Gärtnerin · 19. Juni 2014, 10:26

Garten-Umzug ins Unbekannte

Sachma!
Was ist denn hier eigentlich los? Keine Posts, keine Antwort, kein Service?!

Hausverkauf

Das ist eine lange Geschichte eigentlich, und im Moment relativ anstrengend hinter den Kulissen:

Ich hatte in letzter Zeit ja öfter über die bedrückende Atmosphäre hier in NL berichtet, was nicht nur für uns alles andere als angenehm ist. Wir haben u.a. darum bereits vor über einem Jahr beschlossen, wieder nach Deutschland überzusiedeln, wussten aber lange nicht, wann und wo wir landen. Weiterhin beschäftigt mich seit Ende letzten Jahres die gesundheitliche Situation eines Familienmitglieds in D, und pendele ich seitdem sehr regelmäßig hin und her, und das würde ich mir künftig eigentlich gern sparen.

*switchnachGarten*

Bereits seitdem gärtnere ich in Vorbereitung auf einen künftigen Garten-Umzug schon ganz anders. Also einfach alles mal vorbereiten so weit möglich für Garten-Ziel „unbekannt“.

Schritt 2: Dieses Frühjahr konnte ein sehr schön passender Job für den Partner in D gefunden werden, der dort bereits eifrig bei der Arbeit ist. Das „Wo“ hat sich damit auf die Region Limburg an der Lahn/Hessen verdichtet (Ländlich wohnen, mit vernünftig großem Garten hoffentlich!), das „Wann“ ist allerdings noch immer nicht so ganz deutlich und das ganz präzise örtliche „Wo“, also das künftige Heim, fehlt auch noch, was mich…

*switchnachGarten*

… ziemlich hibbelig macht, so mitten in der Vegetationsperiode!

Sich von diesem Garten zu lösen, den ich in den letzten 6 Jahren wirklich sehr schön angelegt habe (Jaaaa! *stolz*) fällt mir übrigens nicht die Bohne schwer. Eigentlich ist mir das bei keinem Gartenumzug bisher schwer gefallen. Für mich ist Garten eher definiert als das was darin steht und davon trenne ich mich ja nicht. Alles wächst nach! Ich könnte noch 57 Gärten anlegen! Wobei ich aber nicht so viel Lust habe, noch so oft umzuziehen. ;-)

Schritt 3 steht noch an: U.a. muss das Haus mit Garten hier noch verkauft werden und ein neues Häuschen in D gefunden werden und – neben dem wichtigen Gartenpflanzen- und sonstigen Habseligkeiten-Transfer natürlich – auch der ganze Auswandern-Einwandern-Papierkram erledigt werden usw… Ich sehne den Tag herbei, an dem auf das oben fotografierte, im Vorgarten angebrachten Schild ein „verkocht“ (=“verkauft“ – Das erste NL-Worte, über das ich als Deutsche laut gelacht habe!) geklebt wird, und noch mehr den, an dem deutlich ist, wann und wo genau wir landen! Zur Zeit bin ich einerseits viel unterwegs: Die zukünftige Gegend will ja erkundet und erforscht werden. Wo man vielleicht wohnen will, wo nicht, etc. Andererseits bin ich hier viel mit (Garten- und anderen) Vorbereitungen beschäftigt, was die Garten-Saison wirklich so ganz anders macht. Auf Gemüse-Anbau und überhaupt viel Neues habe ich dieses Jahr zugunsten der Bestandssicherung weitgehend verzichtet, weil wie gesagt überhaupt nicht deutlich war, wann der große Schritt gemacht wird und ich den Nachbarn in Abwesenheitszeiten so wenig wie möglich Arbeit machen will.

Gärtnern mit viel Abwesenheitszeiten und in Vorbereitung auf einen (Garten-)Umzug ist schon ganz anders als sonst, viel weniger lustvoll-chaotisch, viel geplanter, irgendwie stressiger und es gibt weniger Neues was man posten kann:

Man schreibt Listen und arbeitet sie ab. Man sät einfach schonmal gar nicht so viele Jungpflanzen aus wie sonst. Man muss sich echt viel verkneifen und z.B. auf Pflanzenbörsen und -märkten seufzend alles Mögliche stehen lassen, was man sonst hätte haben wollen. Man sichert sich bei Freunden und Bekannten in D ab, dass sie diese oder jene Pflanze, von der man Ableger bekommen hatte, noch haben, weil man die dann nicht extra mitnehmen muss, sondern sich später wieder besorgen kann. Man vermehrt auf Teufel komm raus: Sämtliche Posts über stecklingsvermehrten Pflanzen der letzten 12 Monate gehören bereits zum umfangreichen Garten-Fernumzug-Logistikplan, der, um später zusätzliche Umzugswagen für Pflanzen zu sparen, ungefähr nach folgenden bewährten Spielregeln abläuft:

Alles Verkleinerbare verkleinern und in transportierbaren Pflanzgefäßen mobilisieren:

1. Stecklingsvermehrung und Steckholz-Vermehrung, sonstige Ableger, wo dies möglich ist. Große Zimmer- und Kübelpflanzen (ebenso wie überzählige Gartenmöbel und sonstigen Gartenkram) anschließend verkaufen oder verschenken. Die großen Mutterpflanzen von Obst- und Ziersträucher im Garten bleiben überwiegend hier, Bäume sowieso. Diese Phase ist abgeschlossen. Große Kübelpflanzen sind im Frühjahr fast alle untergekommen, junge Nachfahren sämtlicher Rosen, Zier- und Obststräucher, Kletterpflanzen, Kübelpflanzen bis hin zu den Weihnachtskakteen und natürlich alle Hosta-Sorten sitzen bereits in unzähligen Töpfen, Kübeln, Balkonkästen, Eimern, Pflanzgefäßen….

2. Samenvermehrung: Saatgut von allen zuverlässig aus Samen zu ziehenden Pflanzen seit Sommer 2013 gesammelt. Aufbewahren und mitnehmen. Nur kurz keimfähige Samen (z.B. Glockenblumensamen) gleich wieder in ein Eckchen in einen Balkonkasten säen.

3. Transport und Lagerung: 2/3 der in den letzten 12 Monaten eingetopften Pflanzen ist derzeit bereits in Deutschland „gelagert“, einige Pflanzen sind noch nicht ganz stabil/eingewachsen und werden hier noch im Auge behalten. Die bepflanzten Töpfe werden in kleinen Mengen mit ins Auto gepackt und also scheibchenweise verschoben. Dafür braucht man auf der anderen Seite grün-bedaumte Freunde und Familie, die Terrassenfläche zur Verfügung stellen und zuverlässige Gießer sind. Dankedankedanke….! Aktuell zeichnet sich allerdings ein Flächenproblem ab. :-( Die vorletzte Pflanzen-Umzugsphase bilden nämlich eher schlechter vermehrbare oder langsamwachsende Sträucher, von denen man sich nicht trennen kann. Nichts davon ist wirklich riesig, aber es sind doch allesamt Sachen, die eher große Töpfe erfordern und also auch viel von der endlichen Standfläche. Zur Zeit exhumiere ich die Hortensiensorten und topfe sie ein. Die ersten 6 Pflanzen brauchen im Topf bereits mehr als einen Quadratmeter und ich fürchte, das ist noch lange nicht alles. :-(

4. Staudensammlung sichern: Die letzte Phase bilden die Stauden im Garten, die den Übergang nicht als Samen sondern als Ableger machen. Im Frühling konnte man sie nämlich noch nicht so gut sehen, und jetzt blühen sie. Ich schrecke nicht davor zurück, sie notfalls auch blühend rauszureißen, aber evtl. passt es dann auch gerade mit September/Oktober und Umpflanzen in der Pflanzzeit. Einige Pflanzen, die ich sowieso gerade in die Hand bekommen habe, habe ich bereits eingetopft bzw. -kasten-t. Weil kleinere Staudenableger in kleinen Töpfchen in Topfpaletten über den heißen Sommer recht welk-anfällig sind und ich auch nicht weiß, wie lange sie im Topf stehen werden, bis ich sie an einem noch unbekannten Ort wieder in die Erde lasse, – vielleicht sogar über Winter? – pflanze ich diese jeweils als Mischung von 4,5,6 Sorten in mittellange Blumenkästen. Da ist mehr Wurzelraum und Erdreich und ein Wasserreservoir drin, und bei längerer Standzeit gehen die Pflanzen dann weniger schnell ein.

So ungefähr sieht das hier aus, liebes Gartentagebuch! Das Leben ist anstrengend und aufregend zugleich, und der Garten zieht sozusagen aus dem alten Zuhause aus, aber noch nicht in ein neues Heim ein. Was hätte ich also auch gartenbloggen sollen, wenn ich die Zeit gefunden hätte. Nix Genaues weiß man nicht, jedenfalls war das lange so und es fühlt sich ziemlich unangenehm und „zwischen Baum und Borke“-mäßig an. Und das geht auch noch eine Weile so weiter, fürchte ich. Gleichzeitig habe ich in letzter Zeit viele tolle, liebe und informative Mails und Beiträge bekommen (Vielen Dank dafür!), die bisher unbeantwortet und ungepostet blieben, und auf meinen Wegen auch einiges erlebt und gesehen, das ich mit Euch teilen möchte. Ich hoffe also, in nächster Zeit ein wenig Muße zu finden, um doch mal wieder das eine oder andere zu schreiben. Liebe Grüße aus dem Umzugsgarten!

eingewurzelt unter: Garten allgemein

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Warten auf Hagel



8 Kommentare bisher

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wiebke, 19. Juni 2014, 10:48

ich werde unser haus ,das ich zusätzlich als ferienhaus hergerichtet hattte, nun ab august vermieten.. ich nehme wenig aus dem garten mit..und habe gute erfahrungen mit großen kübeln.. gruß wiebke

Nadine, 19. Juni 2014, 17:07

Das klingt nach jeder Menge Stress…
Hoffentlich gibt es dennoch weiterhin updates hier im Blog, aber wahrscheinlich stehen jetzt erst ein Mal andere dinge im Vordergrund.

Gabi K, 19. Juni 2014, 22:26

Viel Glück beim Garten suchen! Und so was hat natürlich klare Vorfahrt vor Bloggen.

Nelli, 20. Juni 2014, 13:04

Haben das letztes Jahr auch durchgemacht…ohne es war nicht ohne. Jede Menge Stress, aber es hat sich gelohnt :)

Viel Erfolg!

Hanna, 20. Juni 2014, 14:43

Also ich habe mich zumindest schonmal um meinen Kräutergarten gekümmert, Wetter lässt es nicht zu, dass der Rest auch was wird. Hoffe du hast Glück beim Garten suchen! LG Hanna

Gartenchef, 23. Juni 2014, 10:41

Auch wenn das zuerst eine Menge Stress ist und man fast ein wenig „Torschlusspanik“ bekommt, da so viel zu tun ist… Es ist eine gute Gelegenheit für einen koordinierten Neustart im Garten. Und mit den langjährig gesammelten Erfahrungen in den bisherigen Gärten legt sich doch jeder neue Garten ein wenig einfacher an und wird noch schöner, oder?

Volker, 25. Juni 2014, 11:22

Ich bekomme es von Freunden auch ständig zu hören – in den Niederlanden „sieht es nicht so dolle aus“ …. Kurzer Hinweis der Link „Atmospähre hier in NL“ geht ins Nirvana. :-) LG und toi toi toi

Gärtnerin, 25. Juni 2014, 11:29

Danke Dir! Ist repariert.

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