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Stauden-Pflanzen, Garten-Stauden-Beet anlegen

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Was sind Stauden-Pflanzen?

Stauden sind mehrjährige Gartenblumen, die zumeist wegen ihrer Blüte im Garten gepflanzt werden (Es gibt aber auch ausgesprochene Blattschmuck-Stauden wie z.B. Hosta/Funkien). Im Gegensatz zu einjährigen Gartenblumen, die nach einer Saison in unserem Klima ihre Lebensspanne aufgebraucht haben, kommen Garten-Stauden für mehr oder weniger viele Jahre wieder, d.h. sie sind winterhart. Stauden treiben im Frühjahr aus und erfreuen dann über die Saison mit ihren Blatt- und zur jeweiligen Blütezeit Blumen-Schmuck. Im Herbst/vor dem Winter „ziehen sie ein“. Das bedeutet, dass die oberirdisch zu sehenden Staudenteile absterben, braun werden, eben einziehen. Der Wurzelstock überdauert in der Ruhezeit den Winter im Erdreich und aus ihm treibt schließlich im nächsten Frühjahr die gleiche Pflanze wieder frisch aus. Stauden kann man oft als Ableger (dazu unten mehr) vom Gartennachbar bekommen, oder halt kaufen: im Gartencenter vor Ort, einer Staudengärtnerei oder auch im Versand bestellen.

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Wenn Ihr Stauden für bestimmte Garten- oder Problemsituationen sucht, es gibt bereits einige Stauden-Listen zu speziellen Themen:
immergrüne Stauden
Schattenstauden-Lexikon,
Steingarten-Stauden-Liste ,
Bodendecker-Stauden,
Hohe Stauden
Staudenschnitt – was machen mit?

Aufgrund dieser Eigenschaften sind Blatt- und Blumen-Stauden gegenüber Sommerblumen, die jedes Jahr neu gezogen oder gekauft und gepflanzt werden müssen, dankbare und vergleichsweise pflegeleichte Gartenblumen, wenn sie am richtigen Standort stehen und sich so richtig wohlfühlen. M.E. sind winterharte Stauden eines der wichtigsten Elemente der Gartengestaltung neben Bäumen, Sträuchern, Rasen, Wegen und Mauern. Man kann mit ihnen sanfte Übergänge in den Gartenweg oder die Terrasse gestalten, eindrucksvolle Pracht-Staudenrabatten in Gärtenanlegen, sie in Mauerritzen wachsen lassen, sie als Vermittler z.B. zwischen einer hohen Hecke und dem Rasen oder Weg verwenden oder wie etwa die Lampionblume als Bodendecker einsetzen, je nachdem, welche Stauden man auswählt und wie die Gartengestaltungs-Wünsche das vorsehen. Es gibt Stauden für alle möglichen Standortbedingungen von Gehölzschatten, z.B. Aronstab/Arum, Christrose oder Maiglöckchen, bis zum Steingarten-und Trocken-Stauden, z.B. Iris, Katzenminze, Sedum, oder Schleierkraut, und Pracht-Stauden für die Sonne wie Sonnenhut oder Phlox.

Staudenbeet planen und anlegen

Wenn man das noch nie gemacht hat, ist es nicht ganz einfach, Stauden für einen bestimmten Gestaltungswunsch oder eine bestimmte Gartensituation auszuwählen und ein Staudenbeet zu planen und anzulegen. Da liegt u.a. daran, dass man anfangs noch nicht so genau weiß, wie die einzelnen Stauden-Pflanzen wachsen, wie hoch und breit sie werden, wie der Pflanzabstand aussieht, wie viele man von welcher Stauden-Sorte einplanen muss und vor allem: Wann ihre Blütezeit ist. Anemone-Arten sind z.B. sehr unterschiedlich nach Blütezeit und Glockenblumen vielgestaltig. Akelei blüht z.B. im Frühling, Hemerocallis/Taglilien erst im Juli. Ich hoffe, dass die Informationen auf diesen Seiten dazu beitragen können, Euch die Auswahl ein wenig leichter zu machen.

Zuerst: Es gibt ein paar

Daumenregeln zu Verwendung von Stauden-Pflanze
in der Stauden-Rabatte

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Sogenannte hohe Solitärstauden oder Prachtstauden wie z.B. Rittersporn sollten einzeln oder in kleinen Gruppen verwendet werden. Sie nehmen den Beet-Hintergrund in Staudengärten für sich ein und geben der Staudenrabatte Höhe. Oft reichen je nach Beet-Fläche eine/ wenige Stauden im Hintergrund aus.

Andere Stauden werden ihrer Höhe nach gestaffelt. Ganz niedrige Stauden, wie beispielsweise Polsterstauden, werden in den Vordergrund des Staudenbeets gepflanzt, andere je nach Höhe nach hinten aufsteigend gruppiert. Daumenregel (je nach Beetgröße, Stauden-Art gewünschten Verteilungen variierbar): Im allgemeinen sollte man von den Stauden wenigstens mal drei Stück einplanen, die man in Gruppe setzt. Wenn man nur einzelne Stauden einer Sorte verwendet und der Pflanzabstand dementsprechend größer ist, kann es sonst recht lange dauern, bis Stauden-Beete richtig schön zuwachsen. Setzt man immer nur jeweils einzelne Pflanzen verschiedener Stauden-Sorten „eng“ zusammen, hat man am Ende möglicherweise ganz viele Sorten gepflanzt, die einen unruhigen Eindruck und Durcheinander im Staudenbeet hinterlassen. Besonders schade, wenn man extra Stauden-Raritäten gekauft hat, die so nicht richtig zur Geltung kommen. Es ist immer Abwägungssache, wie viele Sorten von Garten-Pflanzen man verwenden will. Weniger unterschiedliche Stauden sind meistens mehr.

Garten-Stauden nach Blütezeit pflanzen!

Stauden unterscheiden sich in ihrer Blütezeit. Manche sind Frühlingsblüher, andere herbst- oder sommerblühende Stauden. Wenn man sie kombiniert, sollte man also nicht nur auf die Farbe achten, sondern auch darauf, was wann blüht und wer mit wem in welchen Farben zusammen blüht. Wäre doch blöd, wenn der Eindruck vom Beet dadurch geschwächt wird, dass die zusammen ausgesuchten Pflanzen gar nicht zusammen blühen. Hier sei auch darauf hingewiesen, dass sich Blumen-Stauden von Sommerblumen dadurch unterscheiden, dass sie in der Regel nicht dauerblühen. Sie haben eine mehr oder weniger lange Blütezeit, die von ein paar Tagen bis mehrere Wochen dauern kann, aber sie blühen nicht durch. Viele sehen aber auch außerhalb der Blütezeit mit ihrem Blattwerk sehr ansprechend aus. Veilchen ergeben z.B. einen grünen Bodendecker. Wer jetzt daraus ableitet, dass man möglichst viele Stauden-Pflanzen mit unterschiedlicher Blütezeit zusammen in den Garten pflanzen sollte, liegt m.E. falsch. Man darf davon ausgehen, dass man ein Staudenbeet umso attraktiver hinbekommt, je mehr der hoffentlich zueinander harmonierenden Stauden gleichzeitig blühen oder wenigstens überlappende Blütezeiten haben. Blüht nur eine oder wenige Stauden, wirkt das Ganze schnell fad. Die Kehrseite der Medaille ist, dass damit jedes Stauden-Beet „seine“ Saison hat und für den Rest des Jahres dann eben nicht DER Garten-Mittelpunkt schlechthin ist. Man kann ja aber mehrere Staudenbeete oder Beetbereiche so planen, dass sie zu unterschiedlichen Jahreszeiten / Blütezeiten der Knaller sind, z.B. ein Frühlings-Beet, ein Hochsommer-Beet, ein Herbst-Beet im Staudengarten… Jedenfalls sollte man sich schon gut überlegen, was gerade da steht, wo man im Sommer gerne sitzt. Wäre doch doof, wenn gerade da lauter Aprilblüher wachsen, die alle längst verblüht sind.

Stauden-Pflege planen: Wuchsstärke, Konkurrenzstärke, Wurzeldruck

Auch sollte man die Wuchsstärke bzw. Konkurrenzkraft der einzelnen Stauden und Gartenblumen beim Kombinieren beachten. Wahre Wucherer unter den Bodendecker-Stauden wie z.B. das Hornkraut neben allerzarteste Stauden zu pflanzen, die sich kaum ausbreiten (viele Steingarten-Stauden sind z.B. so gebaut), bringt höchstens Frust, weil die zarten Stauden den Konkurrenzdruck nicht verkraften und schlichtweg überwachsen werden. Wenn man schon konkurrenzstarke Stauden mit anderen, konkurrenzschwachen kombiniert, muss man regelmäßig dafür sorgen, das im Zaum zu halten. Typisches Beispiel: Frauenmantel hat einen ziemlichen Ausbreitungsdrang und sät sich ebenso wie Fingerhut aus wie verrückt. Lavendel kann schnell breite Stauden ergeben. Damit schwächere Staudenpflanzen wie Enzian nicht unter Druck geraten, sollte man solche Stauden dann regelmäßig abstechen und Sämlinge, die zu viel sind, entfernen. Auch unter Sträuchern und bepflanzten Baumscheiben werden nicht alle Stauden glücklich, wenn sie mit Bäumen und Co. konkurrieren. Da gibt es Hartnäcker wie z.B. das Kleine Immergrün, die zur Gehölzunterpflanzung bestens taugen, und eher zarte Stauden-Gestalten, die im trockenen Boden unter Gehölzen mickern. Am einfachsten und pflegeleichtesten ist es daher, Stauden mit ähnlicher Wuchsstärke zu kombinieren, die sich gegenseitig „in Schach“ halten. Gilt auch für Ziergräser in Stauden-Kombinationen. Pampasgras ist eine Riesen-Staude, Lampenputzergras dagegen weniger wuchsstark. Dafür muss man ein gewisses Gefühl entwickeln, ich hoffe aber, dass bei den Detailinformationen zu den jeweiligen Stauden auch genügend Info für Newcomer enthalten ist.

Fortsetzung: Stauden-Kombinationen planen

Stauden vermehren, Lebensdauer, Vergreisung einer Staude, Verjüngung

Stauden sind außerdem von unterschiedlicher Lebensdauer. Es gibt kurzlebige Stauden, die nach zwei, drei Saisons verschwinden (sich dafür aber oft fleißig durch Aussaat verbreiten, so dass man sie nicht wirklich verliert, z.B. Akelei) und Stauden, die am gleichen Standort jahrzehnte-alt werden (und dabei immer schöner, wie bspw. Pfingstrosen, Margeriten, Malven). Die meisten Stauden altern und vergreisen früher oder später. Man erkennt das daran, dass die Stauden nicht mehr so üppig blühen wie früher oder auch daran, dass sie mit der Zeit von innen her verkahlen (beispielsweise bei Polsterstauden). Dagegen hilft, sie zu verjüngen, je nachdem durch teilen (oder neu bewurzeln wie z.B. durch Anhäufeln). Zur Teilung einer Staude nimmt man eine Grabegabel, gräbt den Staudenhorst aus und teilt ihn mit der Hand, mit dem Spaten, mit dem Küchenmesser oder mit der Säge (je nachdem was gut geht) in Teilstücke. Die jungen Teilstücke vom Rand kann man dann wieder einpflanzen, alte Pflanzenteile aus der Mitte wirft man weg (Kompost). Mit dieser Technik kann man Stauden immer wieder verjüngen, so dass sie blühfreudig und „jung“ bleiben.

Stauden im Herbst abschneiden?

Geschmackssache und je nachdem! Müssen muss man nicht. Es gibt Stauden und Samenstände, die auch über Winter sehr dekorativ aussehen können, wie z.B. die Fetthenne, und es ist schöner, auf verschneite Fetthenne-Stängel zu schauen als auf den nackten Boden im Winter! Pflanzenreste, die nicht so besonders schön aussehen, kann man im Herbst aber entfernen. Die übrigen abgestorbenen Pflanzenteile von der vorjährigen Staudenblüte werden im frühen Frühjahr einfach bodennah abgeschnitten oder abgeknickt und schon kann das neue Jahr kommen. ;-)

Stauden im Topf/Balkonkasten/Blumenkübel

Ach ja, die meisten Gartenstauden eignen sich auch prima für die Topf-Kultur, z.B. für Terrassen- und Balkongärtner. In der Regel sind sie in Töpfen genauso winterhart wie im Erdboden. Nur bei überdachten Balkonen muss man aufpassen, damit sie nicht über Winter vertrocknen. ;-) Einige Stauden sind nicht ganz winterhart, wie die neuen Alstroemeria.

Da Stauden gegenüber einjährigen Sommerblumen nicht die ganze Gartensaison durchblühen, sollte man dann genügend verschiedene Pflanzen in Töpfen haben, die man zur Blütezeit dekorativ aufstellt und – wenn sie gerade nicht blühen – unauffälliger platzieren und durch andere Stauden-Töpfe ersetzen kann.

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