Gärtnerin · 08. Juli 2013, 15:37

Kalium, Kali-Dünger

Vertiefung zum Beitrag Nährstoff-Elemente: Kalium/Kali (chemisches Element K), bzw. wasserlösliche Kaliumsalze, sind neben Stickstoff (N) und Phosphor (P) eines der drei Hauptnährelemente von Pflanzen. Kali: Wirkung, Mangel, Überschuss, Bilder …

Kali als Dünger-Bestandteil, die Wirkung:

  • Stoffwechsel-fördernd, Photosynthese-anregende, wachstumsfördernd
  • verbessert die Aufnahme anderer Nährstoffe
  • „Knochenbau“: lässt alles „fester“ wachsen: verbessert die Stabilität + Standfestigkeit von Pflanzen, kräftigt Gewebe (dicke feste Triebe, kräftigere Blätter, feste Schale an Gemüse, Früchten….)
  • verbessert den Wasserhaushalt in der Pflanze
  • erhöht damit Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit und Schädlinge
  • damit verbesserte Winterhärte von Pflanzen
  • damit verbesserte Lagerfähigkeit von Gemüse


Deswegen finden sich hohe Kalium-Anteile z.B. in fertigen Gemüsedüngern, Tomatendünger etc. Im Gemüseanbau ist ein hoher Kali-Anteil überall dort erwünscht, wo kräftige Früchte und Gemüse wachsen sollen. Für den Hausgebrauch vereinfacht:

Kalium-betonte Düngung überall dort, wo große, dicke Sachen wachsen
(Tomaten, Kürbis, Gurken, Lauch, Kartoffeln, …..), weil die das besonders brauchen.

Kalium-Wirkung – Beobachtungen

Zur Bebilderung hier Tomatenpflanzen in Kübeln gewählt. Statt fertig gemischtem Tomatendünger haben sie dieses Jahr nebst Blumenerde mit reichlich Kompost (alles drin, Stickstoff-Lieferant) Thomaskali bekommen, einen mineralischen PK-Dünger, also Phosphor + Kali, um Genaueres beobachten zu können. Eingemischt laut Dosierungsanleitung auf der Tüte, aber nicht so gleichmäßig. Einige unten beschriebene Mangel-/Überdüngungs-Erscheinungen sind dabei gut sichtbar geworden.

Der Unterschied von Pflanzen ohne und mit extra PK-Dünger ist auf den ersten Blick sichtbar: Links ohne – zierlicher, kleiner-blättrig, rechts mit – kräftiger Trieb, große, dicke Blätter…

Thomaskali-Wirkung

Natürlich wirkt hierbei nicht nur K, sondern auch P, aber das ergibt vermutlich einen extra Beitrag.

Kalium-Calcium-Zusammenhang

Nährstoffelemente interagieren untereinander. Wissenswert: Calcium (in Kalk, wie bei Garten-Kalk beschrieben ein Bodenhilfsstoff, der für die Krümelstruktur sorgt und hilft, Nährstoffe aus dem Boden für die Pflanzen zu lösen) und Kalium sind Gegenspieler und müssen in einem ausgewogenen Verhältnis im Boden vorhanden sein, um den Pflanzen optimal zugute zu kommen.

Zu viel Kalk/Calcium wäscht Kali schnell aus,
zu viel Kali legt Calcium im Boden fest.

Aber was ist ein ausgewogenes Verhältnis? Dafür muss man wohl ein Gefühl bzw. einen Blick entwickeln, und das anhand der jeweiligen Mangel- oder Überdosierungs/Überfluss-Erscheinungen:

Kalium-Mangel

Durch zu wenig Kalium oder zu viel Kalk im Boden (Kalium ausgewaschen, zu hoher ph-Wert durch kalkhaltiges Gießwasser z.B. bei Topfpflanzen)

Kalimangel-Symptome sieht man v.a. unten an der Pflanze:

  • alte Blätter werden gelb, braun, welk, hängen schlaff runter, trocknen ein (Blatt(rand)nekrosen).
  • junge Blätter wachsen kleiner nach, Pflanzen mickern, dünne Triebe….
  • Früchte platzen auf

Meiste abgestorbene Hängeblätter schon entfernt, aber so sieht´s etwa aus:

Kalium-Mangel

Kalium-Überversorgung

Zu viel Kali (z.B. Überdüngung) im Boden ist erkennbar an…

  • gelbe/ausgebleichte Flächen zwischen grünen Blattrippen (Magnesiummangel, durch Kali festgelegt)
  • Bodenstruktur: Krümelstruktur verschlechtert sich (Kalk nicht mehr verfügbar, durch Kali festgelegt)
  • Wurzelschäden, Wurzeln verbrennen
  • Pflanzen-Wachstum gehemmt

Kalzium-Mangel

Ist zu wenig Kalzium/Kalk im Boden (= saurer Boden), bzw. nicht verfügbar durch Kalium-Überdüngung, ergibt das folgende Symptome:

Kalzium-Mangel sieht man an der Pflanze v.a. oben:

  • alte Blätter bleiben grün, junge Blätter werden gelb, welken, vertrocknen
  • Blattchlorosen, Nekrosen = gelbe/braune/welke Punkte oder Flächen auf Blättern oder Flächen am Blattrand, die absterben
  • Pflanzen-Wachstum gehemmt
  • die Pflanze wächst „gestaucht“, zwischen den Internodien ist weniger Platz als sonst

Tomaten gleicher Sorte in einem Topf: Rechts kali-überdüngt: noch dickerer Trieb als links, gestaucht gewachsen…

Kalzium-Mangel

…neue Blätter klein, gelblich:

Calcium-Mangel

Kalzium-Überschuss

Ist zu viel Kalk/Kalzium im Boden (= Boden alkalisch, kalkhaltiges Gießwasser bei Topfpflanzen, ph-Wert >8), so sind so ziemlich alle Nährstoffe und Spurenelemente nicht mehr verfügbar für die Pflanzen.

Symptome:

  • Blätter hellgrün, gelb-grün, fleckig-ungleichmäßig grün
  • Wurzelschäden
  • Mickern der Pflanzen

Kalidünger-Möglichkeiten:

Man möchte also Kali zufügen, um eine bestimmte Pflanze optimal zu ernähren oder den Kompost entsprechend anzureichern. Was für Möglichkeiten gibt´s da? Wie üblich mineralische Dünger, organische Dünger und gemischte (z.B. Guano).

Die Volldünger-Klassiker wie Blaukorn, Nitrophoska etc. gehören dazu, weiterhin Mineraldünger mit zwei Nährstoffen, z.B.:

  • Thomaskali (PK)= Kalidünger gemischt mit Thomasmehl, aus dem Bergbau
  • Patentkali (KMg) = schwefelsaure Kali-Magnesia
  • Stickstoffkali (NK)

Mineralische Dünger sind aber auf die Dauer nicht so prickelnd für das Bodenleben im Garten, teils heftige Schnellwirker, Überdosierungs-gefährlich dazu. Also nicht Biogarten-tauglich. Bevorzugt seien daher Möglichkeiten, mit organischen Mitteln kali-betont zu düngen, am besten mit eigenen Garten-Mitteln. Besonders kaliumreich sollen folgende Garten-Zutaten sein:

  • Beinwelljauche oder Beinwell-Brühe
  • Adlerfarn/Wurmfarn-Jauche oder -Brühe
  • abgelagerter Mist (Rinderdung, Hühnerdung, in meinem Fall Kaninchenmist)
  • Holzasche

Kompost Kalium-anreichern?

Im Kompost sollte ja sowieso bestenfalls alles Mögliche, also auch Kaliumhaltiges zusammenkommen. Dennoch habe ich mal überlegt und angefangen zusammenzusammeln, mit welchen kompostierbaren Sachen der eigene Kompost mit Kalium angereichert werden kann:

Holzasche, Beinwell, Farn, Hülsenfrüchte , Fenchel, Grünkohl, Spinat, Pilze, Kartoffeln(Schalen), Petersilie, Erbsen,…?
Ergänzungen und Kommentare wie immer wärmstens willkommen! ;-)

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7 Kommentare bisher

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Bettina, 09. Juli 2013, 20:34

In Bananen ist so viel Kalium enthalten, dass sie bei bestimmten Krankheiten nicht gegessen werden dürfen. Ich denke, Bananenschalen dürften also zum Düngen interessant sein.
Ich finde dein Thema interessant, aber auch ziemlich komplex, da man den einzelen Dünger ja immer im Zusammenspiel mit den anderen Nährstoffen betrachten muss.
So viel Gedanken mache ich mir nicht. Es gibt seit einiger Zeit bei mir nur noch Kompost (Küchenabfall, Gartenschnitt, Holzasche) und Hornspäne und wem das nicht passt, der soll woanders wachsen.

Gärtnerin, 10. Juli 2013, 00:08

Danke für die Bananenschale, Bettina! Hatte ich doch auch schon mal gelesen irgendwo, dass man damit seine Rosen düngen solle….
Klar ist es komplex. Für den Ziergarten bin ich mit Hornspänen und Kompost bisher auch immer super hingekommen. Aber je nach Bodenverhältnissen: Wenn man Lauch oder Knoblauch kultiviert und trotz allergrößter Hornspäne- und Kompostgabe-Bemühungen grasdünne Fädchen statt Lauchstangen und kleine Knubbelchen statt Knoblauch erntet etc., will man halt lernen wie die Zusammenhänge sind, warum das so ist und wie man das künftig besser hinkriegt. Deswegen muss ich die Einzelfacetten studieren, um das Ganze besser zu verstehen. :-)

Hannes, 11. Juli 2013, 11:24

Bananenschalen sind wirklich klasse, zumindest habe ich und meine Frau damit immer sehr gute Erfahrungen machen können ;)

Maik, 12. Dezember 2013, 14:36

Dass Kalium in der Ernährung gut ist, das wusste ich schon. Aber dass man mit Bananenschalen düngen kann, das ist mir neu. Macht natürlich Sinn, dass alles irgendwie zusammengehört und das Kalium am Ende der Pflanze, die neu wächst, genauso hilft wie dem Menschen, der sie isst.

Dr. Franz Reich, 28. Januar 2014, 18:54

Vielen Dank für tollen Hinweise – werde ich gleich in der neuen Saison anwenden und umsetzen – vor allem die natürliche Anreicherung des Komposts mit Holzasche, Hülsenfrüchten etc.

Duengerexperte, 10. Februar 2015, 14:40

Sehr gute und richtige Hinweise. Eine Sache möchte ich noch ergänzen. Ist der pH-Wert zu niedrig oder zu hoch, so kommt es ebenfalls zu einem Kaliummangel, obwohl der Nährstoff verfügbar ist. Das heißt nicht immer muss bei einem Kaliummangel gedüngt werden. Mitunter genügt z.B. auch eine Kalkung, um das Kalium wieder pflanzenverfügbar zu machen.

Viele Grüße

Linde, 24. Juni 2015, 13:38

Bitte beachten: Adlerfarn steht in Verdacht, krebserregend zu sein. Bitte nur mit Schutzhandschuhen/ Atemschutz verwenden (oder am Besten darauf verzichten)

Gutes Gelingen!

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