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Clematis – Waldrebe

Clematis, Waldrebe

Clematis (Waldrebe, Klematis, Judenstrick) sind Kletterpflanzen, seltener nicht-kletternde Sträucher für den Garten oder Balkon (Kasten, Blumenkübel).

Clematis Herkunft

Die Clematis-Pflanzen gehören in die Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie kommen überwiegend aus Asien (Sibirien, China, Japan… z.B. Clematis armandii, Clematis tangutica, Clematis montana), Europa (z.B. Clematis alpina, Clematis viticella) oder Amerika (z.B. Clematis fremontii), kommen aber weltweit vor.

Clematis pflanzen, Standort

Wann sollte man Clematis am besten pflanzen? Häufig wird August/September als günstige Pflanzzeit angegeben. Da Clematis-Pflanzen jedoch fast die ganze Garten-Saison über als Containerpflanzen zu kaufen sind, und manchmal zu ganz anderen Zeit günstig, kann man auch einen anderen Zeitpunkt für die Pflanzung wählen. Besonders nicht ganz sicher winterharte Sorten von Clematis sollten jedoch spätestens im September gepflanzt werden, damit sie gut einwurzeln können, bevor der Winter kommt.

Clematis sind, wie der Name Waldrebe verrät, Wald-Pflanzen, die in Bäumen ranken. Wie im Wald schätzen sie einen schattigen Fuß. Die Regel dazu lautet „Kopf in der Sonne, Füße im Schatten“. Deswegen mögen Clematis Standorte, die bodennah um die Pflanze herum beschattet sind, weiter oben aber sonnig und warm. Tipp: Wenn der „Fuß“ zu sonnig ist, höhere Stauden-Pflanzen vor die Clematis pflanzen, um für Beschattung zu sorgen.

Weiterhin benötigen Clematis-Pflanzen nährstoffreichen, gleichmäßig feuchten Boden ohne Staunässe und/oder man muss sie regelmäßig düngen und gießen.

Wie bei allen Pflanzen gilt für die Pflanzung, dass die Clematis vorsichtig aus dem Topf geholt werden sollte, um Wurzeln nicht zu beschädigen, vor dem Pflanzen gut gewässert werden sollte, und dass das Pflanzloch großzügig ausgehoben und ggf. mit guter (Pflanz-)Erde, Kompost… angereichert werden sollte. Bei Clematis kommt noch hinzu, dass die Pflanzen tiefer eingepflanzt werden als andere Pflanzen (Wurzelballen eine Hand-breit unter der Erde), was der Clematiswelke vorbeugen soll. Erde wieder auffüllen und festdrücken (nicht festtreten!), gut angießen, fertig.

Geeignete Clematis-Rankhilfen

Clematis sind Blattstielranker und brauchen daher zum Klettern „dünne“ Rankgitter, also Rankspaliere, die mit einem Blattstiel zu umklammern sind. Dafür eignen sich Schnüre ebenso wie Rankgitter aus Estrichmatten oder Baustahlmatten und andere filigranere Rankhilfen, die mit einigen cm Abstand an eine Zaun- oder Hauswand platziert werden. Zum Klettern in Bäume kann man der Clematis zunächst mit Schnüren nach oben helfen.

Clematis-Pflege

Clematis sind pflege-leichte Pflanzen, wenn sie am geeigneten Standort stehen. Etwas mehr Pflege brauchen Clematis im Topf auf dem Balkon oder der Terrasse, die auch dort optimale Bedingungen (Düngen, Feuchtigkeit, Beschattung des Erdreichs) benötigen und daher häufiger versorgt werden müssen. Manche brauchen einen regelmäßigen Schnitt:

Clematis schneiden

Beim Clematis-Schneiden unterscheidet man drei Schnitt-Gruppen, die – wiederum abhängig von der Blütezeit der jeweiligen Clematis-Sorte nach ob-und- wann-zu-schneiden-ist – unterschieden werden. Mehr im Beitrag zu Clematis-Schnittgruppen

Clematis und Rosen kombinieren

Clematis – wie so beliebt – mit z.B. Rosen/Ramblern kombinieren, ist eine Wissenschaft für sich, da neben Blütenfarben, Wuchs-Höhe auch die gleichzeitige Blütezeit beider Pflanzen-Partner berücksichtigt werden muss. Wer das möchte, informiere sich bei guten Clematis-Händlern wie z.B. Clematis Westphal genau über die Eigenschaften der Sorten.

Clematis-Arten, Clematis-Sorten

Man unterscheidet Clematis-Wildarten (und deren Zuchtformen)…

Clematis alpina (Alpen-Waldrebe)
Clematis macropetala (Großblumige Waldrebe)
Clematis montana (Berg-Waldrebe)
Clematis viticella (Italienische Waldrebe)
Clematis integrifolia (Ganzblättrige Waldrebe)
Clematis tangutica (Mongolische Waldrebe)
Clematis orientalis (Orientalische Waldrebe)

von den Clematis-Hybriden. Hybriden sind die Großblütigsten unter diesen Pflanzen, werden aber in der Regel nicht so hoch wie Wildarten-Clematis, und diese, wie z.B. Clematis tangutica oder Clematis viticella wachsen bedeutend stärker und höher. Wie hoch Clematis werden, ist sorten-abhängig, ebenso wie die Blütezeit (Frühjahrsblüher, Sommerblüher). Es gibt weniger immergrüne oder wintergrüne Clematis als solche, die ihre Blätter im Winter verlieren. Eine immergrüne Clematis ist z.B. Clematis armandii „Snowdrift“, jedoch ist diese nicht sehr winterhart.

Clematis im Winter, Überwinterung

Viele Clematis sind ausreichend winterhart um ganzjährig im Garten oder Balkonkübel draußen gehalten zu werden. Einige wie die Clematis armandii sind das nicht, und sollten ggf. drinnen (Wintergarten, bei immergrünen Clematis hell!). Das erfordert ein mobiles Rankgitter, damit die Pflanzen zur Überwinterung transportabel bleiben!

Clematis-Vermehrung

Die meisten Clematis sind durch Absenker einfach zu vermehren, ggf. geht auch Stecklingsvermehrung (mit kleinerer Erfolgsrate). Wildformen säen sich selbst im Garten reichlich aus, z.B. die Clematis tangutica.

Clematis-Krankheiten: Clematiswelke

Gefürchtet ist die Clematis-Welke, bei der eine ganze Clematis-Pflanze in kurzer Zeit oberiridisch abstirbt, die Blätter welk werden usw.

Wildarten und deren Zuchtsorten sollen Clematiswelke-unempfindlicher sein als Clematis-Hybriden. Weiterhin zur Vorbeugung: die richtige Pflanztiefe einhalten, Staunässe vermeiden. Es soll auch helfen, keine billigen Clematis irgendwo zu kaufen, sondern nach Händlern mit clematiswelke-freien Beständen zu suchen.

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