Gärtnerin · 14. Februar 2013, 10:17

Regenwürmer, CO2, Treibhauseffekt?

Habt Ihr eigentlich diese Regenwurm-Treibhauseffekt-Studie von der Universität von Wageningen mitbekommen, die zum Ergebnis hat, dass Regenwürmer den Treibhauseffekt durch Freisetzung von 30% mehr CO2 und 40% mehr N2O aus dem Boden verstärken? Wodurch Regenwürmer das globale Erwärmungspotenzial mi 16% verstärkten?

Oberflächlich drübergelesen wusste ich erstmal nicht, ob ich darüber laut lachen oder mir an den Kopf tippen soll. Wieder so eine Studie und Forschungsrichtung, die kein Mensch braucht?

Regenwürmer sind nützliche Bodenlebewesen, die auf natürlichem Weg viel Gutes für einen fruchtbaren Boden und das Pflanzen-Wachstum tun. Natürlich sind Regenwürmer Freunde, oder? Deswegen bin ich im zweiten Schritt in leichte Panik geraten, dass mit dieser Art Studien am Ende befördert wird die Jagd auf den Regenwurm zu eröffnen und ihn als gefährlichen Schädling zu bekämpfen.:-(

Was aber doch irgendwie eine mögliche geänderte Rahmenbedingung ist, ist dass durch Klimaveränderungen sich Regenwürmer in bisher nicht besiedelte, wurmfreie Gebiete ausbreiten, und daher insgesamt viel mehr werden als früher, und sich dadurch vielleicht ein nennenswerter Effekt ergibt, als unschöne Folge eines gestörten Ökosystems mit globaler Erwärmung? Also muss man vielleicht doch ernsthaft drüber nachdenken? Andererseits scheinen die Forschungsergebnisse – genauer gelesen – erstmal die einseitige Botschaft eines Ergebnissen einer isolierten Fragestellung, und sind die Wirkungen in ihrer Gesamtheit also noch gar nicht untersucht:

„So sei beispielsweise noch nicht klar, ob der positive Effekt der Würmer auf das Pflanzenwachstum ausreiche, um die erhöhten Emissionen auszugleichen.“

aus Bericht zur Regenwurm-Studie (D)

In einer NL-Quelle wird zudem angemerkt, dass Regenwürmer äußerst träge sind in Sachen „Invasion“. Ist doch bekannt, dass sie für die Einwanderung (paar wenige Kilometer bis nach Almere) hier auf dem Polder, der durch Landgewinnung entstanden ist, Jahrzehnte gebraucht haben.

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob ich mir jetzt dringend Forschungsergebnisse für die zitierte Fragestellung wünschen soll, oder ob ich doch dafür wäre, an der Stelle aufzuhören und potenziell wichtigere Forschungsfragen zu betrachten. :-)

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13 Kommentare bisher

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Betula, 14. Februar 2013, 11:23

Da weiß ehrlich auch nicht, was ich über solche Studien denken soll. Das Geld was solche Erhebungen kosten wäre an anderen Stellen vielleicht besser verwendet.
Regenwürmer hat es doch schon „immer“ gegeben und somit auch ihre klimaschädlichen Emissionen. Ich bin mir sicher, das sich die Würmer in Gegenden ausbreite in denen sie vielleicht noch nie waren, aber im Gegenzug verschwinden sie auch aus Landstrichen, die durch die Klimaveränderung zu nass oder auch zu trocken werden.
Es gibt sicher schlimmere Klimakiller auf die wir als Normalbürger mehr Einfluss haben.

WohnHaus7, 14. Februar 2013, 20:15

Kann hier meinem Vorredner nur zustimmen. Was nur immer dies „unsinnigen“ Studien sollen. Das kommt doch sicher von Studenten die ein paar Wellen schlagen möchten. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Co2 ist natürlich. Nur die Menge macht es. Wie bei so vielen Stoffen.

Tschüss

Harald, 15. Februar 2013, 14:12

So lange wir über umweltfeindliche Regenwürmer und andere unnütze Sachen nachdenken fehlt uns die Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Manchmal glaube ich ist das so gewollt.

VG Harald

Michael, 15. Februar 2013, 16:21

Weiß nicht, was ich von einer solchen Studie halten soll.Irgendwie finde ich es lächerlich! Ich denke, es gibt ganz andere Verantwortliche für den Treibhauseffekt und darüber sollte man sich wirklich Gedanken machen. Nicht über ein paar Regenwürmer, die es ja schon immer gegeben hat.Dennoch gab es früher nicht solche Klimaprobleme…

zimtspinne, 15. Februar 2013, 19:11

Früher gab es aber auch keine 7 Milliarden Menschen.
Dass diese Massen, selbst wenn sie sich irgendwann mal tatsächlich bescheiden, sozial und planetenverträglich verhalten würden, Probleme verursachen für unsere Erde (nicht nur das Klima), ist doch logisch.
Das wird eigentlich auch besprochen, das Problem der rasant wachsenden Weltbevölkerung, in wisschenschaftlichen Kreisen, scheinbar traut sich die Politik da aber nicht ran.

suse, 16. Februar 2013, 10:17

Frage: „wer gibt solche Studien in Auftrag“. Sind andere CO2 Killer nicht um vieles schlimmer.Ich habe gelernt das Regenwürmer Nützlinge sind. Wieviel CO2 wurde beim erstellen dieser Studie produziert?

Gärtnerin, 17. Februar 2013, 10:06

Gute Fragen, keine Antwort, Suse. Die Presse gibt so was dann ja auch immer auf die gewünschte Aussage reduziert wider.

Toni, 19. Februar 2013, 10:44

Wer solche Umfragen in Auftragt gibt ist echt mal eine gute Frage habe ich so auch noch nicht drüber nachgedacht.
Aber ich sehe das ähnlich wie Gärtnerin, meistens werden solche Aussagen total aus dem zusammenhang gerissen damit die medien was zuschreiben oder zu berichten haben denn meisten Verkauft es sich so aus dem Zusammenhang gerissen besser als komplett.

Markus, 19. Februar 2013, 12:54

Kann Michael nur zustimmen. Finde es auch eher lächerlich. Das eigentliche Problem sind doch die Menschen. Nicht die kleinen Tierchen.

Fabienne, 19. Februar 2013, 13:44

Also ich finde die Studie ebenfalls sehr fragwürdig, da die Regenwürmer für unsere Felder und im Garten sehr wichtig sind. Ohne Regenwürmer würden uns viele Nährstoffe im Boden fehlen. Manche Menschen sollten sich wirklich Gedanken darüber machen ob eine derartige Studie nicht mehr CO2 verursacht als alle Regenwürmer zusammengezählt produzieren ;)

Klaus, 19. Februar 2013, 16:40

Irgendwie muss es doch gelingen Steuermittel in den Sand zu setzen und dann wegen fehlender finanzieller Mittel für sinnvolle Forschungen zu jammern.
Wie wäre es denn mal mit einem Forschungsauftrag in Thailand für einen 70 jährigen Studiosus zum Thema „Einfluß des Sextourismus auf das Liebesleben der Pflastersteine“?
Zumindest gibt es bei solchen Themen keine Plagiatsvorwürfe. Man muss nur die richtigen Freunde haben und man kommt zu einem kostenlosen Urlaub. Solches erfuhr ich auf dem Rückflug von Zypern. Und der „Studiosus“ war auch noch stolz auf seinen Betrug.

suse, 20. Februar 2013, 09:58

Ja, Klaus die Dummen, Bauernschlauen werden nicht alle und die anderen Dummen(Wir) bezahlen das dann auch noch,das nicht mal wissentlich.Da kann man mal sehen wie kreativ ein Mensch sein kann, wenn es um das Auffinden von Vorteilen geht.

inka, 26. Februar 2013, 11:06

So ganz klar ist mir das jetzt nicht, widerspricht es doch – jedenfalls in dieser einfachen Aussage – zu 100% dieser Untersuchung: http://www.n-tv.de/wissen/Regenwuermer-senken-CO2-article31831.html
Hm. Komisch.

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