Gärtnerin · 28. Juni 2013, 11:43

Düngen – Nährstoff-Elemente

Klar, alle Pflanzen brauchen Stickstoff-Phosphor-Kalium (N-P-K) + Spurenelemente zum Wachstum, allerdings in verschiedenen Mengen und Mischungsverhältnissen. Aber dieses Jahr habe ich im Zuge der Ausweitung des Gemüse-Anbaus erstmals fast ausschließlich „element-bezogen“ gedüngt, d.h. auf die Haupt-Nährstoff-Arten runtergebrochen, anstatt reine Stickstoffdünger, NPK-Volldünger (=Mehrnährstoffdünger) oder nährstoff-bedarfs-angepasste Spezialdünger-Mischungen (Tomatendünger, Rosendünger, Koniferendünger….) einzusetzen.

Fertige Düngermischungen sind aus der Nährstoff-Element-Perspektive eigentlich wie Dosenravioli Convenience-Produkte, die den Pflanzenpfleger und Gartenarbeiter der Aufgabe entheben, die einzelnen Zutaten zum Gericht zusammenstellen zu müssen. Wie bei besagten Dosen bleibt die Erfahrung mit und das Händchen für einzelnen Zutaten aus den Nährstoff-Arten dabei aber auf Dauer völlig aus.

„Welchen Dünger brauche ich für Pflanze X?“ ist eine verbreitete Frage, die wohl so richtig erst mit dem modernen Angebot von Convenience-Düngern entstanden ist. Eine gewisse Viele-verschiedene-Dünger-Müdigkeit treibt mich dazu, Genaueres über die Grundnahrungsmittel von Pflanzen wissen zu wollen. Auch so manche Düngetipps (z.B. „Nimm Blutmehl für Bartiris!“) lassen sich nämlich einfacher umsetzen, wenn man weiß, was da denn speziell für Nährstoffe drin sind. Interessant weiterhin, welche Alternativen es denn gibt, die dasselbe enthalten. Die Frage ist dann nicht mehr „Muss ich jetzt auch noch Blutmehl-Dünger kaufen?“, sondern: Welche vorhandenen organischen oder mineralischen Düngemittel liefern dieselben Nährstoffe wie Blutmehl?

Wenn man die Grundlagen und Zusammenhänge UND die Optik von z.B. Kaliummangel bei Pflanzen genauer kennt, kann man mit dem gerade Verfügbaren gezielt den Nährstoffbedarf oder Mangel einer Pflanze erfüllen/beheben (oder den Kompost anreichern). Und das scheint mir äußerst lernenswert. Auf den ersten Blick werden Chemie-Abneiger bei dem Thema vermutlich sofort dankend abwinken *fg*, auf den zweiten Blick reduziert diese Elemente-Perspektive aber die Komplexität der vielen Dünge-Möglichkeiten und Produkte erstaunlich.

Dieses Jahr steht bei mir vor allem gezielt Erfahrungen machen mit Phosphor und Kali(um) in den Gemüsekulturen im Vordergrund. Und endlich wird im Garten richtig gut sicht- und visualisierbar, was phosphor- und kalium-betont düngen so für Effekte haben, aber dazu mehr in weiteren Posts nach Erkenntnisfortschritt.

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9 Kommentare bisher

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Bianca, 01. Juli 2013, 11:53

Ich bin sehr auf Deine Ergebnisse gespannt, vor allem, weil ich in Zukunft auch auf Kunstdünger verzichten will. Erste Experimente mit Jauche sind vielversprechend.

Bodenanalysen kann ich jedem wärmstens empfehlen. Zur Sicherheit habe ich den frisch entsiegelten Boden in unserem Hof testen lassen (großes Programm, Bodenanalysezentrum). Ergebnis: Der Nährstoffgehalt war sehr hoch, leider aber auch der Schwermetallgehalt… Gerade im Rheinland sind Belastungen wohl nicht selten. Auch viele Kleingartenanlagen sind betroffen.

Beste Grüße
Bianca

Susanne, 01. Juli 2013, 17:30

@ Bianca

Ich mach es nur noch mit Jauche, kann darüber nur Positives Berichten =)

Bianca, 01. Juli 2013, 18:34

@Susanne

Das macht mit Mut! Bislang halte ich auch durch; außer Jauche, Hornspänen und Gründünger ist mir dieses Jahr noch nichts aufs Beet gekommen. Kompost versuche ich gerade im Reissack zu erzeugen (hab wenig Platz).

Wie oft düngst Du denn mit der Jauche? Und reicht das bei Dir auch für die Starkzehrer?

Beste Grüße
Bianca

Dieter, 26. März 2015, 22:04

Ich möchte Pferdemist mit lehmiger Gartenerde mischen und hoffe daraus brauchbaren Kompost zu erhalten. Gibt es dazu bereits Erkenntnisse?
Bei uns ist der Boden sehr schwer und neigt nach dem Regen zu schmieren. Durch das Einarbeiten des Kompostes soll er lockerer und durchlässiger werden. Der aufbereitete Kompost muß wahrscheinlich erst eine Zeit reifen. Ich denken einen Versuch wäre es wert, Pferdemist gibt es hier genug.

Gärtnerin, 27. März 2015, 10:41

Auf jeden Fall sollte es abgelagerter (alter) Pferdemist sein, Dieter. Ist er frisch, „verbrennen“ Dir die Pflanzen. Ich habe so bei jemand ein ganzes Beet Nostalgierosen krepieren sehen.

Dieter, 27. März 2015, 22:22

Danke für den Tipp, mal sehen wie die Mischung mit lehmiger Erde dann aussieht. Wenn sich dort Bodenlebewesen tummeln könnte man es vielleicht versuchen.

Betula, 28. März 2015, 16:57

Bei lehmiger Erde empfiehlt es sich, noch Sand unterzumischen, denke ich. Wir haben hier Löß-Boden, der schnell und stark verdichtet. Kompost und Sand verhindern das und lassen die Erde schön locker bleiben.

Dieter, 23. November 2016, 00:38

Rasen düngen im Herbst und Winter.

Wenn man dieser Frage bei Händlern und Online-Anbietern nachgeht bekommt man zahlreiche Angebote. Inwieweit der Einsatz und die Dosierungsangaben wirklich sinnvoll sind bleibt offen.
Neulich fand ich einen Tip die Asche von sauberem Bennholz zu sammeln, zerkleinern und ca. 30 g/m² an frostfreien Tagen auszubringen.

Eventuell gibt es dazu bereits Erfahrungen.
Nach einem Waldbrand soll alles sehr gut wachsen vielleicht ist das ein Hinweis.

Klaus, 23. November 2016, 09:31

Seit Jahren sammle ich die Holzasche von sauberem Brennholz und streue dies insbesondere auf mit Moos befallenen Rasen. Bei ca. 20 FM Käferholz pro Jahr fällt schon einiges an sauberer Asche im Kaminofen an. Die 20 FM verteilen sich auf 2 Haushalte. Zu zerkleinern brauche ich die Asche nicht.
Durch das Längen und Spalten des Holzes habe ich 3 Wochen keinerlei Langeweile und die Späne werden teils zum Winterschutz genommen und der Rest kommt wieder in den Wald zum Verrotten. Es ist der eigene Wald und keine wilde Deponie!

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