aber meine große Tochter liebt die Walnüsse! Und die Ernte-Ausbeute ist auch alles andere als schlecht.
Liebe Grüße,
Daniel

Günter Bromm Hamburg, 14. Juni 2013, 12:41

mein Walnussbaum 130 Jahre wirft dieses
alle Blätter ab.wer kann mir einen Rat geben Danke

Alex, 14. Juli 2013, 21:21

Vielen Dank für den interessanten Artikel. Gerade der Absatz mit dem selber Aufziehen einen Wallnusbaums hat mich wirklich interessiert – da kommt man fast in die Versuchung, das selbst einmal zu testen.

Birgit, 16. Juli 2013, 12:01

Früher hatte mein Vater einen alten Walnußbaum in seinem Kleingarten, aufgrund der Größe war der arme Baum natürlich dem Kleingarten-Vorstand ein Dorn im Auge. Nach dem Tod meines Vaters wurde der alte Baum dann auch kurzerhand entfernt.

Omas Spezialität war immer ein Nußlikör aus den grünen Nüssen. Das Rezept habe ich noch von ihr aufgeschrieben.
Meine Mutter hat ihn manchmal angesetzt, dann wurde das gute Tröpfchen bei ebenso guten Gelegenheiten probiert.

Es wäre toll, wenn ich hier jemanden finden würde, der mir nächstes Jahr grüne Walnüsse verkaufen würde,
damit ich diesen tollen Likör wieder ansetzen kann.
Ist irgendwie auch eine Erinnerung…

LG

Tobias, 08. Oktober 2013, 11:25

Mussten unseren geliebten Walnussbaum letztes Jahr abholzen, weil er vom Sturm zu geschädigt war :-(

Naja, jetzt hat wenigstens unser Apfelbaum mehr platz :-)

Als persönlicher Tipp:
Den Apfelbaum immer im Februar oder März schneiden, wenn die Knospen noch nicht ausgetrieben sind. Nicht schneiden, wenn es zu kalt ist, da sonst die Äste brüchig werden und das kann zu Verletzungen am Baum führen!

LG Tobi

Team Eichkater, 01. Oktober 2015, 12:23

2015 wird ein gutes Walnussjahr. Trotz langer Sommerhitze mit wirklich wenig Regen. Die Früchte sind zahlreich und die Fruchtgröße wird eine gute sein.

Liebe Grüße
Kathrin

haselmausdd, 02. Oktober 2015, 09:24

@Birgit, das Rezept Deiner Oma würde mich sehr interessieren. Wir hatten mal das Glück auf einer Osterwanderung von einem Nusslikörbesitzer diesen kosten zu dürfen. Er war richtig gut und in ebensolcher Erinnerung! Kann man Likör auch mit reifen Nüssen ansetzen?
Wir werden sicher wieder von unserem Jungen reichlich Walnüsse bekommen! Diese werden dann jedes Jahr im Garten in unsere Vogelhäuschen gestreut. Aber einen Likör habe ich noch nie mit Nüssen angesetzt. Ein Versuch ist es sicher wert.
LG

Jürgen Ludwig, 17. Oktober 2016, 08:35

Hallo, ich habe gestern viele Walnüsse gefunden!! Leider habe ich mir die Finger schwarzbraun “ gefärbt“!!!ist das irgendwie zu entfernen??? Ist das auch Gerbsäure?? Vielen Dank für die Hilfe!!

Klaus, 17. Oktober 2016, 08:44

Ich nehme immer, wenn ich vergessen habe Handschuhe anzuziehen, Dan Klorix oder Essig.
Wenn vorhanden dann geht auch sehr gut 2×1 Handwaschpaste von Perladin, möglichst aus der Tube.
LG aus Thüringen

Helmish Fox, 24. September 2017, 23:25

Toll, dass es ein Forum füer Walnüsse gibt.
Meine Frau hat das Walnussfieber gepackt. Leider findet man in Salzburg sehr wenig freilaufende Walnussbäume.
Wenn jemand einen kennt bitte ich Euch mir den Standort zu nennen. Wir würden auch einige 100km fahren um Walnussbäume zu finden.
Über ein Vermittlungshonorar können wir gerne reden.

Kommentar hinterlassen

Deine Mailadresse wird nicht angezeigt.

zur Gartenblog-Startseite