Gärtnerin · 25. Januar 2013, 11:12

Dreschflegel-Saatgut-Lieferung

Meine Saatgut-Bestellung von Dreschflegel für die neue Gartensaison ist eingetroffen.

Dreschflegel alte Sorten Saatgut

Ich habe mich – durch Zimtspinne neulich nochmal draufgeschubst – entschlossen, dieses Jahr im Garten explizit mehr alte und freie Gemüsesorten im Garten anzubauen. Gründe dafür gibt es viele:

Artenvielfalt

Ich finde, dass es aus Gründen der Erhaltung der Diversität, gegen genetische Erosion und so weiter wünschenswert ist, mehr alte und lizenzfreie Gemüsesorten anzubauen (vgl. Alte-Sorten-Urteil).

Unabhängigkeit

Wenn man beim Anbau samenfester, altbewährter Sorten Samen ausreifen lässt und sie für die nächste Saison selbst erntet, macht man sich vom jährlichen Samen-Neu-Kauf (wie für Hybriden-Saatgut nötig) unabhängiger, und erhält man über die Zeit an die regionalen Bedingungen gewöhnte Samen, aus denen man jährlich neue Pflanzen ziehen kann. Die Samen und Pflanzen dürften stabiler sein als bei Saatgut aus konventioneller Produktion, die meist in warmen Gefilden rund um den Globus mehr Richtung Äquator produziert werden und unser Klima nicht gewöhnt sind.

Bio-Gemüse aus dem Garten

Mein diesjähriges Ziel ist eine nennenswerte Ausdehnung des Gemüse-Anbaus gegenüber dem Zierpflanzen-Anteil im Garten und einen nennenswerteren Beitrag aus dem Garten zum Speiseplan. Weil Essbares aus dem eigenen Gemüsegarten ein Stück unabhängiger von der Industrienahrung macht und der direkteste, günstigste aller Weg zu mehr „Bio“ im Rahmen einer besseren, gesunden Ernährung ist. Mehr Gemüse-Anbau, weniger Gemüse-Kauf! Dumm bin ich, die ich einen großen Garten habe, wenn ich das nicht tue, auf meine Zierpflanzen gucke und mich über Entwicklungen in der Lebensmittelproduktion aufrege! Daraus folgt: Rund ums Jahr noch mehr als bisher saisonal, regional und frisch essen, Wintergemüse, winterharte Sorten und gut Lagerfähiges habe ich bei der Auswahl der Gemüsesorten gleich mit berücksichtigt.

Nahrungsmittelversorgung in der Krise

Schonmal drüber nachgedacht, was passiert, wenn das große Ganze Wirtschaftsgeschehen um uns rum kippt? Es sieht alles gar nicht so gut aus im Moment. Niemand will das, aber wenn doch? Arbeitslosigkeit, Inflation, am Ende vielleicht gar Nahrungsknappheit statt des gewohnten Überflusses? Für den Fall, der hoffentlich nicht eintritt, ist es für mich wertvoll, über die Unabhängigkeit, die Mittel und das Know-how zu verfügen, an was Essbares zu kommen.

Vollständige Selbstversorgung werde ich so schnell nicht schaffen, mein erstes Ziel ist darum für dieses Jahr, die Gemüsegarten-Fläche erstmal etwas auszudehnen, möglichst viele der Sorten erfolgreich durch einen Wachstumszyklus zu bringen und neben etwas mehr Ernte als in früheren Jahren ausreichend ausgereifte Samen für´s nächste Jahr zu ernten. Fürs Gärtnerblog bedeutet das auch, dass ich 2013 noch mehr Grundlegendes, Tipps und Wissen über Samen, Anbau und Essbares im Garten und auf dem Balkon aufschreiben will. Hat mir doch gerade gestern wieder jemand erzählt, dass er der Meinung ist, dass spätestens der Generation nach mir die Grundlagen pflanzlichen Lebens so weitgehend fehlen, dass diese wohl im Fall ungefüllter Supermärkte als erste zu verhungern drohe.

mehr Gemüseanbau-Infos siehe Gemüsegarten-Verzeichnis

eingewurzelt unter: Gemüsegarten

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7 Kommentare bisher

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Muhriel, 25. Januar 2013, 12:34

Diese Initiative von Dir finde ich super! Und mal abgesehen vom theoretischen Unterbau/Hintergrund schmeckt nichts besser, als selbst Geerntetes, am besten direkt vom „Acker“ in den Mund! :o)
Leider sind mir da rein qm-mäßig gewisse Grenzen gesetzt (mal abgesehen von der zur Verfügung stehenden Zeit…), so dass ich mich in erster Linie auf Paprika, Tomaten, Zucchini, Physalis, Erdbeeren und Pflücksalat beschränken muss! Vieles andere, wie z.B. Möhren braucht einfach viel zu viel Platz, wenn man es in lohnenswerten Mengen für den Eigenbedarf ziehen möchte. Aber auch das oben Genannte ist ja schon ein Anfang, und macht mich immer total happy und stolz, und wird daher auch akribisch ausgewogen und dokumentiert, so dass ich es im nachhinein immer gut nachvollziehen und mit den Vorjahren vergleichen kann.

Betula, 25. Januar 2013, 13:44

Mir geht es ähnlich wie Muriel. Dazu kommt dass ich einen 5-Personen-Haushalt (plus einiges an Kleinvieh, das sich auch über Frisches aus dem Garten freut)versorgen muss. Da müsste ich schon einen ganzen Acker bewirtschaften um alle satt zu kriegen ;-)
Ich bevorzuge aber auch die alten, bewährten Sorten. Leider sind diese im Einzelhandel oft nur schwer aufzutreiben, wenn überhaupt. Und für eine Bestellung bei Dreschflegel & Co. ist mein Bedarf zu klein bwz. oft sehr spontan. Außerdem sind meist noch Samenreste aus dem Vorjahr da, die verwertet werden müssen (Jaja, die Schwaben halt ;-) ).
Aber mal sehen, bald muss ich auch an die Planung meines kleinen Bauergartens gehen. Vielleicht werde ich dann auch Dreschflegel-Kunde…

Bianca, 25. Januar 2013, 14:04

Für Tomaten- und Bohnenliebhaber ist der kleine private Versand der Familie Ochsendorfer ein Tipp. Zu erreichen unter http://www.tomatensamen.at. Die Familie zieht schon lange verschiedenste samenfeste Sorten für den Eigenbedarf und gibt kleine Mengen Samen zum Selbstkostenpreis an Interessenten ab. Ich habe für nächstes Jahr gleich einige verschiedene Sorten bestellt. Ich finde die Initiative der Familie bemerkenswert.

Sarah, 25. Januar 2013, 14:35

Ich bestelle auch sehr gern bei Dreschflegen und hab bisher nur gute Erfahrungen mit dem Saatgut gemacht! =)
Wir schaffen es zwar nicht alles an Gemüse- und Obstbedarf abzudecken, aber so gut wie, wenn man mal die Kaninchen aus vor lässt (die fressen einem sonst noch die Haare vom Kopf) ;)

Gärtnerin, 26. Januar 2013, 09:56

Hab ich doch glatt den naheliegendsten aller Gründe vergessen, Muhriel! ;-)

Ansonsten können wir ja dann auch experimentieren, wie man mit wenig Platz und Mitteln an möglichst viel Essbares kommt. Das sorgt dafür, dass aus meinem Garten nicht gleich ein Acker wird und wäre ja auch für Balkongärtner vielleicht interessant. Ich mach mir mal ein paar Gedanken dazu.

Vogelweide, 04. Februar 2013, 20:20

Find ich klasse, dass/wie ihr das hier thematisiert. Danke für die Info!
Ich bin nämlich auch dabei meinen kleinen Acker zu planen.
Ich hab sowas von keine Ahnung und fürchte mich ein bißchen… wir essen aber immerhin schon die ganze Zeit unsere eigenen Kartoffeln.

Gerade heute hab ich dies gefunden:
http://www.saatgutfonds.de/
(Übrigens über die Website meinre neuen Bank. Denn den Verursachern der Kriss das Geld wegzunehmen, ist eine der wenigen Widerstandsmöglichkeiten, die jedem offenstehen)

Und zum Thema
‚wenig Platz-Viel Essbares’habe ich mir das alte Buch gekauft:
http://www.amazon.de/gp/product/393689647X/ref=oh_details_o05_s00_i02

Ich hoffe man darf linken?

Klaus, 21. Februar 2013, 17:16

Gestern habe ich meine ersten Samenlieferungen von Dreschflegel erhalten. Ich habe mich bei der Bestellung auf Tomaten und Gurken beschränkt. Um Platz zu sparen versuche ich es mit Vorkeimen.Zumindest bei Tomaten und Salat klappt es auch sehr gut. Nach 2-4 Tagen sieht man schon was keimt und kann es in die Erde bringen.
Wie bei mir üblich habe ich wieder das Falsche bestellt. Da bei der Lieferung eine Art Katalog beigelegt ist wird die nächste Bestellung sicher zweckmäßiger sein und sich auf das Freiland konzentrieren.
Auf jeden Fall erwarte ich schmackhaftes Gemüse und nicht solch fade Massenprodukte wie derzeit im Handel angeboten. Über die Keimergebnisse werde ich später berichten. Ich bin kein Profi-Tester für Dreschflegel!

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