Gärtnerin · 01. November 2015, 11:43

Cucuzza – sizilianischer Flaschenkürbis

I proudly present ein neues Gemüse im Gärtnerblog-Garten:

Die „Cucuzza“ (Lagenaria siceraria) ist eine italienische Art oder Sorte Flaschenkürbis/Kalebasse aus Sizilien. Und zwar ihrer Länge wegen eine spektakuläre und dazu eine essbare, die eng mit der sizilianischen Genusstradition verbunden ist. Diese hier…

Cucuzza, Gagootza, sizilianischer Flaschenkürbis


wurde denn auch im Schrebergarten von Sizilianern in Hessen angebaut und an unsere Familie zwecks Testens (samt Originalrezept) und Samengewinnung weitergegeben. Wie ich hörte, wird Cucuzza regelmäßig innerhalb von Familien als Samen weitergereicht und bauen besonders auch sizilianischen Auswanderer weltweit wo immer es das Klima zulässt dieses Gemüse an. In Amerika schreibt man den Namen auch „Gagootza“ oder ähnlich. Ich fühle mich natürlich sehr verehrt, hiermit nun Teil der „Familia“ zu werden. :-)

Cucuzza – das Aussehen, Erntezeit

Zur Optik und Erscheinung: Cucuzza-Früchte(?) sind ganz zart hellgrün und können seeeehr lang werden. Der Erscheinung nach wie eine blasse, dünne, zu lang geratene Zucchini, würde ich meinen. Wie Kürbisse und Kalebassen wachsen sie als lang rankende Kletterpflanzen. Damit die Früchte nicht auf dem Boden liegen und der Länge nach schön herunterhängen können, benötigt man zum Anbau ein höheres Spalier oder auch eine Pergola, von der sie herunterhängen können. Eigentlich kann man sich die Pflanzen so ungefähr wie Wein wachsend vorstellen. Die Blüten stehen einzeln und sind wie bei anderen Flaschenkürbissen weiß und werden wohl durch nachtfliegende Insekten bestäubt. Die Cucuzza´s werden ähnlich wie beim Zucchini im besten Fall mittelalt geerntet, bevor sie zu alt werden. Optimal sind so bis 70 cm, habe ich mir sagen lassen. Dann kann das Innere komplett mit verzehrt werden. Ältere, größere Exemplare wie auf dem Foto muss man aushöhlen, um die zu groß und hart geratenen Samenkerne und die weiche Watte darum herum loszuwerden:

Cucuzza, Gagooza, sizilianischer Flaschenkürbis

Cucuzza im Garten

Optimaler Standort für die Cucuzza ist ein sonniger Platz im Garten mit relativ durchlässigem Boden, damit die Wurzeln nicht faulen, und guter Wasserversorgung/Bewässerung. Ich nehme an, dass die Pflanzen aufgrund ihres gigantischen Wachstums recht viele Nährstoffe brauchen.

Cucuzza, Zubereitung in der KÜche, Rezept

Die Cucuzza wird zunächst dünn mit dem Sparschäler geschält, weil die äußere Haut recht hart ist. Junge Exemplare kann man anschließend schnippeln und einfach komplett weiter verwenden, ältere Exemplare werden am besten geviertelt, um Samen und das Zeug darum herum leicht entfernen zu können. Hierbei werden dann auch die Samen für das nächste Jahr zur Seite gelegt. In diesem Fall bleibt wie beim zu alten Zucchini eigentlich nur ein dünner, sichelförmiger Bereich des weißen Flaschenkürbis-Fruchtfleischs zwischen Schale und Innerem übrig, der dann weiter verarbeitet werden kann.

Das Originalrezept des Gerichts „Cucuzza“ aus Sizilien

Wie so viele traditionelle Gerichte ohne Mengenangaben. So wurde es an uns weitergegeben:

Zutaten:

Cucuzza
Kartoffeln
Zwiebeln
Tomaten (enthäutet)
Salz
Pfeffer
Olivenöl
gewürfelter Käse Parmesan
gewürfelter Pecorino mit Pfefferkörnern (Unbedingt der mit Pfefferkörnern!)

Zubereitung Sizilianische Cucuzza:

Alles bis auf den Käse in Würfel schneiden, in einer Auflaufform salzen und pfeffern und mit Alufolie abdecken. Bei 200 Grad Ober- und Unterhitze 1,5-2 Stunden in den Backofen stellen. Danach Alufolie entfernen, umrühren und Olivenöl dazugeben. Noch mal 30 -45 Minuten offen in den Ofen stellen. Herausnehmen, und die Käsewürfel untermischen. Dann noch 30 Minuten in den Ofen stellen. Buon Appetito! :-)

Ich bin gespannt! Denke, ich werde die Alufolie durch Backpapier zum Abdecken ersetzen, weil „Alufole“ so nah am Essen ja nicht so gesund sein soll. Mit dem Kochen muss ich leider bis morgen warten, weil mir Tomaten fehlen. Aber dann!

Anbau-Erfahrungen von mir gibt es dann hoffentlich nächstes Jahr auf dem Gartenblog zu lesen. Hat jemand von Euch die Pflanze und kann schon mal was erzählen?

In diesem Video kann man sich die Pflanze und die Früchte genauer ansehen. Doll, oder?
Und in US scheinen Sizilianer mit der kommerziellen Vermarktung von Cucuzza unter dem Namen „Cucuzza Squash“ beschäftigt zu sein, habe ich dem Web entnommen. Ist die Cucuzza bei uns auch als Traditions- oder Trendgemüse zu kaufen? Ich hab jedenfalls noch keine bewusst gesehen. Rezepte im Web scheinen dann auch vorwiegend in Englisch zu sein.

Äh übrigens ist die Cucuzza durchgeschnitten, weil sie sonst nicht in den Kühlschrank passt. :-)

frühere Beitrag: Kalebassen-Samen, Aussaat

eingewurzelt unter: Gemüsegarten

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Garten-Koch-Event "Spitzkohl" - Zusammenfassung:



8 Kommentare bisher

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Daniel, 02. November 2015, 19:27

Vielen Dank für diese geschmackliche Anregung ;-). Ich bin mir allerdings nicht sicher ob ich die bei mir im Garten anpflanzen kann. Ich habe weitflächig einen ph-Wert von 5.5. Reicht das noch oder muss ich da noch etwas Bodenverbesserung vornehmen?

Diana, 03. November 2015, 18:41

Immer wieder interessant was es doch für Gemüsesorten gibt. Das werde ich demnächst vielleicht mal bei uns im Garten ausprobieren. Danke für diese interessanten Artikel!

Gärtnerin, 04. November 2015, 09:34

Geschmacksbericht: Sehr interessante Kombination! Die Cucuzza schmeckt ungewöhnlich: Wie eine Kombi aus Zucchini und Gurke. Das dann eher in Richtung säuerlich, also quasi wie saure Gurke light. Der Pfefferkäs dazu bringt´s. Sehr ungewöhnlich, und lecker!

Für die ganze Cucuzza samt anderen Zutaten habe ich zunächst 2 Auflaufformen gebraucht. Nach der ersten Backphase passte dann alles in eine Form.

Hannes, 21. November 2015, 22:25

Wieder etwas dazu gelernt. Vielen Dank dafür. Ich kannte diese Gemüsesorte vorher noch nicht. Würde sie gern mal probieren. Ich hoffe, es ergibt sich mal eine Gelegenheit. Gruß Hannes

Achim, 24. November 2015, 02:19

Und wie hat das Rezept nun geschmeckt? Du musstest ja wegen den Tomaten warten :)

Pingback "Made in Germany", 01. November 2016, 11:01

[…] Alter, lernte ich jedoch recht früh Gemüsesorten wie Zucchini, Aubergine, Artischocke und Cucuzza  zu […]

Regine, 07. September 2017, 19:26

Ein wichtiges Detail: Von dieser Zucchini-Art werden auch die Blätter gegessen, die ja nicht rauh und leicht stachelig sind wie die Blätter der Kürbis- oder Zucchettipflanzen, sondern samtig weich. Man nennt sie z.B. Tenerezze oder Tiniruma. Sie sind ausgezeichnet in einer Suppe aus 1 Zwiebel, 2 Kartoffeln, eine gute Portion Blätter und natürlich eine Cucuzza, nach Belieben ein wenig „Pasta“, Zubereitungszeit 20 Minuten. (ohne Zeit fürs Waschen). Ohne Kartoffeln, dafür zusammen mit Brot vom Vortag wird sie zum Frühstück genossen.Es gibt auch Rezepte für Gerichte aus Blättern mit gekochten Tomaten zu Teigwaren. –

haselmausdd, 08. September 2017, 12:43

Diese langen „Kürbisse“ hatte mal jemand in unserer Gartenanlage an einem Baum hochwachsen lassen. Überall hingen die langen Prügel runter!!! Sah absolut interessant und grandios aus! Schon aus diesem Grund hatte ich mir damals (ca. vor 4 Jahren) Gedanken gemacht, wo ich die Pflanzen wachsen lassen könnte! Hab irgendwie immer im Kopf gehabt, den Garten nochmals zu suchen (bei über 800 Gärten in der Sparte schwierig!!) aber ich habe auch keinen Baum oder Pergola, wo es sich lohnen könnte! Sie wären für mich auch nur zur Zierde, da wir jedes Jahr so viele Zucchinis haben, welche verarbeitet werden müssen.
Aber toll sah es damals aus!!!!
LG aus Dresden

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